Aktionsprogramm „Stark machen und Anschluss sichern“

Die Corona-Pandemie hat das Schulleben mit Präsenzunterricht stark eingeschränkt. Homeschooling und Distanzlernen haben dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche auf Vieles verzichten mussten, was einen normalen und abwechslungsreichen Schulalltag ausmacht. Mit einem breit angelegten Aktionsprogramm setzt die Landesregierung hier an. Ziel ist es, den Übergang ins neue Schuljahr mit vielfältigen Angeboten für Schülerinnen und Schüler zu erleichtern und die pandemiebedingten Einschränkungen der vergangenen Monate schrittweise auszugleichen.

Unter dem Motto „Stark machen und Anschluss sichern“ steht im Schuljahr 2021/2022 (beginnend bereits mit den Sommerferien 2021) ein umfangreiches Maßnahmenpaket bereit, um Schülerinnen und Schülern Unterstützung und Begleitung zur Seite zu stellen, damit sie leichter den Weg in einen geregelten Schul- und Lernbetrieb finden und Zuversicht schöpfen. Bereits jetzt schon bestehende Angebote werden weitergeführt und ausgeweitet und neue unterstützende und begleitende Maßnahmen ergänzt, die direkt bei Kindern, Jugendlichen und Familien ankommen. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler trotz der Pandemie zukünftig ihre Bildungsziele erreichen und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

Das Aktionsprogramm steht auf vier Säulen:

Säule1: „Luft holen“ und Übergang schaffen

Schülerinnen und Schüler können freiwillig auch in den Sommerferien ihr Wissen zu wichtigen Themen festigen. Projekte, sportliche und kulturelle Bildungsangebote machen soziales Lernen wieder möglich, sorgen in den Familien für Erholung und lassen Kraft tanken.  

Zusätzliche Lernförderung

Schülerinnen und Schüler haben in den Sommerferien die Möglichkeit, zusätzliche Lern- und Förderangebote privater Bildungsanbieter in Mecklenburg-Vorpommern kostenfrei in Anspruch zu nehmen. Das außerschulische Lern- und Förderprogramm, das die Landesregierung in 2020 aufgelegt hat und das bereits in den Sommerferien 2020 durchgeführt wurde, wird auch in den Sommerferien 2021 weitergeführt.

Außerschulische kulturelle und soziale Angebote

In den Sommerferien sollen vielfältige außerschulische kulturelle und soziale Angebote stattfinden. Das Land will dazu bereits in den Sommerferien die Möglichkeiten des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark“ stark einbinden. „Kultur macht stark“ ist vom Bund aufgrund der Corona-Pandemie erweitert und verlängert worden. Für den Zeitraum 2018 bis 2022 stellt der Bund deutschlandweit 250 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel werden noch einmal aufgestockt. Diese Fördermöglichkeiten sollen in Mecklenburg-Vorpommern genutzt werden. Kulturinitiativen und Träger der kulturellen Bildung können zusätzliche Angebote machen, die durch den Bund finanziert werden. Das Land stellt Beratungsleistungen zur Verfügung. Kulturelle Bildung trägt dazu bei, Kreativität, die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten.

Freiwillige schulische Ferienangebote

Schulen können Kindern und Jugendlichen Bildungs- und Freizeitangebote auch in den Sommerferien unterbreiten. So haben ganztägig arbeitende Schulen die Möglichkeit, mit ihrem Finanzbudget aus dem Schuljahr 2020/2021, das wegen der Corona-Pandemie nicht ausgegeben werden konnte, vielfältige Angebote mit außerschulischen Partnern zu organisieren. Hierzu besteht für die Schulen allerdings keine Verpflichtung. Voraussetzung sind die dafür erforderlichen Gegebenheiten vor Ort.

Außerschulische Schwimmkurse

Über das Landesprogramm des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung „MV kann schwimmen“ werden in den Sommerferien zusätzliche Schwimmkurse für Kinder im Grundschulalter angeboten. So haben Kinder die Möglichkeit, bis in den Herbst hinein das Schwimmen zu erlernen und ihre Schwimmfähigkeiten zu verbessern.

