„Tag des Ehrenamtes“: Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern würdigt Engagement

Rudolph: Respekt und Dank an Ehrenamtliche – Herausforderung ist, ausreichend Nachwuchs für künftige Aufgaben zu finden

Nr.290/18  | 14.09.2018  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Mit einer Feierstunde ehrte die Handwerkskammer (HWK) Ostmecklenburg-Vorpommern in Greifswald rund 130 Ehrenamtsträger. Im gesamten Kammerbezirk gibt es etwa 1.300 ehrenamtliche Handwerker, die beispielsweise als Innungsmeister, Mitglieder von Prüfungsausschüssen und Vollversammlungsmitglieder engagieren. „Ein Ehrenamt auszuüben kostet Zeit, Kraft und Ausdauer. Sich auch außerhalb der täglichen Arbeitszeit für das Handwerk einzusetzen, verdient hohen Respekt und Dank. Ohne die Ehrenämtler wären viele Dinge im Handwerk nicht umsetzbar - dazu zählen die sichere und gewissenhafte Ausbildung neuer Fachkräfte, das Vertreten der Interessen der jeweiligen Gewerke und das Vermitteln von fachlicher Kompetenz. Die Herausforderung der Zukunft ist, ausreichend Nachwuchs für die vielen ehrenamtlichen Aufgaben zu finden. Hier muss rechtzeitig und engagiert geworben werden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

 

Präsident Axel Hochschild, Handwerkskammer Ostmecklenburg–Vorpommern, ergänzte: „Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern setzen sich rund 1.300 ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker für die Interessenvertretung des Handwerks und die Sicherung der hohen Bildungsqualität ein. Ohne das Ehrenamt würde das Handwerk nicht funktionieren. Allen Handwerkerinnen und Handwerkern, die vor allem nach Feierabend und an den Wochenenden im und für das Handwerk unterwegs sind, gelten unser Dank und unsere Anerkennung.“

 

Fachkräftesicherung ist entscheidender Wettbewerbsfaktor für das Handwerk

In den knapp 12.400 Betrieben der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 62.500 Beschäftigte; etwa 3.200 Jugendliche sind derzeit in der Ausbildung. Im Jahr 2017 haben nach Angaben der HWK knapp 1.290 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag im Bereich der Handwerkskammer abgeschlossen; zudem waren im gleichen Jahr 680 Meisterschüler in Weiterbildungskursen eingeschrieben. Die Stimmung im regionalen Handwerk ist positiv, die Auftragsbücher im Durchschnitt 10,6 Wochen gefüllt. Dies verdeutlichen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) zu Jahresbeginn. Danach schätzen 90 Prozent der befragten Handwerksunternehmen aller Branchen die derzeitige Geschäftslage als überwiegend gut bis befriedigend ein. 82 Prozent der Betriebe bewerten die Auftragslage als gleichbleibend bis steigend. „Der entscheidende Wettbewerbsfaktor neben einer hohen Qualität ist für das Handwerk die Fachkräftesicherung. Es muss gelingen, Schulabgänger für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern und im Anschluss junge Gesellen in der weiteren Bildung und Qualifikation zu begleiten. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Betriebe auch weiterhin auf diesem Weg“, sagte Rudolph.

 

Meister-Extra und Meisterprämie für erfolgreiche Handwerker

Das Wirtschaftsministerium honoriert beispielsweise den erfolgreichen Abschluss von Meistern in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. In den Jahren 2016/2017 wurde das Meister-Extra an 534 Absolventen ausgereicht. Nach der „Richtlinie zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)“ erhält ein Meister, wenn er erstmals eine Existenz gründet und einen bestehenden Betrieb übernimmt, eine einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendung in Höhe von 7.500 Euro. Seit 2011 erhielten 186 Existenzgründer diese Förderung. „Wir wollen Gesellen motivieren, eine Meisterausbildung zu absolvieren. Schließlich gilt der Meistertitel als Gütesiegel für die Qualität der im Handwerk erbrachten Leistungen und einer guten Lehrlingsausbildung“, sagte Rudolph.

