Minister auf dem Bauerntag zur 28. MeLa: Landwirte sorgen für Wertschöpfung, Arbeit und soziales Miteinander

Nr.319/2018  | 13.09.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bezifferte die Einnahmeverluste durch Dürreschäden und die über den Futterzukauf entstandenen Mehrkosten für die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf eine geschätzte Gesamtsumme von ca. 530 Millionen Euro.

„Im dritten schlechten Jahr in Folge lagen die Erträge bei Mähdruschfrüchten im Landesdurchschnitt um 25 bis 28 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Bei Wintergerste und Winterweizen liegt der Minderertrag jeweils bei mehr als 25 Prozent, beim Raps bei 21. Prozent. Auch für Mais und Hackfrüchte werden die Ernteergebnisse aufgrund des Wassermangels niedriger als im langjährigen Mittel ausfallen. Für Silomais wird nur noch mit Erträgen von 40 bis 60 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel gerechnet. Aus dem 50-prozentigen Ertragsverlust beim Grünland resultiert ein erheblicher Futtermangel im Land, der durch teure Zukäufe kompensiert werden muss.“ Diese Bilanz gab Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute aus Anlass der Pressekonferenz zum Landesbauerntag auf der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) in Mühlengeez.

Backhaus sicherte den existenzgefährdend von Einnahmeverlusten betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben erneut rasche Hilfe zu. „Ich gehe davon aus, dass die Anträge auf Schadenshilfe ab Anfang Oktober gestellt werden und wir schnellstmöglich Abschlagszahlungen in Höhe von 70 Prozent des ermittelten Schadens anweisen können“, sagte er.

Um die ohnehin geringen Tierbestände im Land nicht weiter zu dezimieren, sollen die Anträge von Tierhaltern vorrangig beschieden werden. Diese Betriebe seien maßgeblich für die Ernährungswirtschaft im Land. „Wir brauchen jeden bezahlten Arbeitsplatz in der Land- und Ernährungswirtschaft. Diese Betriebe sorgen für Wertschöpfung und für soziales Miteinander im ländlichen Raum.“

Backhaus berichtete, dass seit 1991 an die knapp 5000 landwirtschaftlichen Betriebe in MV EU-Agrarbeihilfen in Höhe von insgesamt 13 Mrd. Euro ausgezahlt wurden. Hinzu kommen Fördermittel in Höhe von knapp 4 Mrd. Euro für Investitionen der Land- und Ernährungswirtschaft und für die ländliche Entwicklung. Damit wurden im ländlichen Raum Investitionen von rund 11 Mrd. Euro ermöglicht.

Angesichts der nach 2020 geringer werdenden Zuwendungen aus dem EU-Haushalt für die Landwirtschaft verwies der Minister auf sein Modell für eine künftige Gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP). „Es ist möglich, die Landwirtschaft der Zukunft wirtschaftlich zu machen, gerade weil sie Umweltleistungen für die Gesellschaft erbringt. Mein Ziel ist es, dass Landwirte künftig mit Umweltleistungen vernünftig Geld verdienen können“, sagte er. „Ich freue mich, dass ein Teil der Landwirte die Zeichen der Zeit erkannt hat und verstärkt auf Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, beispielsweise auf das Anlegen von Blühstreifen und -flächen setzt“, so der Minister.

Backhaus stellte zudem den im August veröffentlichten Bienenweidekatalog als Teil der Insektenschutz-Strategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ vor. Der Katalog enthält Anregungen für Land- und Forstwirte, Haus- und Kleingärtner, Gemeinden und Einzelpersonen zum Anbau heimischer Pflanzenarten, die Bienen und Wildinsekten nektar - und pollenreiche Nahrung liefern.

Auf dem 378.000 Quadratmeter umfassenden Gelände der MeLa – davon 171.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – präsentieren sich bis zum 16. September mehr als 1000 Aussteller aus 12 Nationen, darunter erstmals Indien und Irland, Verbrauchern und Fachpublikum. Auf der größten Tierschau im Norden sind 1142 Tiere 161 verschiedener Rassen zu sehen, darunter neben Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen auch Pferde, Rassekaninchen und Rassegeflügel. Am Stand des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV in Halle 1 sind auch Landesforst, Landesforschungsanstalt und das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Fischerei sowie das Agrarmarketing vertreten.