1. Was ist das Lern- und Förderprogramm 2020/2021?

Schülerinnen und Schülern wird im Zeitraum vom 10.05.2021 bis zum 30.07.2021 die Möglichkeit eröffnet, mit außerschulischen Lern- und Förderangeboten coronabedingt versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen und aktuelle Lerninhalte zu festigen. Die außerschulischen Lern- und Förderangebote können sowohl während der Schulzeit (begleitend/ergänzend zum Unterricht der Schule) als auch während der Ferien in Anspruch genommen werden.

Alle zur Inanspruchnahme berechtigten Schülerinnen und Schüler und deren Eltern werden über die jeweilige Schule mit einem Schreiben der Ministerin detailliert informiert.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert das Programm. Die gesamte Verfahrensabwicklung übernimmt das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI).

2. Was beinhaltet das Lern- und Förderprogramm?

Eine Schülerin oder ein Schüler kann bis zu 30 Förderstunden á 45 Minuten mit einem vom Land finanzierten Förderstundensatz von 12,50 Euro (= max. 375 Euro pro Schülerin oder Schüler) bei einem selbst gewählten außerschulischen Anbieter von Lern- und Förderangeboten in Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch nehmen.

Präsenzangebote stehen dabei immer im Vordergrund. Angepasst an die derzeitige Situation ist aber auch die Wahrnehmung direkt pädagogisch begleiteter onlinebasierter Lern- und Förderangebote der unter Punkt 4 benannten außerschulischen Anbieter möglich.
Sind Präsenzangebote aufgrund einzuhaltender Hygienemaßnahmen ggf. zunächst nur als Einzelförderung möglich, entscheiden die Eltern oder volljährigen Schülerinnen und Schüler selbst, ob ein solches Angebot bei eventuell erforderlicher privater Zuzahlung wahrgenommen werden soll. Es kann auch abgewartet werden, bis die Teilnahme in einer geförderten Kleingruppe in Präsenz möglich wird.

3. Wer kann das Lern- und Förderprogramm in Anspruch nehmen?

Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2020/2021 eine allgemein bildende Schule in öffentlicher oder freier Trägerschaft oder ein Fachgymnasium in Mecklenburg-Vorpommern besuchen.

4. Wer ist berechtigt, diese Lern- und Förderangebote zu unterbreiten?

Anbieter von außerschulischen Lern- und Förderangeboten, die

  • juristische Personen des privaten Rechts sind (z.B. Nachhilfeinstitute) oder Einzelpersonen, die gewerblich oder freiberuflich tätig sind, und
  • in Mecklenburg-Vorpommern ansässig oder niedergelassen sind und die Angebote ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern durchführen.

5. Wie kann die Schülerin oder der Schüler am Lern- und Förderprogramm teilnehmen?

Mit einem sogenannten „Berechtigungsschein“.

Schritt 1: Dieser Berechtigungsschein wird beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern angefordert. Hier kann man sich über die Programmseite des LFI ab dem 10.05.2021 mit dem dort vorbereiteten E-Mail-Link den Berechtigungsschein zusenden lassen, ausdrucken und mit den erforderlichen Angaben zur Schülerin/zum Schüler ausfüllen.

Schritt 2: Die Bestätigung des Schulbesuches im Schuljahr 2020/2021 erfolgt durch die Schule. Dafür werden Unterschrift und Stempel der Schule auf dem Berechtigungsschein eingeholt.

Hinweis für die Sommerferienzeit: Ist es aufgrund der Feriensituation nicht möglich, die Bestätigung des Schulbesuches durch die Schule auf dem Berechtigungsschein vornehmen zu lassen, kann stattdessen beim gewählten Anbieter des Lern- und Förderangebotes eine Kopie des entsprechenden Jahreszeugnisses vorgelegt werden.

Schritt 3: Der so ausgefüllte Berechtigungsschein wird bei einem selbst gewählten Anbieter von Lern- und Förderangeboten vorgelegt, das Angebot vereinbart und gestartet.

