Continental beginnt mit dem Bau des Forschungs- und Versuchslabors „Taraxagum Lab Anklam“

Glawe: Mehr Wertschöpfung und innovative Arbeitsplätze für Vorpommern

Foto WiMi: Spatenstich mit Reifenhersteller Continental und Vertretern der Stadt Anklam. Details anzeigen
Foto WiMi: Spatenstich mit Reifenhersteller Continental und Vertretern der Stadt Anklam.
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Nr.420/17  | 13.11.2017  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

• Reifenhersteller investiert 35 Millionen Euro in Forschungs- und Versuchslabor für Löwenzahn-Kautschuk
• Gebäude und Anlagen sollen 2018 fertiggestellt werden, rund 20 Arbeitsplätze entstehen
• Land Mecklenburg-Vorpommern fördert Forschungsvorhaben mit 11,6 Millionen Euro

 

Die Continental Reifen Deutschland GmbH hat heute mit einem symbolischen Spatenstich den Bau des Forschungs- und Versuchslabors „Taraxagum Lab Anklam“ in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. An der Feierstunde nahmen auch der Wirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe, der Bürgermeister der Stadt Anklam Michael Galander und der Leiter der Forschung und Entwicklung Pkw-Reifen von Continental Dr. Boris Mergell, teil. Continental investiert in das Forschungsvorhaben insgesamt 35 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben für den Bau und die Forschung mit rund 11,6 Millionen Euro.

 

Wirtschaftsminister Glawe betonte, dass sich Continental als ein strategischer Investor für die ganze Region erweisen könne. „Wir haben Hoffnung, dass mit dem erfolgreichen Verlauf des Forschungsvorhabens in einem weiteren Schritt auch eine innovative Fabrik der Zukunft in Vorpommern entsteht. Hiervon sollen nachhaltig Wirtschaft, Natur und Gesellschaft in der Region profitieren. Unsere Ziele sind dabei mehr Wertschöpfung und innovative Arbeitsplätze für Vorpommern“, sagte er.

 

Das Taraxagum Lab Anklam soll ab Herbst 2018 den Betrieb aufnehmen. Künftig soll dort der Anbau und die Verarbeitung von Russischem Löwenzahn als alternative Rohstoffquelle zum Kautschukbaum in den Tropen erforscht werden. Der Reifenhersteller plant, bei positiven Ergebnissen der Versuche den Rohstoff in seiner Serienproduktion einzusetzen, um künftig einen wachsenden Teil seines Naturkautschukbedarfs aus der Löwenzahnpflanze zu gewinnen. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun einen Standort in Anklam gefunden haben, der für unsere Forschungs- und Versuchsanlage passend ist“, sagte Dr. Mergell, Leiter der Forschung und Entwicklung Pkw-Reifen von Continental, beim Spatenstich. „Wir hoffen, durch die Weiterentwicklung des Anbaus von Löwenzahn und seiner Verarbeitung künftig einen Teil unseres Naturkautschukbedarfs nachhaltiger decken zu können. Die Pflanzen für unseren ‚Taraxagum‘ genannten Löwenzahnkautschuk können auch in gemäßigten Breiten angebaut werden, so können Monokulturen und Brandrodung in den Tropen vermieden werden; auch die Transportwege zu unseren Reifenwerken sind deutlich kürzer als bisher.“

 

Für die Stadt Anklam sagte Bürgermeister Galander, dass das Forschungs- und Versuchslabor des Reifenherstellers ein wichtiger Schritt in der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt sei. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem Spatenstich ein internationaler Konzern hier bei uns Zukunftsentwicklung betreiben wird“, sagte er. „Das ist ein wichtiges Zeichen, das auch außerhalb der Region die Attraktivität des Standortes und die Qualifikation der Menschen hier demonstriert.“

 

Continental hatte im August 2016 die Planungen für das Labor vorgestellt und kann nun im Zeitplan mit dem Bau auf dem Grundstück Lilienthalring 1 in Anklam beginnen. Künftig werden dort rund 20 Mitarbeiter tätig werden. Die Forschungen zum Ersatz von Kautschuk aus den Tropen durch Pflanzen, die in gemäßigten Breiten angebaut wurden, hat der Reifenhersteller 2011 in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Institut IME, Münster, dem Julius Kühn-Institut, Quedlinburg sowie dem Züchtungsexperten ESKUSA, Parkstetten und weiteren Partnern in verschiedenen Forschungsprojekten mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft begonnen.

 

Projektförderung

Continental Reifen Deutschland bedankt sich für die Projektförderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (FKZ 0315971A, 031B0059A, 031A285C), beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (FKZ 22009516) sowie beim Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern (FKZ TBI-V-1-168-E).

 

Continental AG

Continental entwickelt wegweisende Technologien und Dienste für die nachhaltige und vernetzte Mobilität der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Continental erzielte 2016 einen Umsatz von 40,5 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell mehr als 233.000 Mitarbeiter in 56 Ländern.

 

Division Reifen

Die Division Reifen verfügt heute über 24 Produktions- und Entwicklungs-Standorte weltweit. Das breite Produktportfolio sowie kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung leisten einen wichtigen Beitrag zu wirtschaftlicher und ökologisch effizienter Mobilität. Als einer der weltweit führenden Reifenhersteller hat die Reifen-Division 2016 mit mehr als 50.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

 

Pkw-Reifen

Continental zählt zu den führenden Pkw-Reifen-Herstellern in Europa und ist in Erstausrüstung und Ersatzgeschäft insgesamt der viertgrößte Pkw-Reifen-Hersteller weltweit. Der Fokus für die Produktentwicklung der Premium-Marke Continental liegt auf der Optimierung aller sicherheitsrelevanten Eigenschaften bei gleichzeitig minimiertem Rollwiderstand.

www.continental-reifen.de

www.traxagum.de

 

Foto: WiMi

Carla Recker – Projektleiterin Forschung und Entwicklung, Continental, Dr. Carsten Venz, Dr. Andreas Topp - Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung sowie Prozessentwicklung für Reifen, Continental, Minister Harry Glawe, Boris Mergell - Leiter Forschung und Entwicklung PKW-Reifen, Continental, Michael Galander - Bürgermeister von Anklam, Dr. Katherina Herzog, (v.l.)