NDR-Landesfunkhaus MV und Landkreistag in Umweltallianz MV aufgenommen

Nr.70/09  | 16.03.2009  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Auf der diesjährigen Beiratssitzung der Umweltallianz Mecklenburg-Vorpommern unter Leitung des Ministers für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus sind heute in Schwerin mit dem Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Träger und dem Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern des Norddeutschen Rundfunks ein neues Mitglied in die Allianz aufgenommen worden.

Minister Backhaus und der Geschäftsführer des Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern Jan Peter Schröder unterzeichneten im NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern die Urkunde zur Aufnahme des Landkreistages als neuen Träger der Umweltallianz MV.

"Es ist ein notwendiger und wichtiger Schritt", sagte Umweltminister Backhaus nach der Unterzeichnung, "den bestehenden Kreis der Träger (Umweltministerium, Wirtschaftsministerium, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Vereinigung der Unternehmensverbände) um einen kommunalen Spitzenverband zu erweitern. Der Landkreistag MV verfolgt entsprechend seiner Satzung grundsätzlich das Ziel der Umweltallianz MV, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ständig zu verbessern. Die erfolgte Aufnahme des Landkreistages könnte dazu beitragen, die Beziehungen der kommunalen Körperschaften zur Wirtschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Landes auszubauen. Die umweltpolitischen Herausforderungen – auch vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise – verlangen zur Problemlösung nach intensiver Zusammenarbeit. Der Landkreistag kann hierzu als Träger der Umweltallianz MV entscheidend beitragen."

Anlässlich der Übergabe der Mitgliedsurkunde an die Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern Elke Haferburg würdigte Umweltminister Backhaus die vorbildlichen Umweltleistungen des Senders, die sich in einem integrierten Umweltmanagementsystem zeigen. So stammen zum Beispiel alle für die Gebäude verwendeten Hölzer aus einer nachhaltigen Waldnutzung, durch die in einem Blockheizkraftwerk erzeugte Elektroenergie konnte die Kohlendioxidbelastung im Jahr 2008 um 815 Tonnen reduziert werden, durch den Einsatz von energiesparenden Elektroverbrauchern wurde der Gesamtenergieverbrauch zwischen 2002 und 2007 um rund 11 Prozent gesenkt.

Minister Backhaus: "Mit dem NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern wird zum ersten Mal die Medienbranche in der Allianz vertreten sein. Das Landesfunkhaus widmet sich nicht nur der Aufdeckung von Umweltproblemen in der Gesellschaft, sondern trägt mit eigenen vorbildlichen Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Umwelt bei. Umweltschutz wird im Unternehmen NDR am Standort Schwerin aktiv gelebt und die Mitarbeiter werden kontinuierlich geschult. Die Umweltallianz MV gewinnt mit dem NDR einen bedeutenden Partner, der über seine Kanäle für einen aktiven Umwelt- und Klimaschutz werben und positive Beispiele einem breiten Publikum vermitteln kann."

In seiner Rede auf der Beiratssitzung würdigte Minister Backhaus die am 31. August 2001 gegründete Umweltallianz Mecklenburg-Vorpommern "als feste Größe, die sich für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im Land etabliert hat." Die Themen Klimawandel und Energiepolitik seien heute nicht mehr eine Frage der politischen Anschauung, sondern aufgrund der Endlichkeit fossiler Ressourcen sei die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien eine ökonomische und ökologische Notwendigkeit, die zugleich zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffe. "Eine Energiepolitik mit Augenmaß, die die Aspekte Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und  Klimaschutz langfristig berücksichtigt, kann nur aus einem Mix bestehen. Dazu gehören Energieeinsparung, Erhöhung der Energieeffizienz, Förderung und Einführung erneuerbarer Energien und Substitution des Erdöls bei der stofflichen Verwertung."

Backhaus verwies auf das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, 20 Prozent des Energieendverbrauchs im Jahr 2020 aus regenerativen Energien zu gewinnen. Mecklenburg-Vorpommern sei auf diesem Weg schon weit vorangekommen. "Lag bundesweit der Energieendverbrauch an erneuerbaren Energien im Jahr 2007 bei 6,7 Prozent, so nimmt unser Land mit einem Anteil von 14 Prozent bereits heute einen Spitzenplatz in Deutschland ein. Den größten Anteil daran hat die Bioenergie mit 65 Prozent. Dafür wird 16 Prozent der Ackerfläche genutzt. Bei einer Steigerung der Effizienz im Prozess der Umwandlung von Biomasse in Bioenergie könnte im Land bei einer Erweiterung der Anbaufläche um ein Prozent bis zum Jahr 2020 doppelt soviel Bioenergie bereitgestellt werden wie heute. Das entspricht dann 24 Prozent des Energieendverbrauches in Mecklenburg-Vorpommern. Die energetische Nutzung der Biomasse wird dabei nicht die Lebensmittelversorgung gefährden, denn die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln hat in der Landwirtschaft unseres Landes immer Vorrang."

Mit dem Landkreistag MV und dem NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern als neue Partner in der Umweltallianz werde auch in diesem Jahr das von der Allianz zu bestellende Feld reichlich Früchte für eine nachhaltige umweltfreundliche Wirtschaftsentwicklung des Landes tragen, so der Minister abschließend.