Handwerk präsentiert sich auf der Messe MeLa in Mühlengeez

Rudolph: Wiedereinführung der Meisterpflicht ist Signal für Qualität - Stärker für Ausbildung im Handwerk werben

Nr.257/19  | 14.09.2019  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Noch bis Sonntag findet die diesjährige Messe MeLa - die 29. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in Mühlengeez bei Güstrow statt. Am Sonnabend hat sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph im Rahmen des `Festes des Handwerks´ über ausstellende Unternehmen informiert. „Die Messe ist eine ideale Plattform für heimische Unternehmen für sich zu werben, um neue Zielgruppen und Absatzmärkte zu erschließen. 30 Aussteller aus unserem Land präsentieren ihre Angebotsvielfalt auf der ´Straße des Handwerks´. Es gibt bei uns im Land keine publikumsstärkere Messe um für das Handwerk und die Fachkräftesicherung zu werben“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Einführung der Meisterpflicht ist starkes Signal

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat die Einigung der schwarz-roten Koalition für die Wiedereinführung der Meisterpflicht auf der MeLa thematisiert. Die Meisterpflicht soll ab Anfang 2020 für insgesamt zwölf Gewerke gelten. „Unser Land hat sich im Bund dafür eingesetzt. Auf dieses starke Signal für Qualität und Qualifikation im Handwerk haben viele gewartet. Der Meisterbrief steht für Qualitätsarbeit, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Der Brief ist auch unter dem Blickwinkel wichtig, die berufliche Bildung in kleinstrukturierten Betrieben zu fördern. Hohe Anforderungen an den Verbraucherschutz sind ebenso wertvolle und gewichtige Gründe für die Wiedereinführung. Gerade für Kunden der Handwerksfirmen ist der Brief ein wichtiges Qualitätskriterium“, machte Rudolph deutlich. Zu den zwölf Gewerken zählen: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger; Betonstein- und Terrazzohersteller; Estrichleger; Behälter- und Apparatebauer; Parkettleger; Rollladen- und Sonnenschutztechniker; Drechsler; Holzspielzeugmacher; Böttcher; Glasveredler; Schilder- und Lichtreklamehersteller; Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen Bestandsschutz erhalten.

Stärker für Ausbildung im Handwerk werben

Im Bezirk der Handwerkskammer Schwerin sind derzeit 2037 junge Menschen in der Ausbildung. Hier sind aktuell 189 Lehrstellen nicht besetzt. Der Bezirk der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verzeichnet 3.076 Auszubildende, 521 Lehrstellen sind noch frei. „Die Fachkräftesituation ist eine der drängendsten Herausforderungen. Der wachsende Bedarf an Handwerkern ist bereits heute überall spürbar, denn es macht sich praktisch bemerkbar: Wartezeiten für Kunden werden länger. Läden müssen schließen, weil sie keine Nachfolger mehr finden. Der Markt ist angespannt. Umso wichtiger ist es, noch stärker für eine Ausbildung im Handwerk zu werben“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. Die meisten unbesetzten Stellen sind in den beiden Kammerbezirken in den Gewerken Elektroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker, Tischler, Kfz-Mechatroniker und Dachdecker zu finden.

Die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern werden vom Wirtschaftsministerium beim Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe für die Ausbildungskampagne `weitersagen´ (www.das-beste-am-handwerk.de) unterstützt. „Die Auftragsbücher sind voll. Deshalb bleibt in den Betrieben im Alltag wenig Zeit, sich um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. Wir wollen mit der Unterstützung das Handwerk bei der Fachkräftegewinnung noch sichtbarer machen. Im Mittelpunkt stehen authentische Menschen, die über ihre Erfahrungen berichten können Es geht auch darum, mögliche Vorurteile über Ausbildungsberufe im Handwerk abzubauen und für mehr Klarheit über die verschiedenen Berufsbilder zu sorgen“, erläuterte Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph. Kernelemente des Ausbildungsmarketings sind Wort-Bild-Botschaften von Handwerkmeistern sowie Auszubildenden im Handwerk. Diese Botschaften werden QR-Code-basiert und ständig aktualisiert. Geworben wird sowohl auf analogen Wegen (Plakate, Aufsteller) als auch auf digitalen Wegen (Homepages, Facebook, Instagram, Xing).

Ausstellerfläche bei Straße des Handwerks fast verdoppelt

Die Handwerkskammer Schwerin hat in diesem Jahr erstmalig gemeinsam im Rahmen der MeLa mit der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von ca. 1.400 Quadratmetern organisiert. „Aussteller und Fläche wachsen. Das spricht für den hohen Zuspruch. Damit hat sich die Fläche, auf der sich das Handwerk präsentiert, nahezu verdoppelt. Das Handwerk hat in diesem Jahr erstmalig einen auch für die Zukunft festen Standort (Block H) zugewiesen bekommen. Dieser ist im Orientierungsplan in handwerksblau gekennzeichnet“, so Rudolph weiter.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.113 Lehrlinge. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen.