Festakt 30 Jahre Mecklenburg-Vorpommern

Schwesig: Wir können alle zusammen stolz sein auf die vergangenen 30 Jahre

Zu einem Festakt anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am 2. Oktober 160 Gäste unter Corona-Bedingungen in der Schweriner Sport- und Kongresshalle begrüßt. Unter ihnen befanden sich Repräsentanten der ehemaligen Alliierten, die Landtags­präsidentin, Abgeordnete des Bundestags und des Landtags, ehemalige Minister­präsidenten des Landes sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Kirche, Politik, Militär, Verwaltung, Wirtschaft und Gesell­schaft.

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Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Festrede

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Festrede

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Festrede

Ich bin stolz auf die Menschen, die seit 1990 mit ihrer Arbeit und ihrem Einsatz unser Mecklenburg-Vorpommern zu dem gemacht haben, was es heute ist: ein beliebtes Land zum Leben, Arbeiten und Urlaubmachen. Wir können alle zusammen stolz sein auf die vergangenen 30 Jahre. Und wir können uns zuversichtlich auf den Weg in die Zukunft machen, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in ihrer Festrede.

Zu Beginn erinnerte sie an die Friedliche Revolution: 1989 haben Menschen für Reformen, für Freiheit und Demokratie demonstriert und in wenigen Wochen das SED-Regime und die innerdeutsche Grenze zu Fall gebracht. Sie haben ihre Stimme für Freiheit und Demokratie erhoben. Und das alles mit großem Verantwortungs­bewusstsein und ohne Gewalt. Ich bin dankbar für den Mut der Menschen, die 1989 auf die Straße gegangen sind. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir heute hier in Demokratie und Freiheit leben können.

Am 16. Oktober werde in Waren, wo die erste Montags­demonstration auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern stattfand, ein Denkmal der Friedlichen Revolution an die Öffentlichkeit übergeben.

Positive Bilanz der Landesentwicklung nach 30 Jahren

Mit der Deutschen Einheit entstand 1990 auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Nachdem die Demokratie bei den Demonstrationen und an den Runden Tischen der Wendezeit ihre Stimme gefunden hatte, fand sie nun ihre Form.

Die Ministerpräsidentin zog nach 30 Jahren ein positive Bilanz der Landesentwicklung: 1991 hat Mecklenburg-Vorpommern ein Bruttoinlands­produkt von 14 Milliarden Euro erwirtschaftet. 2019 waren es 46 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache. 2005 hatten wir einen Höchstwert von fast 26 Prozent Arbeitslosigkeit. Seitdem ist diese Quote auf 7,6 Prozent gesunken. Und dabei ist der Anstieg der Arbeits­losigkeit durch Corona schon eingerechnet. Und auch die Löhne sind gestiegen seit 1990. Der Durch­schnittslohn eines Arbeitnehmers in Mecklenburg-Vorpommern lag 1991 umgerechnet bei rund 13.000 Euro. 2019 waren es 36.500 Euro – fast das Dreifache, bilanzierte die Minister­präsidentin.

"Wir halten am Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West und am Ziel gleicher Löhne fest"

Dennoch gebe es nach wie vor Unterschiede in der Wirtschaftskraft von Ost und West. Hinzu kämen ungleiche Löhne und Renten. Wir halten am Ziel gleichwertiger Lebens­verhältnisse in Ost und West fest und damit auch am Ziel gleicher Löhne. Und gleicher Renten. Wir haben uns für die Renten­angleichung von Ost und West eingesetzt. Sie kommt jetzt schrittweise bis 2025. Und ich bin froh, dass wir zum 1. Januar 2021 die Grundrente einführen. Sie kommt vor allem den Männern und Frauen zugute, die nach der Wende neu anfangen mussten, oft in Jobs mit niedrigen Löhnen. 30.000 bis 50.000 Rentnerinnen und Rentner werden in unserem Land die Grundrente bekommen, sagte die Minister­präsidentin. Dies sei auch ein Beitrag zur Anerkennung von Lebens­leistungen.

Weichen für weitere Wirtschaftsentwicklung richtig gestellt - weitgehend intakte Umwelt einer der größten Schätze des Landes

Die Weichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes seien richtig gestellt. Neben den traditionellen Branchen Tourismus und Schiffbau habe das Land einen strategischen Schwerpunkt in der Gesund­heits­wirt­schaft gelegt. Das Land sei einer der Vorreiter bei den erneuerbaren Energien. Die Wasserstoff­wirtschaft biete Mecklenburg-Vorpommern Chancen in der Zukunft.

Einer der größten Schätze des Landes sei die weitgehend intakte Umwelt. Heute haben wir in Mecklenburg-Vorpommern drei Nationalparks, drei UNESCO-Biosphären­reservate und sieben Naturparks. Damit steht ein Drittel der Landesfläche unter Schutz, so viel wie in keinem anderen Bundesland, hob Schwesig hervor. Ich freue mich, dass sich insbesondere viele junge Menschen für Klimaschutz und die Umwelt engagieren. Mit der Gründung eines Rats für Umwelt und Nachhaltigkeit ermöglichen wir, dass sich junge Menschen ganz konkret bei diesem Thema beteiligen. Die Natur macht aus Mecklenburg-Vorpommern unser Land zum Leben, in dem wir gern leben. Und sie macht aus unserem Land das Urlaubsland Nummer eins in Deutschland.

Zukunftsaufgaben gemeinsam angehen

Schwesig appellierte daran, auch die Aufgaben der Zukunft gemeinsam anzugehen: Was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, haben wir gemeinsam erreicht. Was wir in Zukunft erreichen wollen, werden wir ebenfalls nur gemeinsam erreichen. Wir haben alles, was wir für eine gute Zukunft brauchen: die Menschen, die Unternehmen, die Landschaft, die Infrastruktur, die Ideen und den Zusammenhalt. Ich bin dankbar und stolz auf das, was wir in 30 Jahren Mecklenburg-Vorpommern zusammen geschafft haben. Und ich freue mich auf die nächsten 30 Jahre.

Festakt mit feierlichem Rahmen

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Moderator Peter Kranz und Goalballer Reno Tiede

Moderator Peter Kranz und Goalballer Reno Tiede

Moderator Peter Kranz und Goalballer Reno Tiede

Der Festakt zum 30-jährigen Bestehen des Landes wurde musikalisch vom Landes­polizei­orchester und dem Film "30 Jahre MV" begleitet. Unter der Moderation von Peter Kranz gab es eine Talkrunde mit den Gästen Reno Tiede (Goalballer und Träger des Landes­verdienst­ordens), Katharina Clausohm (Geschäfts­führerin der Clausohm Software GmbH und Frau des Jahres 2020) und Dietrich Lehmann (Gründer des Jahres 1990 und Geschäfts­führer der ME-LE Energietechnik GmbH, Vizepräsident des Unternehmer­verbands Vorpommern e.V.).