Mecklenburg-Vorpommern hat sich als Urlaubsregion in Deutschland erfolgreich positioniert. Das Land bietet ein breit gefächertes Angebot für die Erholung im, am und auf dem Wasser. Es ist durch die Bäderarchitektur, Gutshäuser und Schlösser attraktiv und über Autobahnen und Flughäfen auch immer besser zu erreichen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist der Tourismus so wichtig wie für kein anderes Bundesland. Mit 8,5 Prozent trägt er zum Volkseinkommen bei, das ist mehr als doppelt so viel als im bundesweiten Durchschnitt mit 3,8 Prozent. Rund 130.000 Beschäftigte arbeiten direkt oder indirekt für touristische Einrichtungen und im Servicebereich, über 8.000 Jugendliche werden ausgebildet.
Mit fast 15.000 Übernachtungen je 1.000 Einwohner hat das Land die mit Abstand höchste Tourismusintensität bundesweit. Steigende Gästezahlen beeinflussen nicht nur für die Entwicklung des Gastgewerbes (Unterkunft, Verpflegung) positiv, sondern auch den Einzelhandel und die Bereiche Dienstleistung / Kultur (Eintrittspreise, die Ausflugsschiffe, Kurmittel etc.).
Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche ist für die Wirtschaft unseres Landes von außerordentlicher Bedeutung. Es muss gelingen, aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen zu prognostizieren und durch zielgruppengerechte Angebotsentwicklung frühzeitig zu profilieren.
Die wichtigsten Entscheidungsfaktoren für die Wahl eines Urlaubszieles sind nach mehreren Untersuchungen Landschaft, Klima, Erholungsmöglichkeiten sowie Flair und Atmosphäre einer Destination. In diesen Bereichen ist Mecklenburg-Vorpommern gut aufgestellt, dennoch gibt es bei Dienstleistung, Service und Angebot noch Reserven. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte.
Qualitatives Wachstum bedeutet in erster Linie eine kundenorientierte Qualitäts- und Serviceoptimierung. Wichtig für jedes Markenprodukt ist die gleichbleibend hohe Qualität. Durch die erheblichen Investitionen der letzten Jahre in Beherbergungsstätten und touristische Infrastruktur hat die Marke "Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern" in weiten Teilen einen Qualitätsstandard erreicht, der über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Um diese Qualität zu halten und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, werden in Mecklenburg-Vorpommern Qualitäts- und Managementsysteme bzw. Klassifizierungen und Zertifizierungen entwickelt. Angeboten werden segment- (z. B. Kinder und Jugend) oder branchenbezogene Systeme (z. B. maritim), die die unterschiedlichen Bedürfnissen der Unternehmen berücksichtigen. Das hat zu einer vergleichsweise hohen Akzeptanz bei den Unternehmern geführt. Drei dieser im Nordosten entwickelten Klassifizierungen - für Marinas, Sportboothäfen und Anleger, das Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen und das Wellnesszertifikat - wurden bereits bundesweit eingeführt.
Folgende Klassifizierungen, Zertifizierungen bzw. Qualitätssysteme werden den Unternehmen und Einrichtungen in MV angeboten:
Um die Qualität zu steigern, wird außerdem der Gourmet-Preis MV vergeben. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband MV hat eine Initiative zur Umsatzsteigerung durch Qualität und Unternehmenssicherung gestartet, die vom Wirtschaftsministerium unterstützt wird. Und die AG Qualitätstourismus bietet Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter von Touristinformationen zur Qualitätsverbesserung der Arbeit in den Informationen und Kurverwaltungen an.
Die Hochschulen und Forschungsinstitute spielen eine wichtige Rolle beim Ausbau des Wirtschaftsfaktors Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1995 das Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus an der Universität Rostock gegründet. Dessen Ziel ist es, nach den politischen Veränderungen im Ostseeraum zu Beginn der 90er Jahre, Prozesse und Tendenzen zu analysieren und die Entwicklungschancen der Bereiche Verkehr und Tourismus in MV herauszuarbeiten. So hat das Ostseeinstitut 2003 mit dem Steinbeis-Transferzentrum der Universität Greifswald und dem Fachbereich Wirtschaft der Fachschule Stralsund eine landesweite Gästebefragung gemacht. Diese diente der Vorbereitung der "Tourismuskonzeption Mecklenburg-Vorpommern 2010". Das Ergebnis sind detaillierte Informationen über einen Zeitraum von rund zehn Jahren, die von Unternehmen, Verbänden und regionalen Interessenten der Tourismuswirtschaft vielseitig verwendet werden können.
In Zusammenarbeit mit BioCon Valley MV wird an der Universität Greifswald im Rahmen des "Clustermanagement Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern" ein Kompetenznetzwerk erarbeitet. Ziel ist es, Know-how-Transfer zu organisieren und Leistungen, Kompetenzen, Erfahrungen und Ressourcen des wissenschaftlichen Bereichs zu vernetzen, die dann der Gesundheitswirtschaft zur Verfügung gestellt werden sollen. Mit der Universität Rostock wird im Rahmen dieses Projektes das Kompetenz-Netzwerk Orthopädie (Endoprothesen + Reha + Medical Wellness) erarbeitet.
Außerdem gibt es seit 1999 in Mecklenburg-Vorpommern den Arbeitskreis Tourismusforschung. Mitglieder sind Vertreter der Fachhochschule Stralsund, der Universität Greifswald, der Universität Rostock/Ostseeinstitut, des Tourismusverbandes MV, des Hauses der Wirtschaft Stralsund, der Hochschule Wismar und des Wirtschaftsministeriums, die sich zweimal jährlich zum Erfahrungsaustausch treffen.