Ministerin Kuder eröffnet Sozialtherapeutische Abteilung der Jugendanstalt Neustrelitz

Nr.121/08  | 24.11.2008  | JM  | Justizministerium

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hat heute in der Jugendanstalt Neustrelitz die erste Sozialtherapeutische Abteilung des Landes für jugendliche Strafgefangene eröffnet. "Die Sozialtherapeutische Abteilung leistet einen wesentlichen Beitrag für einen besseren Opferschutz. Die Erfahrung zeigt, dass die Gefahr von Rückfalltaten bei gefährlichen Tätern nach der Entlassung groß ist, wenn diese ohne therapeutische Behandlung lediglich verwahrt werden. Daher gilt: Wer Opfer künftig vermeiden will, muss mit diesen Tätern arbeiten," sagte Kuder heute in Neustrelitz.

 

Die Sozialtherapeutische Abteilung der Jugendanstalt Neustrelitz verfolgt das Ziel, das individuelle Rückfallrisiko bei besonders gefährlichen Straftätern erheblich zu senken. Die Unterbringung dieser Täter erfolgt in einem umgestalteten Hafthaus mit 24 Haftplätzen in zwei Wohngruppen zu je 12 Plätzen. Die Sozialtherapeutische Abteilung verfügt über zwei Psychologen, zwei Sozialarbeiter und zehn Mitarbeiter des allgemeinen Vollzugsdienst. Therapiert werden Täter, bei denen die Straffälligkeit vor allem auf das Fehlen allgemeiner sozialer Fähigkeiten zurückzuführen ist. Sie gelten nicht als psychisch krank, weisen aber Störungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und ihrem sozialen Verhalten auf.

 

In der Sozialtherapie werden Gruppen- und Einzeltherapien sowie Soziales Training angeboten. In den Therapien müssen sich die Gefangenen mit problematischen Verhaltensweisen auseinandersetzen und sich ihrer Vergangenheit und ihren Straftaten stellen. So setzen sich die Gefangenen in der Sozialtherapie mit dem Verlauf ihrer Taten erstmalig auseinander und lernen zu verstehen, was sie mit ihrem Verhalten für Schaden angerichtet und Menschen an Leid zugefügt haben. Durch die gemeinsame Unterbringung in Wohngruppen sollen die Gefangenen befähigt werden, alltägliche Konflikte gewaltfrei zu bewältigen.