Erstmals Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben

Glawe: Kluge und ideenreiche Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention noch stärker sichtbar machen

Nr.316/17  | 11.09.2017  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Preisträger geehrt: Am Montag hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe auf der Landesgesundheitskonferenz in Güstrow erstmals den Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben. „Der ausgelobte Preis soll Akteure in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention bestärken, bisher Erreichtes sichtbar zu machen und – als Beispiele guter Praxis – neue Impulse für unser Bundesland setzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Konferenz wird in diesem Jahr von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV e. V. (LVG) und der BioCon Valley® GmbH im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet.

 

Gesundheitsminister Glawe dankte allen, die sich stets mit ihren Initiativen, Netzwerken und Projekten für ein gesundes Leben der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen. „Gerade im Präventionsbereich schlummern viele Sachen auch im Verborgenen, umso wichtiger ist es, verstärkt auf kluge und ideenreiche Projekte noch stärker aufmerksam zu machen“, so Glawe weiter.

 

31 Projekte für den Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern eingereicht

Insgesamt wurden 31 Projekte in vier Kategorien für den Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern eingereicht: Gesund aufwachsen; Gesunde Lebensmitte; Gesund älter werden sowie ein Sonderpreis Kommunale Netzwerke in der Gesundheitsförderung. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe hat gemeinsam mit den Partnern die vier Preisträger vor Ort geehrt (siehe „Preisträger im Überblick“ ab Seite 2f.).

 

Eine Jury – bestehend aus dem Beirat der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und einem Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit – hat unter allen eingegangenen Projekten die Preisträger ausgewählt. Die Gewinner wurden je Kategorie mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro prämiert. Das Preisgeld stiften der vdek - Verband der Ersatzkassen, Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, die IKK Nord, die AOK Nordost und die OstseeSparkasse Rostock.

 

Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen

Anfang des Jahres konnte die Landesrahmenvereinbarung für Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie unterzeichnet werden. „Die Landesregierung wird sich auch weiterhin mit freiwilliger Leistung einbringen. Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen, um die Menschen genau dort zu erreichen wo sie leben, lernen und arbeiten“, forderte Glawe. Die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen im Land sollten zukünftig weiter ausgebaut und verdichtet werden. Damit erreichen wir gemeinsam eine flächendeckende, medizinisch hochwertige Versorgung und eine lebensbegleitende umfassende Gesundheitsförderung und Prävention.

 

Um auch weiterhin solche Ideen und Projekte zu ermöglichen, sollten bereits bestehende Netzwerke im Bereich Gesundheitsversorgung und Prävention weiter ausgebaut werden. „Die Ermöglichung einer optimalen gesundheitlichen Vorsorge der Menschen gelingt nur, wenn alle Partner im Land zusammenarbeiten und sich vernetzen“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Das Aktionsbündnis für Gesundheit kann hierbei eine zentrale Rolle einnehmen, um weitere Partner für Prävention und Gesundheitsförderung zu gewinnen und die Reichweite der verschiedenen Projekte und Aktivitäten zu vergrößern.

 

Preisträger im Überblick

 

Kategorie „Gesund Aufwachsen“

„Sonne für das Herzgewitter“

Integrative Kita Buchenkopf Groß Lüsewitz/Auf der Tenne e.V.

http://www.aufdertenne.de/index.php/kitas-2/gross-luesewitz.html

Das Projekt wird seit 2014 in der Kita realisiert. Dabei wird vordergründig das Ziel verfolgt, Kinder bei der Be- und Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen, wie Trennungs- oder Fluchterfahrungen, zu unterstützen. Ebenso ist es der Kindertagesstätte wichtig, den Eltern im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern beratend zur Seite zu stehen. Das Projekt stützt sich auf die Zusammenarbeit mit einer Kollegin, welche an Schulungen zur Flüchtlingsthematik teilgenommen hat und im nächsten Jahr zusätzlich eine Fortbildung zur Fachkraft für traumapädagogische Intervention und Beratung durchlaufen wird. Ebenfalls wurde eine Bibliothek mit einem Ausleihsystem für Eltern und Kinder bereitgestellt. Überzeugt hat die Kindertagesstätte Buchenkopf durch den positiven Gesamteindruck des nachhaltigen Projektes. „Die Kita unterstützt speziell die Kinder dabei, eine seelische und emotionale Stabilität zu erlangen. Ein wertvolles und gesellschaftlich bedeutendes Projekt“, so Glawe weiter. Hilfestellungen werden ebenfalls im Bereich des Gefühlsausdrucks gegeben sowie durch Präventivarbeit zur psychischen Widerstandsfähigkeit“, so Glawe.

 

Kategorie „Gesunde Lebensmitte“

„Ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement im Handwerk MV“ („GabeGe Handwerk MV“)

Gesund tut gut Mecklenburg-Vorpommern e.V., Stavenhagen

http://www.esa-mv.de/index.php?Site=4

Das seit 2015 laufende Projekt hat zum Ziel, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement als Teil der Betriebskultur in Handwerksbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern einzuführen. Es will zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie des Arbeits- und Gesundheitsschutzes beitragen. Ziel ist es, konkrete Vorschläge zur Einführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, wie z.B. Ernährungsberatung und Rückenschulen, gemeinsam zu erarbeiten.

Nach Einschätzung der Jury wurden die Kriterien guter Praxis der Gesundheitsförderung mehrheitlich in herausragender Weise berücksichtigt. Das Projekt arbeitet in einem wichtigen „Zukunftsthema“: der Sicherung der Leistungsfähigkeit von kleinen Betrieben und deren alternder Mitarbeiterschaft. Es verfolgt einen innovativen Ansatz mit flächendeckender Wirkung. Die Maßnahmen werden mit Unterstützung regionaler Anbieter umgesetzt. Es betreut die Betriebe auch über den eigentlichen Projektzeitraum hinaus. „GabeGe Handwerk MV“ soll von September 2017 bis Januar 2020 weitergeführt werden. Angedacht ist bei Bedarf eine Fortführung darüber hinaus. „Gesundheitsförderung gewinnt gerade in Zeiten älter werdender Belegschaften immer mehr an Bedeutung. Entscheidend ist, dass sich noch mehr Betriebe aus dem Handwerk für eine nachhaltige Gesundheit am Arbeitsplatz stark machen. Das Projekt leistet hierfür einen wichtigen Beitrag“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.

 

Kategorie „Gesund Altern“

Musterwohnung „Länger zu Hause gut und sicher leben“

Volkssolidarität Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., Schwerin

https://www.volkssolidaritaet.de/landesverband-mecklenburg-vorpommern-ev/

Das seit Juni laufende Vorhaben hat zum Ziel, seniorengerecht ausgestattete Wohnungen zu entwickeln und zu präsentieren. Diese Wohnungen sind mit technischen Assistenzsystemen ausgestattet und werden gezielt umgebaut. Eine mögliche soziale Isolation und Einsamkeit der Bewohner soll durch einen sozialen Service vermieden werden. Die technischen Möglichkeiten können vor Ort getestet werden, so z.B. Notrufsysteme, Boden- und Bettsensoren, Pneumatiktaster, ein sogenanntes Dementia-System für Demenzkranke, ein Medikamentensprecher sowie Temperatursensor und Falldetektor.

„In einer älter werdenden Gesellschaft wollen mehr Menschen länger selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben. Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut sind immer wichtiger werdende Themen“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

 

Sonderpreis Kommunale Netzwerke in der Gesundheitsförderung „Mobile Seniorenberatung“

Landkreis Nordwestmecklenburg, Wismar

https://www.nordwestmecklenburg.de/de/gesundheitsmobil/das-gesundheitsmobil.html

 

Dieses Vorhaben optimiert seit Juni 2016 die gesundheitliche Versorgung für Senioren auf kommunaler Ebene durch Beratungsangebote durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landkreises Nordwestmecklenburg. Dazu ist ein „Gesundheitsmobil“ im Landkreis unterwegs – etwa alle drei Wochen am gleichen Standort zur gleichen Zeit. Dabei werden vor Ort Handlungsempfehlungen beispielsweise zum „Wohnen im Alter“, zu Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung, zu Pflege/Betreuungsmöglichkeiten, zur Vermittlung von Pflegeeinrichtungen, zu Sturzprävention und zu einer Vielzahl von Antragstellungen gegeben. Zusätzlich können medizinische Check-ups wie Blutdruck- und Blutzuckermessungen genutzt werden. Zusätzlich zu den Touren werden Vorträge angeboten. Das Vorhaben arbeitet eng mit externen, regionalen Netzwerkpartnern zusammen. „Das Projekt gibt Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt aktiv die kommunale Daseinsvorsorge. Das ist ein aktiver Beitrag, die Bürger vor allem in den ländlichen Regionen des Landkreises noch besser zu unterstützen“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

 

Über BioCon Valley®:

Die BioCon Valley® GmbH ist der Partner für Gesundheitswirtschaft und Life Science in Mecklenburg-Vorpommern, welches das Ziel verfolgt, Gesundheitsland Nr. 1 zu werden. Als zentraler Ansprechpartner und Dienstleister unterstützt das Netzwerk die Akteure in der Branche und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Profilierung des Standortes. Das Unternehmen engagiert sich aktiv bei Vernetzung und Branchenmonitoring, Projektinitiierung und -begleitung, Internationalisierung und Vermarktung der Gesundheitswirtschaft im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Über die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Mecklenburg-Vorpommern e. V.:

Die LVG und ihre Partner setzen sich aktiv dafür ein, die Themen Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Entspannung in der öffentlichen Wahrnehmung voranzubringen und ein gesundes Leben für alle zu ermöglichen. Die LVG hat zum Ziel, den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ein höheres Maß an Selbstbestimmung in gesundheitlichen Belangen zu ermöglichen, ihnen Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, ihr Leben gesund zu gestalten und dabei ihre gesundheitlichen Ressourcen zu stärken und zu erhalten. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit ist die Verbesserung der Gesundheitschancen von benachteiligten Menschen, insbesondere in den kommunalen Lebenswelten.