Forschungs- und Versuchslabor der Continental AG in Anklam eröffnet

Glawe: Entscheidender Schritt hin zu mehr zukunftsorientierten Arbeitsplätzen in Vorpommern

Nr.410/18  | 06.12.2018  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Donnerstag gemeinsam mit Nikolai Setzer, Leiter der Reifendivision und Vorstandsmitglied der Continental AG, sowie dem Anklamer Bürgermeister Michael Galander das Forschungs- und Versuchslabor „Taraxagum Lab Anklam“ des Reifenherstellers Continental in Anklam offiziell eröffnet. „Mit der Eröffnung wird ein Grundstein in Anklam für Forschung und Entwicklung in einer völlig neuen Dimension und Vielfalt gelegt. Wir sind von dem visionären Projekt überzeugt, welches das Potenzial besitzt, die Region in der Zukunft neu zu prägen. Das neue Forschungslabor ist ein entscheidender Schritt hin zu mehr zukunftsorientierten Arbeitsplätzen in Vorpommern. Unser Ziel ist es, dass mit dem Erfolg des Forschungsvorhabens auch ein Produktionswerk für Naturkautschuk entsteht. Das Vorhaben trägt zu mehr direkter Wertschöpfung bei. Landwirtschaft und Industrie werden gleichermaßen in der Region gestärkt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. 

 

Wie kann in der Region angebauter Löwenzahn industriell genutzt werden?

Im „TLA“ genannten Labor will Continental an der Gewinnung von Kautschuk aus der russischen Löwenzahnpflanze forschen, um eine nachhaltige Alternative zu Kautschuk aus dem Regenwald zu nutzen. Die Erforschung des Anbaus und der Aufarbeitung des russischen Löwenzahns als Rohstoffbasis für technische Anwendungen innerhalb einer zukünftigen Continental-internen industriellen Verarbeitung stehen hier im Fokus.

Der Reifenhersteller plant, bei positiven Ergebnissen der Versuche den Rohstoff in seiner Serienproduktion einzusetzen, um künftig einen wachsenden Teil seines Naturkautschukbedarfs aus der Löwenzahnpflanze zu gewinnen. Mittelfristig sollen 20 Arbeitsplätze in Anklam entstehen. Parallel soll die in der Region genutzte Anbaufläche von derzeit 15 Hektar auf bis zu 800 Hektar vergrößert werden. Das Unternehmen investiert in das Forschungsvorhaben insgesamt 35 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben für den Bau und die Forschung mit rund 11,6 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). „Wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren benötigen einen Vorlauf durch Forschung und Entwicklung. Das wird in Anklam praktiziert – mit dem in der Region angebauten Löwenzahn als Basis werden Tests zur Weiterverarbeitung und schließlich zur industriellen Nutzung durchgeführt werden“, sagte Glawe.

 

Wirtschaftsministerium unterstützt Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Land

In Mecklenburg-Vorpommern hat das Wirtschaftsministerium von 2014 bis 2017 insgesamt 354 Vorhaben aus dem Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation in Höhe von rund 122,5 Millionen Euro unterstützt. Davon gingen in die Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald für 56 Vorhaben Zuschüsse in Höhe von 31,1 Millionen Euro. Insgesamt stellt das Wirtschaftsministerium in der Förderperiode 2014 bis 2020 für die Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovationen im Land 218 Millionen Euro aus dem EFRE zur Verfügung. „Wir wollen die Unternehmen im Land ermutigen, ihre Innovationskraft über Forschungs-, und Entwicklungsaktivitäten weiter auszubauen. So können mehr marktfähige Produkte entstehen, die international wettbewerbsfähig sind“, sagte Glawe abschließend. 

 

Informationen zum Engagement von Continental in Anklam

Continental hatte im August 2016 in Anklam mit Wirtschaftsminister Glawe die Planungen für das Labor vorgestellt und im November 2017 mit dem Bau auf dem Grundstück Lilienthalring 1 in Anklam begonnen. Die Forschungen zum Ersatz von Kautschuk aus den Tropen durch Pflanzen, die in gemäßigten Breiten angebaut werden können, führt der Reifenhersteller seit 2011 in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IME in Münster, dem Julius Kühn-Institut in Quedlinburg sowie dem Züchtungsexperten ESKUSA aus Parkstetten und weiteren Partnern in verschiedenen Forschungsprojekten mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft durch.