Grünes Licht für Darßbahnpläne

Nr. 274/10-27.08.2010-EM-Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

Nachdem das Gutachten zur Wirtschaftlichkeit des Wiederaufbaus der Eisenbahnverbindung zwischen Barth und Prerow (Darßbahn) durch das Verkehrsministerium ausgewertet wurde, will Verkehrsminister Volker Schlotmann nun den zweiten Schritt gehen und grünes Licht für die Detailplanung geben. "Ich bin mit dem Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zufrieden", so Schlotmann. "Das Gutachten zeigt weitere Optimierungsmöglichkeiten auf, die wir nutzen wollen."

Ministerpräsident Erwin Sellering unterstützt die Bemühungen des Verkehrsministers nachdrücklich. "Die Darßbahn würde uns helfen, eine unserer beliebtesten Tourismusregionen für Gäste und Einheimische besser zu erschließen", so Sellering. "Das ist gut für die Region und das ganze Land."

Verkehrsminister Volker Schlotmann: "Wir haben gute Chancen ein ökologisch wertvolles Gebiet in Zukunft umweltfreundlich, staufrei und bequem mit der Bahn zu erreichen. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene."

Das Verkehrsministerium hatte 2009 ein Gutachten zur Ermittlung des Nutzen-Kosten-Faktors in Auftrag gegeben. Dabei wurde ein bundesweit standardisiertes Bewertungsverfahren zu Grunde gelegt. Das Gutachten fußt hinsichtlich der Kosten auf Voruntersuchungen der Usedomer Bäderbahn als Eigentümer der Strecke und Berechnungen der Straßenbauverwaltung für den Neubau der Meiningenbrücke als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke. Diese Vorarbeiten sollen jetzt weiter verfolgt und untersetzt werden.

Schlotmann: "Mein Ziel ist es, dass die Darßbahn bis zum Fahrplanwechsel 2016 bis Zingst in Betrieb gehen kann. Das ist realistisch. In einem zweiten Bauabschnitt kann die Bahn dann bis Prerow verlängert werden."

Die Bildung von zwei Bauabschnitten macht verkehrlich Sinn, weil das Gutachten ergeben hat, dass die voraussichtliche Verkehrsnachfrage bis Zingst 3,5-mal höher ist als bis zum Endpunkt der Bahn in Prerow. Außerdem werden so die Investitionskosten zunächst reduziert.

Schlotmann betonte, dass er möglichst schnell den Eisenbahnanschluss über den Meiningenstrom in die Ferienregion verwirklichen möchte. Die Entwurfsplanung und die detaillierten Genehmigungsverfahren für die Eisenbahn und die komplette Neuplanung der Meiningenbrücke sollen deshalb zeitlich parallel erfolgen. Der Baubeginn könnte dann bei optimalem Planungsverlauf Ende 2013 erfolgen.

Der Minister will seinen Vorschlag jetzt den Regierungspartnern erläutern. Bei der Vergabe des Wirtschaftlichkeitsgutachtens hatten die Regierungsfraktionen bereits festgelegt, dass im Rahmen einer detaillierten Entwurfsplanung der genaue Investitionsbedarf zu ermitteln sei, wenn die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens erreichbar ist.

Zum Bau der Darßbahn sind etwa 29 Mio. Euro aus Mitteln des Landes erforderlich bei Gesamtkosten von ca. 38 Mio. Euro. "Die Darßbahn wird damit für mehrere Jahre der Investitionsschwerpunkt unserer Eisenbahnpolitik sein", betonte Schlotmann.

Der Verkehrsminister dankte allen Partnern des Projekts, namentlich dem Landkreis Nordvorpommern, für die bisherige gute Zusammenarbeit: "Es war wichtig eine gründliche und differenzierte Begutachtung vorgenommen zu haben, ungeachtet mancher tagespolitischer Verlautbarungen der letzten Monate." Er forderte alle Beteiligten auf, den nun beginnenden Planungsprozess konstruktiv zu unterstützen. "Ich hoffe, dass die Planung am Ende die finanziellen Annahmen des Gutachtens bestätigt und alle Optimierungsmöglichkeiten ausschöpft, denn gebaut werden kann natürlich nur, wenn der Nutzen-Kosten-Faktor auch nach Vorliegen der Detailplanung stimmt", so Schlotmann abschließend.

Bis 1945 verkehrten auf der etwa 19 km langen Darßbahn über den heutigen Endbahnhof Barth hinaus Personenzüge über Zingst bis nach Prerow.

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