Schritt 4: Am Ende der Lernförderung wird die Durchführung auf dem Berechtigungsschein mit Unterschrift bestätigt, damit der Anbieter seine Leistung gegenüber dem Land Mecklenburg-Vorpommern ordnungsgemäß abrechnen und seine Vergütung von dort erhalten kann.

6. Wie gestaltet sich das Verfahren für den außerschulischen Anbieter von Lern- und Förderangeboten?

Der Anbieter geht in Vorleistung. Die Berechtigungsscheine der Schülerinnen und Schüler dienen ihm sowohl als Leistungsnachweis als auch als Abrechnungsgrundlage. Die Zugangsberechtigung der Schülerinnen und Schüler muss von der Schule auf dem Berechtigungsschein bestätigt worden sein.

Hinweis für die Sommerferienzeit: Ist es den Eltern, der Schülerin oder dem Schüler aufgrund der Feriensituation nicht möglich, die Bestätigung des Schulbesuches durch die Schule auf dem Berechtigungsschein vornehmen zu lassen, kann stattdessen beim Anbieter eine Kopie des entsprechenden Jahreszeugnisses vorgelegt werden, die dieser bei der Leistungsabrechnung mit einreicht.

Nach Abschluss der Lernförderung bestätigen die Erziehungsberechtigten bzw. die volljährigen Schülerinnen und Schüler mit Unterschrift die vom Anbieter erbrachte Leistung auf den Berechtigungsscheinen. Mit diesen (Sammelabrechnung) wird die Zahlung der Zuwendung beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern beantragt. Die Formulare dazu stehen auf der Programmseite des LFI bereit. Beim LFI erfolgen sodann Prüfung und sofortige Auszahlung der Zuwendung an den Anbieter.
Zwischenabrechnungen sind ab einem Betrag von 1.000 Euro möglich.

Die Fördergrundsätze des Programms sind auf der Programmseite des LFI einsehbar.
Alle für die Leistungsabrechnung und Beantragung der Zuwendung durch den Anbieter der Lern- und Förderangebote erforderlichen Formulare werden dort ebenfalls zur Verfügung gestellt.

7. Kann ich ein bereits privat vertraglich vereinbartes Förderangebot bei einem Anbieter mit dem Berechtigungsschein des Ferien-Lernprogramms verrechnen?

Nein. Bereits bestehende privatrechtliche Verträge über außerschulische Lern- und Förderangebote als auch bereits laufende Lernförderungen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT-Leistung) bleiben von diesem Landesprogramm unberührt. Die Lern- und Förderangebote des Landesprogramms sind in jedem Fall zusätzliche Angebote.

8. Wer bietet in meiner Region außerschulische Lern- und Förderangebote an?

Eine Auswahl regionaler außerschulischer Anbieter von Lern- und Förderangeboten ist über das Angebot „Lernförderung“ im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes unter folgenden Links zu finden:

für die Stadt Schwerin

 

www.but-konto.de

für die Stadt Rostock

für den Landkreis Ludwigslust Parchim

für den Landkreis Nordwestmecklenburg

 

 

www.bildungs-karte.org

für den Landkreis Rostock

für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

für den Landkreis Vorpommern-Greifswald

für den Landkreis Vorpommern-Rügen

 

Säule 2: Behutsam und gestärkt ins neue Schuljahr starten

Schülerinnen und Schüler werden Zeit haben, sich wieder an einen geregelten Schulalltag zu gewöhnen und gemeinsam mit ihren Lehrkräften in Ruhe in das neue Schuljahr starten zu können. Ankommen, sich orientieren und dann gestärkt und gemeinsam die Herausforderungen eines Neustarts annehmen – das ist das Motto.

