Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern einigen sich mit Bund auf Finanzierung für A14-Lückenschluss

Nr.066/09  | 16.03.2009  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

Die Verkehrsminister der Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich jetzt mit ihrem Amtskollegen beim Bund über die Finanzierung der Kosten für den Lückenschluss der A14 von Magdeburg in Richtung Schwerin geeinigt. Wie Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee heute nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung in Magdeburg sagte, wird das mit knapp 1,3 Milliarden Euro veranschlagte Gesamtprojekt wegen seines Umfangs in drei Bauphasen realisiert.

Tiefensee: "Ich bin froh, dass wir heute das Signal für dieses wichtige Verkehrsprojekt in Ostdeutschland auf Grün stellen. Die A14 wird eine wichtige Verbindung zu den deutschen Seehäfen und zum überregionalen, europäischen Straßennetz herstellen. Vor allem aber setzt sie wirtschaftliche Impulse für die angrenzenden Regionen. Bis 2015 wollen wir die erste Bauphase insgesamt für den Verkehr freigeben."

Zunächst sollen die Abschnitte zwischen den Anschlussstellen Wolmirstedt und Stendal (rd. 36 km), Osterburg und Karstädt (rd. 45 km) sowie von der Anschlussstelle Ludwigslust-Süd und dem Autobahndreieck Schwerin (rd. 16 km) gebaut werden. Für diese erste Umsetzungsphase sind rund 775 Millionen Euro eingeplant, die zu 42 Prozent aus EU-Mitteln, zu 29 Prozent aus den so genannten Länderplafonds und zu 29 Prozent aus einer Sonderfinanzierung kommen.

Diese Finanzierungsaufteilung soll nach den Worten von Tiefensee auch für die nach 2015 zu realisierenden Bauphasen B und C beibehalten werden. Wenn eine Anschlussförderung mit EU-Mitteln nicht möglich sei, würden die entsprechenden Gelder aus den Länderplafonds des Bundes erbracht. Die Bauphase B umfasse die Abschnitte zwischen den Anschlussstellen Stendal und Osterburg (rd. 25 km) sowie von der Anschlussstelle Karstädt bis zur Anschlussstelle Ludwigslust-Süd (rd. 22 km). Als letzter Abschnitt der verlängerten A14 werde der Abschnitt zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt (rd. 11 km) gebaut werden. Für die Bauphasen B und C seien Kosten von insgesamt rund 425 Millionen Euro veranschlagt.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre begrüßte die jetzt geschlossene Übereinkunft mit dem Bund. "Diese Vereinbarung macht deutlich, was trotz mancher Unkenrufe nie strittig gewesen ist: Der A14-Lückenschluss kommt", sagte er. Zu diesem Projekt gebe es keine sinnvolle Alternative, betonte Daehre. Die für die nächsten Jahre prognostizierte Zunahme des Verkehrs auf den Straßen zwinge dazu, u.a. den mitteldeutschen Raum über einen leistungsfähigen Korridor mit den Häfen an Nord- und Ostsee zu verbinden. Zudem binde die A14 strukturell schwache Regionen wie die Altmark besser an das europäische Verkehrsnetz an, erhöhe damit die Mobilität der Menschen und verbessere die Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung im Norden Sachsen-Anhalts sowie in den benachbarten Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann sagte: "Die A 14 schließt eine Lücke im deutschen Autobahnnetz. In Brandenburg profitiert besonders die Prignitz von einer besseren Erreichbarkeit. Auch die Belange des Lärm- und Naturschutzes werden umfassend in der Planung berücksichtigt."

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Volker Schlotmann betonte: "Mit dem Bau der A14 verbessern sich die Hinterlandanbindungen unserer Häfen spürbar – davon werden besonders die Standorte in Wismar und Rostock deutlich profitieren. Insgesamt wird der Lückenschluss den Nord-Süd-Korridor von Skandinavien zur Adria im europäischen Verkehrsnetz stärken und damit auch die Position aller betroffenen Regionen."