Ministerin Kuder befürwortet rechtspädagogische Schulung von Jugendlichen zur Bekämpfung von Jugendkriminalität

Nr.120/08  | 24.11.2008  | JM  | Justizministerium

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) befürwortet eine frühzeitige rechtspädagogische Schulung von Kindern und Jugendlichen zur Bekämpfung von Jugendkriminalität. Hierbei könne das Modell der Jugendrechtshäuser einen wichtigen Beitrag leisten. "Leider ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass die grundlegenden Werte für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft durch Familie und Schule vermittelt werden. Eine frühzeitige Befassung mit verbindlichen Regeln des Zusammenlebens ist jedoch notwendig, um eine positive Wertebildung bei jungen Menschen zu erzielen. Genau hier setzt die Idee der Jugendrechtshäuser an," sagte Kuder auf der heutigen Auftaktveranstaltung der Rechtspädagogischen Tage in Bad Doberan.  

 

Jugendrechtshäuser gibt es in Wismar und Rostock sowie in 43 weiteren Städten in Deutschland. In diesen Beratungs- und Vermittlungsstellen soll durch ein vielseitiges Angebot unkonventionell und niederschwellig versucht werden, Kindern und Jugendlichen theoretische und praktische Grundkenntnisse der Regeln des Zusammenlebens zu vermitteln. Jugendlichen soll direkt oder über ihre Erziehungsberechtigten, Lehrer und Ausbilder möglichst früh Rechtsbewusstsein, Verständnis für Demokratie und Werte sowie insbesondere die Achtung vor Anderen vermittelt werden. Dabei ist den Jugendlichen zu verdeutlichen, dass sie nicht nur eigene Rechte beanspruchen können, sondern auch die Rechte anderer beachten und schützen müssen, um anerkannte Mitglieder unserer Gesellschaft zu werden.

 

"Die Angebote der Jugendrechtshäuser sind sehr breit gefasst. Neben größeren Projekten gibt es auch ein individuelles Rechtshilfeangebot für junge Menschen. Schulen und andere Institutionen, die mit Jugendlichen arbeiten, möchte ich aufrufen, die Angebote der Jugendrechtshäuser wahrzunehmen und zu nutzen. Wie konkret das Angebot aussieht, können Lehrer, Erzieher oder Eltern selbst mitbestimmen. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter der Jugendrechtshäuser werden die Angebote der Nachfrage entsprechend ausrichten," so Kuder.