Anschlusswochen

Ein behutsamer Start in das neue Schuljahr ist das A und O. Die ersten vier Schulwochen nach den Sommerferien werden sogenannte Anschlusswochen sein. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte werden stark gemacht für einen Neustart nach dem kräftezehrenden Schuljahr 2020/2021. Insbesondere jene Schülerinnen und Schüler, die sich nach einem Schulwechsel in eine neue Klassengemeinschaft einfinden und ihre Lehrkräfte erst kennenlernen müssen, sollen hierfür die notwendige Zeit erhalten. Niemand muss Sorge haben, unvorbereitet und mit einem Rucksack voller Defizite starten zu müssen. Eine kurzfristige, überfordernde Aufholjagd von Unterrichtsstoff wird es nicht geben. Ab Woche 5 startet dann das neue „Lern-Schuljahr“ mit Kraft und Zuversicht.

Lernstandserhebungen

In den ersten vier Wochen des Schuljahres, den Anschlusswochen, wird ausgiebig Zeit eingeräumt, um die individuellen Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler zu bestimmen. Die Durchrührung von Tests zur Erhebung der individuellen Lernstände einer Lerngruppe ist zu diesem Zeitpunkt besonders wichtig, damit Lehrerinnen und Lehrer den nachfolgenden Unterricht an den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen ausrichten können. Diese Lernstandserhebungen werden nicht benotet. Außerdem werden die VERA-Kompetenztests 3/6/8 aus dem Schuljahr 2020/2021 jetzt in den Jahrgangsstufen 4,7 und 9 nachgeholt und geben ebenfalls wichtige Informationen für die schülerorientierte Unterrichtsplanung.

Prüfungsvorbereitung

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen 2021/2022 sollen mit Beginn des Schuljahres sofort und klar strukturiert mit der Prüfungsvorbereitung starten können, weil ihr Abschluss unmittelbar bevorsteht. Dazu erhalten die Schulen bis zum Beginn des neuen Schuljahres die entsprechenden Vorabhinweise und Informationen zu prüfungsrelevanten Inhalten für die Schülerinnen und Schüler. Eine Absenkung der Prüfungsanforderungen wird es nicht geben, sondern eine gezielte Eingrenzung der Prüfungsgebiete. Dies ist notwendig, denn für die Abschlussklassen bleibt – anders als für die jüngeren Klassenstufen – nicht viel Zeit, um Versäumtes nachzuholen. Schülerinnen und Schüler der jüngeren Klassenstufen haben mehr Zeit, um im Laufe ihrer Schulzeit mit Unterstützung und Begleitung Lernrückstände gut auszugleichen.

Säule 3: Zusätzliche Begleitung und Unterstützung erfahren

Mit zusätzlicher Förderung und zusätzlichem Personal werden Schulen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützt und Schülerinnen und Schüler im Schulalltag enger begleitet. Neue Bildungsangebote nehmen Jugendliche in den Blick, deren Abschluss gefährdet ist. Außerschulische Angebote sorgen für Abwechslung und stärken soziale Kompetenzen.

Personelle Verstärkung an Schulen

Lehramtsstudierende oder auch ehemalige Lehrkräfte können an Schulen unterstützend tätig werden. Dieses im Schuljahr 2020/2021 aufgelegte Programm soll weitergeführt werden. Die Tätigkeiten der externen Kräfte sollen sich ganz an dem Bedarf der Schule vor Ort orientieren. Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler, die in Gruppen arbeiten, werden in den laufenden Unterricht eingebunden oder leisten zusätzliche individuelle Förderung und geben Nachhilfe.

Zusätzlicher Schwimmunterricht

Für Schülerinnen und Schüler, die in den Schuljahren 2019/2020 und 2020/2021 pandemiebedingt kaum oder gar keinen schulischen Schwimmunterricht wahrnehmen konnten, wird dieser in den kommenden zwei Schuljahren jeweils in der 6. Klasse organisiert und angeboten. Hierfür will das Land 1,6 Millionen Euro der Bundesmittel nutzen, weil in Mecklenburg-Vorpommern Schwimmen eine Kernkompetenz darstellt.

