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Digitale Unimedizin - ein eHEALTH-Leuchtturm und Plus für Vorpommern

Wissenschaftsministerin gab Startschuss für bundesweit erstes forschungsunterstützendes klinisches Arbeitsplatzsystem KAS+

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Foto: Universitätsmedizin Greifswald
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Nr.123-17  | 05.07.2017  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Das ist bisher einmalig in Deutschland: Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) hat bei der Erneuerung ihres Klinisches Arbeitsplatzsystems (KAS) konsequent auf ein integriertes Konzept von Forschung und Versorgung (KAS+) gesetzt. Ein fachübergreifendes Ziel ist es hierbei, Daten, die im Verlauf der Behandlung von Patienten erhoben werden, gleichzeitig der Forschung zur Verfügung zu stellen. Hierdurch eröffnen sich für die Unimedizin völlig neue Möglichkeiten der Datenaufbereitung, -verknüpfung und -nutzung. Wissenschaftsministerin Birgit Hesse hat heute in Greifswald den offiziellen Startschuss für die Pilotphase dieses innovativen Projekts gegeben. Das Projekt wird sowohl vom Land Mecklenburg-Vorpommern (9,3 Mio. Euro) als auch von der EU (EFRE 5,2 Mio. Euro) mit insgesamt 14,5 Mio. Euro gefördert.

„Mit dem Klinischen Arbeitsplatzsystem KAS+ geht die Universitätsmedizin Greifswald neue Wege und macht einen großen Schritt nach vorn in der zunehmend digitalisierten Welt der Medizin“, betonte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Forschung und Krankenversorgung vernetzen sich und arbeiten noch besser zusammen. Dies alles geschieht zum Wohle der Patienten. Ich bin mir sicher, dass andere Universitätsklinika auf dieses innovative, exzellente Projekt in Vorpommern blicken und den Verlauf mit Interesse verfolgen werden“, so Hesse.

"Damit nehmen wir deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein, machen die Forschung schneller, flexibler und besser“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Dr. Max P. Baur. „Unsere Wissenschaftler sind dichter dran am Patienten und können gleichzeitig dazu beitragen, dass der medizinische Fortschritt noch zügiger den Menschen zugutekommt. Auch der Greifswalder Ansatz von individuellen Diagnose- und Behandlungsstrategien wird gestärkt.“

Das Projekt KAS+ wird gemeinschaftlich durch die IT-Abteilung und das Institut für Community Medicine (ICM) an der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Das Institut für Community Medicine verfügt aus seinen langjährigen großen Bevölkerungsstudien über weitreichende Erfahrungen bei der Entwicklung von IT-Plattformen zur Datenverarbeitung. Zu den herausragenden Forschungsschwerpunkten zählen im Bereich der Versorgungsforschung die Entwicklung innovativer Ansätze zur Arbeitsteilung im Gesundheitswesen und zur regionalen Versorgung, eHealth und Telemedizin sowie im Bereich der klinisch-epidemiologischen Forschung die SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) und das GANI_MED Projekt (Greifswald Approach to Individualized Medicine).

Noch sechs Monate - der Countdown läuft
Am 1. Juli 2017 wurde zunächst der Pilotbetrieb des neuen Klinischen Arbeitsplatzsystems KAS+ an der Universitätsmedizin Greifswald gestartet. Zugleich löste Wissenschaftsministerin Birgit Hesse heute einen Countdown für den Beginn des UMG-weiten Echtbetriebs am 1. Januar 2018 aus.

„Die Ablösung des Alt-Systems durch ein neues KAS ist für die Universitätsmedizin eine Herkules-Aufgabe, aber zugleich auch eine Chance, nötige Verbesserungen in Versorgung und Pflege umzusetzen. Das Plus im KAS+ stärkt nachhaltig die Verknüpfung von Forschung und Versorgung und ist eine wichtige Säule unserer UMG-Zukunftsstrategie“, fasste Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald, das Hauptanliegen zusammen.

„Die UMG schafft mit dem KAS+-Projekt beispielgebende und zeitgemäße Informationsinfrastrukturen. Auf der Basis integrierter Prozesse und unter strenger Einhaltung der Anforderungen des Datenschutzes wird die Unimedizin Wegmarken in der medizinischen Forschung setzen. Dabei hat uns die positive Begutachtung des KAS+-Konzeptes durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft sehr bestärkt“, erklärte Thomas Bahls, Bereichskoordinator Medizinische Informatik und Datenmanagement am Institut für Community Medicine.

Plattform für innovative Versorgungskonzepte
Neben der klassischen Aufgabe eines klinischen Arbeitsplatzsystems, das alle Informationen zur Bearbeitung medizinischer und administrativer Daten im Krankenhaus zusammenfasst, wird das forschungsunterstützende System die Durchführung klinischer und klinisch-epidemiologischer Studien deutlich erleichtern und die Qualität der erhobenen Daten wesentlich aufwerten. Darüber hinaus ist KAS+ die Voraussetzung für eine Vereinheitlichung aller digitalen Arbeits- und Informationsprozesse an der Universitätsmedizin und in den Tochterunternehmen sowie im Kreiskrankenhaus Wolgast.

„Wir legen mit KAS+ den Grundstein für ein effektiveres und papierarmes Arbeiten, das sich auch positiv auf die Patientenversorgung auswirken wird“, so Martin Jackisch, Leiter UMG-IT der Universitätsmedizin Greifswald und Projektleiter des KAS+-Projekts. „Wir haben damit nicht nur eine standardisierte Grundlage für die elektronische Patientenakte, sondern auch die Instrumente, um die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegepersonal deutlich effizienter zu gestalten“, ergänzte Christian Hess, Leiter des medizinischen Prozessmanagements. Die Versorgungsforschung wird mit der neuen eHealth-Plattform nochmals einen kräftigen Schub bekommen. „Telemedizinische Konzepte verfügen über ein großes Potenzial für viele Patientengruppen, insbesondere zur Unterstützung der regionalen Versorgung, beispielsweise in der Pädiatrie, Radiologie, Kardiologie, Psychiatrie und Geriatrie“, freute sich PD Dr. Neeltje van den Berg, Bereichskoordinatorin für innovative Versorgungskonzepte und regionale Versorgung am Institut für Community Medicine.

Projekt mit Leuchtturmcharakter für die Unikliniken
Im Ergebnis von drei europaweiten Ausschreibungen fielen 2015 die Entscheidungen auf das Forschungssystem CentraXX der KAIROS GmbH Berlin, die Health Information Exchange Suite der Firma x-tention GmbH Augsburg sowie das Klinische Informationssystem MCC der Firma Meierhofer AG aus München. Seitdem arbeiten die drei Firmen gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald daran, ihre IT-Lösungen für den Echtbetriebsstart am 1. Januar 2018 zum Gesamtsystem KAS+ zu verbinden. „Wir sind davon überzeugt, dass das KAS+ Leuchtturmcharakter für weitere Universitätskliniken hat, die sich alle mit denselben Fragestellungen zur Optimierung ihrer Forschungsdaten befassen“, ist sich der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Max P. Baur sicher. „Der Grundstein dafür wurde heute in Greifswald gelegt.“

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