Ganztagsschule

Mecklenburg-Vorpommern hat ein dichtes Netz an Ganztagsschulen und vollen Halbtagsgrundschulen. Die Landesregierung treibt den Ausbau des ganztägigen Lernens voran. Schritt für Schritt nehmen mehr Schulen die Arbeit als Ganztagsschule oder volle Halbtagsgrundschule auf. Bis zum Jahr 2021 soll es bis zu 10.000 zusätzliche Ganztagsplätze geben. Ganztagsangebote sind wichtig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Schülerinnen und Schüler, die in ländlichen Regionen leben, müssen den Nachmittag nicht allein zu Hause verbringen, sondern können gemeinsam mit Gleichaltrigen an Angeboten teilnehmen.

In einem Klassenraum stehen Schülerinnen und Schüler in einem Kreis und hören ihrer Lehrerin zu. Foto: Jens BüttnerDetails anzeigen
In einem Klassenraum stehen Schülerinnen und Schüler in einem Kreis und hören ihrer Lehrerin zu. Foto: Jens Büttner

Ganztägiges Lernen in Bad Kleinen: „Streitschlichter“ an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Schweriner See“, Foto: Jens Büttner

Ganztägiges Lernen in Bad Kleinen: „Streitschlichter“ an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Schweriner See“, Foto: Jens Büttner

Ganztägiges Lernen: Welche Formen gibt es?

Volle Halbtagsgrundschule

Klasse 1 bis 4: Grundschulen mit festen Öffnungszeiten, die zusätzlich zum Pflichtunterricht weitere pädagogische Angebote in den Tagesablauf integrieren

Offene Ganztagsschule

Klasse 5 bis 10: Einzelne Schülerinnen und Schüler können auf Wunsch an den ganztägigen Angeboten teilnehmen. Für die Schülerinnen und Schüler ist ein Aufenthalt, verbunden mit einem Bildungs- und Betreuungsangebot in der Schule, an mindestens drei Wochentagen im Umfang von täglich mindestens sieben Zeitstunden möglich.

Teilweise gebundene Ganztagsschule

Klasse 5 bis 10: Ein Teil der Schülerinnen und Schüler (z. B. einzelne Klassen oder Klassenstufen) verpflichtet sich, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.

Gebundene Ganztagsschule

Klasse 5 bis 10: Alle Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.

Qualität der Ganztagsangebote verbessern

Schulen, die zum jeweils nächsten Schuljahr ihre Organisationsform verändern oder den ganztägigen Betrieb aufnehmen möchten, müssen einen Antrag beim zuständigen Staatlichen Schulamt stellen. Neben dem Ausbau des Schulnetzes will die Landesregierung die Qualität der Ganztagsangebote verbessern. Jede ganztägig arbeitende Schule erhält vom Schuljahr 2018/2019 an ein Grundbudget in Höhe von 2.500 Euro, um Kooperationspartner in den Schulbetrieb einbinden zu können. Darüber hinaus haben Schulen die Möglichkeit, das Finanzbudget für Kooperationspartner zu erweitern.

Kooperationen sorgen für abwechslungsreichen Schulalltag

Ganztägiges Lernen macht neue Lernformen möglich: Vereine, Verbände und Institutionen aus den Bereichen Jugendarbeit, Sport, Kultur, Bildung und Umwelt können Ganztagsangebote an Schulen gestalten. Eine neue Online-Kontaktbörse will Schulen und Kooperationspartner zusammenbringen. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und dem THW ausgebaut werden. Das Ziel ist es, die Vielfalt der Ganztagsangebote zu erhöhen, damit der Schulalltag für Schülerinnen und Schüler abwechslungsreicher wird.

Serviceagentur „Ganztägig lernen“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ unterstützen Schulen, die ganztägige Bildungsangebote entwickeln, ausbauen und qualitativ verbessern wollen. Die Serviceagentur ist ein Angebot der RAA M-V in Waren/Müritz und wird durch das Bildungsministerium finanziert. Lehrerinnen und Lehrer finden dort auch viele Angebote von Kooperationspartnern für das ganztägige Lernen.

Ganztagsschulportal

Wie machen es die anderen? Und sind wir auf dem richtigen Weg? Das fragen sich viele Lehrerinnen und Lehrer an Schulen mit Ganztagsangeboten. Das Portal www.ganztagsschulen.org des Bundesministeriums für Bildung und Forschung greift solche Fragen auf, zeigt Schulen und Lehrkräfte im Porträt. Lehrerinnen und Lehrer erhalten dort Anregungen zur Lernkultur und zur Unterrichtsentwicklung. Außerdem können sie über den Tellerrand in andere Länder blicken.

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 2
Referat 202
Werderstraße 124
19055 Schwerin
Birgit Bomhauer-Beins
Telefon: 0385 588-7222

Publikationen und Dokumente

Erlasse

Ganztägiges Lernen an öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

vom 28. März 2018

Sonstiges

Vereinbarung Kooperationsinitiative für ganztägiges Lernen in Mecklenburg-Vorpommern