Freiwilliges 10. Schuljahr

Die Einführung eines freiwilligen 10. Schuljahres, die laut Inklusionsstrategie zum Schuljahr 2027/2028 vorgesehen ist, wird vorgezogen. Ab dem zweiten Halbjahr des Schuljahres 2021/2022, also ab Februar 2022, können Schülerinnen und Schüler in einem freiwilligen 10. Schuljahr an Regionalen Schulen und Gesamtschulen einen Abschluss erlangen.  Das Angebot an 20 Schulstandorten ist für Jugendliche der Abschlussklassen und der Vorabschlussklassen (insbesondere des 9. Jahrganges) gedacht, die eine besondere Förderung benötigen, um die Berufsreife zu erlangen.

Zusätzliche außerschulische Lernförderung

Schülerinnen und Schüler haben auch im Schuljahr 2021/2022 die Möglichkeit, bei Bedarf zusätzliche Lern- und Förderangebote privater Bildungsanbieter in Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch zu nehmen. Das außerschulische Lern- und Förderprogramm, das die Landesregierung 2020 aufgelegt hat und das bereits in den Sommerferien 2020 durchgeführt wurde, wird auch im neuen Schuljahr weitergeführt.

Externe Unterstützung

Schulen steht ein Finanzbudget je nach Schülerzahl von 2.500 Euro bis 5.000 Euro zur Verfügung, um externe Unterstützungskräfte in den Schulalltag einbinden zu können. Mit diesen Mitteln können externe Kräfte sowohl für zusätzliche Förderangebote als auch für andere Unterstützungsleistungen, wie z. B. Betreuung und Aufsicht bei Gruppenteilung, bis hin zur Unterstützung im Hausservice, wie etwa die Sicherstellung der Hygienemaßahmen im Schulalltag, vergütet werden.

Außerschulische kulturelle und soziale Angebote

Das Lernen wird durch vielfältige außerschulische kulturelle und soziale Angebote flankiert. Gerade kulturelle Bildung trägt dazu bei, Kreativität, die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten. Das Land will dazu die Möglichkeiten des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark“ auch während des nächsten Schuljahres stärker nutzen.

Säule 4: Kinder und Jugendliche sozial und psychologisch stärken

Die Einschränkungen beim Schulbesuch in der Corona-Pandemie, Homeschooling, Homeoffice, Existenzängste, beengte Wohnverhältnisse und fehlende Freizeit- und Ausgleichsmöglichkeiten haben zu außergewöhnlichen Belastungen in den Familien geführt. Das Land unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Eltern mit besonderen Beratungsangeboten.

Beratungsangebote ausweiten

Neben den eingetretenen Lernrückständen der Schülerinnen und Schülern sind auch psychosoziale Belastungen der Schülerinnen und Schüler und deren Familien aufgrund der Corona-Pandemie zu berücksichtigen. Zur Bewältigung ist es notwendig, die Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in den Staatlichen Schulämtern stehen für Beratung bereit und können Schulen und Eltern weiterhelfen. Das Land baut zudem die Arbeit des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) aus. Eine zentrale Leitstelle mit Sitz im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur soll eingehende Anfragen der Schulen sofort aufnehmen, eine psychologische Erstversorgung sicherstellen und weiterführende Hilfe vermitteln. Zusätzlich wird es mobile schulpsychologische Teams geben, die bei akuten Problemen umgehend vor Ort unterstützen.

Schulsozialarbeit

Um die Rückkehr der Schülerinnen und Schüler in die Schule erfolgreich zu gestalten, ist eine Einbindung von Fachkräften der Schulsozialarbeit vor Ort unerlässlich. Schulsozialarbeit gleicht soziale Benachteiligung aus und trägt zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen bei. Die Fachkräfte der Schulsozialarbeit stehen in direktem Austausch mit den Lehrkräften, die ein besonderes Augenmerk auf sichtbare und auf den ersten Blick vielleicht nicht sichtbare (Verhaltens-)Auffälligkeiten bei den Schülerinnen und Schülern richten. Im Rahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ des Bundes wird es zusätzliche Verstärkung der Schulsozialarbeit geben und im Bereich des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung umgesetzt.

Publikationen und Dokumente

Dokumente

„Stark machen und Anschluss sichern“ Aktionsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern für das Schuljahr 2021/2022