Ernährungswirtschaft wichtig für die Entwicklung des ländlichen Raums

Nr.119/2019  | 15.05.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

„Die Ernährungswirtschaft ist nicht nur eine der wichtigsten Branchen unseres Landes, sie ist auch eng mit der Landwirtschaft verbunden. Es ergeben sich Synergieeffekte, vor allem hinsichtlich einer regionalen Wertschöpfung im ländlichen Raum“, betonte Landwirt­schaftsminister Dr. Till Backhaus heute (15.5.) auf dem 3. Norddeutschen Ernährungsgipfel in Rostock. „Zur Unterstützung ihrer Entwicklung haben wie deshalb in der Vergangenheit viele Initiativen gestartet, Förder­programme aufgestellt und Hilfestellungen gegeben.“

Allein zur Marktstrukturförderung seien seit 2007 Investitionsvorhaben von 150,5 Mio. mit 25 Mio. Euro finanziell unterstützt worden. „Die relativ konstante Entwicklung der Branche zeigt, dass sich diese Unterstützung gelohnt hat. Wir werden unser Engagement für die Ernährungswirtschaft weiter fortsetzen.“ Es sei jedoch wichtig, hier auch die Klein- und Kleinstunter­nehmen mitzunehmen.

Mittels der Diversifizierungs-Richtlinie helfe sein Ministerium landwirtschaftlichen Unternehmen, ein Standbein außerhalb der Landwirtschaft wie beispiels­weise Hofläden aufzubauen. Seit 2017 wurden hier
4 Projekte mit über 161.000 Euro unterstützt und damit Investitionen in Höhe von über 645.000 Euro ausgelöst.

Des Weiteren gibt es eine Förderung von Existenz­gründungen und -entwicklungen von Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter) im ländlichen Raum. Im letzten Jahr wurden 15 Projekte mit über 314.000 Euro gefördert, was eine Investition von über 1 Mio. Euro ermöglichte.

Die Klein- und Kleinsterzeuger aus der Land- und Ernährungswirtschaft werden auch bei der Vermarktung ihrer Produkte unterstützt. So lässt die Richtlinie Absatzförderung für kleinere und Kleinstunternehmen etwa bei Messeteilnahmen neuerdings einen Fördersatz von 70 Prozent zu. Ebenso ist es jetzt möglich, dass mindestens 5 Unternehmen einen Dritten beauftragen können, einen Gemeinschaftsstand auf einer Messe zu besetzen. Die Personalkosten würden zu 90 Prozent gefördert.

„Im letzten Jahr habe ich zudem den Wettbewerb „Klein aber fein“ mit einem Finanzrahmen von 150.000 Euro aus dem Strategiefonds ins Leben gerufen“, sagte Backhaus. Fünf Projekte zur Unterstützung der Vermarktung der Produkte von Klein- und Kleinstunternehmen werden mit dem Geld unterstützt. So erarbeitet die Marketinggesell­schaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern (AMV – früher Agrarmarketingverein) einen Leitfaden für die Klein- und Kleinstunternehmen, die bei der Vermarktung ihrer Produkte Unterstützung in Rechts-, Hygiene- oder in Fragen der Etikettierung benötigen.

„Überhaupt ist es unser Ziel, den AMV zur Anlaufstelle für Klein- und Kleinstunternehmen zu machen, um deren spezifischen Probleme bei der Vermarktung zu lösen“, sagte Backhaus. So fördert das Land beispielsweise beim AMV eine Projektstelle, die sich um die Umsetzung regionaler Initiativen kümmert. „Meiner Meinung nach müssen neue Wege eingeschlagen werden, um die Bekanntheit der Produkte und der Unternehmen zu steigern.“ Es gehe darum, die Vernetzung zu verbessern und auch die neuen Medien zu nutzen.

Wie wichtig Kleinstunternehmen, die regionale Ernährungsprodukte verarbeiten, für die ländliche Entwicklung seien, zeige sich auch darin, dass die LEADER-Regionen entsprechende Projekte unterstützen. Denn LEADER zeichne sich besonders dadurch aus, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort selbst entscheiden, welche Investitionen gefördert werden, so Backhaus.

Beispiele seien der Ausbau der Ladeninfrastruktur in den Ämtern Rehna, Lützow-Lübstorf, Wittenburg und Zarren­tin, die Anschaffung eines Backofens auf dem Eschenhof in Königsfeld, die neue Dorfmitte mit einer ländlichen Nahversorgung in Bernitt, die „Meck-Schweizer“ als Regionalvermarktungsinitiative, die Gaststätte Moorbauer als traditionsreicher Ort, der am Peene-Kanal für kulinarische Verpflegung sorgt, sowie die Ziegenkäserei Sternziegenhof zur Erweiterung des touristischen Angebots als Gläserne Käserei.