Weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Ministerin Hesse: Es geht nicht darum, eine hohe Anzahl von Anträgen zu bewilligen

Nr.027-19  | 11.02.2019  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Bildungsministerin Birgit Hesse hat die Kritik an einer angeblich fehlenden sonderpädagogischen Förderung für Schülerinnen und Schüler zurückgewiesen. Nach Ansicht der Landtagsopposition werden immer mehr Anträge auf sonderpädagogische Förderung abgelehnt und den Schülerinnen und Schülern wird somit die dringend notwendige sonderpädagogische Förderung verwehrt.

„Es geht nicht darum, eine möglichst hohe Anzahl von Anträgen auf sonderpädagogische Förderung zu bewilligen, sondern den Schülerinnen und Schülern eine sonderpädagogische Förderung zukommen zu lassen, die sie auch wirklich brauchen“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Eine Schülerin oder ein Schüler erhält diese Förderung, wenn ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert wurde. Die Diagnostik erfolgt seit dem Schuljahr 2014/2015 nach landesweit einheitlichen und verbindlichen Standards. Ziel dieser Standards ist es, sonderpädagogischen Förderbedarf besser als früher von pädagogischem Förderbedarf abzugrenzen“, erklärte Hesse. Dies entspreche auch der Festlegung in der Inklusionsstrategie.

Seit dem Schuljahr 2014/2015 stehen den Staatlichen Schulämtern als Grundausstattung für Zuschläge jährlich 7.640 Lehrerwochenstunden für pädagogische, sonderpädagogische und inklusive Maßnahmen zur Verfügung. Diese werden unabhängig von der Schülerzahl bereitgestellt, so sieht es die Unterrichtsversorgungsverordnung vor. Darüber hinaus stellt das Land weitere Lehrerwochenstunden zur Umsetzung von pädagogischen, sonderpädagogischen und inklusiven Maßnahmen zur Verfügung. Diese sind ebenfalls von der Schülerzahl unabhängig.

„Die Behauptung, es würde zu Lasten von Schülerinnen und Schülern gespart, ist eine falsche Tatsachenbehauptung“, so Bildungsministerin Birgit Hesse. „Wenn die Quote der sonderpädagogischen Förderung sinkt, verringert sich damit nicht die Stundenzahl, die dafür zur Verfügung steht. Die Stunden können für diejenigen Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden, für die sie wichtig sind. Ich lade hier ausdrücklich ein, genauer hinzusehen und rege die Rückkehr zu einer sachlichen Debatte an“, mahnte Hesse.

Schuljahr

Anzahl von Anträgen zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs

Lernen

emotionale und soziale Entwicklung

Sprache

2014/2015

1253

1144

458

2015/2016

1258

919

371

2016/2017

1167

1018

372

2017/2018

1273

1070

317

 

 

Schuljahr

Anzahl bewilligter Anträge – sonderpädagogischer Förderbedarf

Lernen

emotionale und soziale Entwicklung

Sprache

2014/2015

814

749

233

2015/2016

747

567

228

2016/2017

674

689

233

2017/2018

751

560

169

 

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