Ministerin Kuder: Mini-GmbH Chance für mehr Unternehmertum in Mecklenburg-Vorpommern

Nr.95/08  | 16.10.2008  | JM  | Justizministerium

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hat die sogenannte neue Mini-GmbH auf dem heutigen Schweriner Wirtschaftsrechtstag der Industrie- und Handelskammer als Anreiz und Chance für mehr Unternehmertum bezeichnet. "Eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft kann ab November mit nur einem Euro Startkapital gegründet werden. Dies erleichtert die Gründung von Unternehmen ganz erheblich. Angehende Unternehmer können sich so mit wenig Kapitalaufwand wirtschaftlich betätigen, ohne sich gleich dem Haftungsrisiko mit ihrem gesamten Privatvermögen auszusetzen. Damit ist ein Anreiz und eine Chance für mehr Unternehmertum in Mecklenburg-Vorpommern gesetzt," sagte Kuder heute in Schwerin.

Die Mini-GmbH ist Bestandteil des kürzlich beschlossenen Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts. Bei dem Gesetz handelt es sich um die umfangreichste Reform seit bestehen des GmbH-Gesetzes. Mit dem Gesetz wurden zudem die Maßnahmen gegen eine missbräuchliche Verwendung der GmbH zugunsten der Verbraucher erweitert. Im Wesentlichen beinhaltet das Gesetz neben den Vorschriften zur Mini-GmbH folgende Neuregelungen:

- Bei genehmigungspflichtigen Gesellschaften wird das
  Eintragungsverfahren vollständig von der verwaltungs-
  rechtlichen Genehmigung abgekoppelt

- Gesellschafter werden verpflichtet, im Falle der Füh-
  rungslosigkeit der Gesellschaft bei Zahlungsunfähig-
  keit oder Überschuldung der GmbH Insolvenzantrag
  zu stellen

- Ausschlussgründe für Geschäftsführer werden um
  Verurteilungen wegen Insolvenzverschleppung und
  Verurteilungen auf Grund allgemeiner Straftatbestän-
  de mit Unternehmensbezug erweitert