Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Jürgen Seidel, hat am 12. Oktober 2009 die Fachkräftekampagne "Durchstarten in MV" in Mecklenburg-Vorpommern gestartet. "Unsere Hauptbotschaft an die Mädchen und Jungen vor dem Schulabschluss ist: Ihr könnt Euren beruflichen Weg im eigenen Land gehen", so der Minister. "Die berufliche Orientierung ist die erste schwere Entscheidung von Jugendlichen, die sich maßgeblich auf das ganze Leben auswirkt. Angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels wollen wir aktiv für Ausbildungs-, Studiums- und Berufsperspektiven im Land werben."
Unter dem Motto "Dein Land, deine Chance!" laufen alle Informationen zur Fachkräftekampagne auf der Internetseite www.durchstarten-in-mv.de zusammen. Herzstück der Internetseite ist der aktuelle Azubi-Atlas, der bei der Suche des Ausbildungsplatzes und des Unternehmens helfen soll. Er informiert über Ausbildungsmöglichkeiten sowie verschiedene Berufsprofile und vermittelt einen Überblick über ausbildende Unternehmen in allen Regionen des Landes. Der Atlas enthält zurzeit mehr als 600 Kontakte. Industrie- und Handelskammern in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, Institutionen, Ausbildungsstätten und Unternehmen erweitern täglich den Pool von Ansprechpartnern und Informationen.
Die Homepage enthält darüber hinaus Porträts und Videos von Unternehmen und jungen Menschen, Termine, wichtige Adressen und die Möglichkeit, bei der "Schulaktion" mitzumachen. Bei Interesse können die Schulen einen erfahrenen Berufsberater in den Unterricht einladen, der dann über die Kampagne informiert und Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung gibt.
Verließen beispielsweise vor zehn Jahren noch knapp 30.000 Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen, werden es im kommenden Jahr nur noch rund 11.600 sein. Die Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich stark gewandelt. Aus dem vor 20 Jahren jüngsten Bundesland mit zu wenigen Arbeitsplätzen und hoher Abwanderung ist ein Land mit zunehmendem Mangel an jungen Fachkräften bei einer verbesserten wirtschaftlichen Struktur geworden. Neue zukunftsfähige Arbeitsplätze sind entstanden und die Arbeitslosenzahlen sind spürbar zurückgegangen. Die Unternehmen im Land finden immer häufiger keine geeigneten Bewerber und Nachwuchskräfte mehr. "Die Aussichten auf eine anspruchsvolle Arbeit mit viel versprechenden Entwicklungsmöglichkeiten sind so gut wie nie", so der Wirtschaftsminister. "Deshalb ist es unsere Aufgabe, möglichst viele junge Menschen für eine duale Berufsausbildung, ein Studium und eine anschließende Berufslaufbahn im Land zu begeistern."
Tangiert wird die Offensive durch Großplakate im Umfeld von Schulen sowie in Anzeigen in ausgewählten Medien. An der Kampagne wird ständig weitergearbeitet. "Durchstarten in MV" soll sich im Dialog mit den Schülern, Ausbildern und Unternehmern als ein maßgeschneidertes Instrument der Berufsfrühorientierung etablieren.
Jenny, Robert, Mario, René, Claudia, und Steffen haben eines gemeinsam – sie sind jung, haben ihre Ausbildung im Nordosten absolviert und schnell Verantwortung übernommen. Sie sind Schichtleiter, Ausbilder, Betriebsleiter oder Verkaufsleiter. Die sechs jungen Frauen und Männer sind die ersten authentischen "Gesichter der Kampagne", die auf Großplakaten und im Internet beispielhaft für Lebenswege in Mecklenburg-Vorpommern stehen. "Wir haben engagierte Schulabsolventen, wir brauchen aber auch Unternehmen, die wie in den Beispielen der Kampagne, den Nachwuchs gezielt fördern", betonte Minister Seidel. Die Protagonisten haben erfolgreich bei der Riemser Arzneimittel AG, der Mecklenburger Metallguss GmbH in Waren (Müritz), im Hotel Neptun Warnemünde, bei der Liebherr-MCCtec in Lubmin sowie bei der Fruchtquell Getränkeindustrie & Co. KG Dodow und der Trebing + Himstedt GmbH & Co. KG in Schwerin Karriere gemacht.
Für die Fachkräftekampagne hat das Rostocker Markforschungsinstitut Statistik Consult eine repräsentative Umfrage an den Schulen des Landes durchgeführt. Die so genannte Null-Erhebung liefert erstmalig ein repräsentatives und authentisches Meinungsbild unter Schülern, Eltern und Lehrern zu Berufs- und Karrierechancen und damit zur gefühlten Zukunftslage im Nordosten. Diese Studie kann unter "Dokumente und Downloads" eingesehen und heruntergeladen werden.