Zusätzliche genetische Untersuchung toter Robben entbehrlich

Nr.314/2018  | 13.09.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Als nicht zielführend hat sich Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Landtag gegen eine teure genetische Untersuchung tot geborgener Robben ausgesprochen.

Backhaus verwies darauf, dass das mit dem Robbenmonitoring beauftragte Deutsche Meeresmuseum Stralsund alle an der Küste des Landes tot aufgefundenen Robben und Schweinswale auf ihre Todesursache untersuche. Wenn möglich, würden auch pathologisch-anatomische Untersuchungen vorgenommen. Nach allen vorliegenden Erkenntnissen habe die genetische Abstammung, also die „Herkunft“, keinen Einfluss auf die Todesursache der aufgefundenen Robben.

Außerdem würden sich die Robbenarten genetisch kaum unterscheiden, so dass ein Rückschluss auf ihre Herkunft nicht möglich erscheint. Im Übrigen sei es erklärlich, dass mit der steigenden Robbenpopulation in der Ostsee, auch die Zahl der Totfunde steigt. Von 2003 bis 2016 sei die Zahl der Robben in der Ostsee von 15.000 auf 30.000 Exemplare gestiegen.

In diesem Zusammenhang kündigte Minister Backhaus an, dass man sich in den nächsten Wochen auf ein Robbenmanagement verständigen werde, das auch die Sorgen der kleinen und handwerklichen Küstenfischerei berücksichtigt. Er verwies darauf, dass sich die Schuldzuweisungen gegen die Fischer in Bezug auf die Häufung der Totfunde im Herbst 2017 im Greifswalder Bodden als nicht belegbar erwiesen haben und die Staatsanwaltschaft deshalb die Ermittlungen einstellte.

 

Hintergrund:
Die Fraktion der Bürger für Mecklenburg-Vorpommern hatte beantragt, ein unabhängiges Forschungsinstitut damit zu beauftragen, die genetische Abstammung und somit die Herkunft der im Jahr 2017 in Mecklenburg-Vorpommern verendeten Kegelrobben festzustellen, um geeignete Maßnahmen für einen gesunden Robbenbestand in die Wege zu leiten zu können.