 

Ehrennadeln der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verliehen

Sechs Handwerksmeister wurden im Rahmen der Feierstunde gesondert ausgezeichnet. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph gratulierte allen Geehrten: „Das Handwerk trägt erheblich dazu bei, Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich voranzubringen. Etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung unseres Landes werden im Handwerk erarbeitet. Das wäre ohne engagierte Unternehmer nicht möglich.“

 

Eine Ehrennadel in Bronze (für eine mindestens 5-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und herausragende Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielt:

 

  • Mario Schmidt, Meister im Tischlerhandwerk, aus Krebsow (Gemeinde Groß Kiesow, Landkreis Vorpommern-Greifswald) für seine Tätigkeit als Vorsitzender des Landesinnungsverbandes des Tischlerhandwerks seit 2008.

Eine Ehrennadel in Silber (für eine mindestens 10-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und besondere Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielten:

 

  • Eberhard Groth, Meister des Elektroinstallateurhandwerks, aus Bodstedt (Gemeinde Fuhlendorf, Landkreis Vorpommern-Rügen) gehörte nach der Wende zu den ersten Innungsmitgliedern der Elektroinnung Ostseeküste-Mitte. Hier war er zunächst als Schatzmeister, später als stellvertretender Obermeister tätig; im Landesinnungsverband engagierte er sich als Kassen- und Rechnungsprüfer. In der Kreishandwerkerschaft Rostock Bad Doberan setzte er sich von 2012 bis 2014 gewerkeübergreifend als Vorstandsmitglied für das regionale Handwerk ein. Ein Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist die Ausbildung des fachlichen Nachwuchses.

 

  • Jens Kammler, Meister im Maler- und Lackiererhandwerk, aus Elmenhorst (Landkreis Rostock) ist seit 2000 aktives Mitglied der Innung und seit 2009 zugleich im Vorstand der Innung. Seit 2008 bringt er seine beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrungen als Mitglied der Gesellenprüfungsausschüsse Maler/Lackierer sowie Bauten- und Objektbeschichter ein. Als Vorsitzender dieser Ausschüsse wurde der Maler- und Lackierermeister erneut bis 2023 berufen.

 

  • Klaus Neubauer, Fleischermeister, aus Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist seit 1995 Mitglied der Innung, seit 1998 im Innungsvorstand und seit 2012 Obermeister der Innung des Fleischerhandwerks Vorpommern. Die Lehrlingsausbildung ist ein Schwerpunkt seines Wirkens. Seit 2006 ist er Gesellenvertreter im Prüfungsausschuss der Innung und als Lehrlingswart im Landesinnungsverband aktiv.

 

  • Edwin Ropella, VE-Meister Maler und Lackierer/FR Ausbau, aus Greifswald war von 2000 bis 2017 im Vorstand der Maler- und Lackierer Greifswald-Vorpommern. Sein Standpunkt und die fachliche Kompetenz sind bis heute als Ehrenmitglied der Innung gefragt.

 

Eine Ehrennadel in Gold (für eine mindestens 15-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und herausragende Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielt:

 

  • Ulrich Lindow, Meister des Maschinenbauerhandwerks, aus Ducherow (Landkreis Vorpommern-Greifswald), der sein berufliches Leben der eigenen unternehmerischen Tätigkeit und vor allem auch der Zukunft des gesamten regionalen Handwerks gewidmet hat. Er engagierte sich von 2001 bis 2016 in der Vollversammlung der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und als Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses der Kammer. Im Metallhandwerk schätzten ihn die Innungskollegen seit 2001 als einen zuverlässigen und engagierten Obermeister der Innung Ostvorpommern. In der fusionierten Metall-Innung Vorpommern-Greifswald wirkte Ulrich Lindow bis 2018 als stellvertretender Obermeister. Ebenso war seine Meinung als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft gefragt.

 

Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern über 20.200 handwerkliche Betriebe. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge; sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 9 Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen.