Aktionsprogramm „Stark machen und Anschluss sichern“

Die Corona-Pandemie hat das Schulleben mit Präsenzunterricht stark eingeschränkt. Homeschooling und Distanzlernen haben dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche auf Vieles verzichten mussten, was einen normalen und abwechslungsreichen Schulalltag ausmacht. Mit einem breit angelegten Aktionsprogramm setzt die Landesregierung hier an. Ziel ist es, den Übergang ins neue Schuljahr mit vielfältigen Angeboten für Schülerinnen und Schüler zu erleichtern und die pandemiebedingten Einschränkungen der vergangenen Monate schrittweise auszugleichen.

Unter dem Motto „Stark machen und Anschluss sichern“ steht im Schuljahr 2021/2022 und im Schuljahr 2022/2023 ein umfangreiches Maßnahmenpaket bereit, um Schülerinnen und Schülern Unterstützung und Begleitung zur Seite zu stellen, damit sie leichter den Weg in einen geregelten Schul- und Lernbetrieb finden und Zuversicht schöpfen. Bestehende Angebote werden weitergeführt und ausgeweitet und neue unterstützende und begleitende Maßnahmen ergänzt, die direkt bei Kindern, Jugendlichen und Familien ankommen. Schülerinnen und Schüler sollen trotz Einschränkungen durch die Pandemie ihre Bildungsziele erreichen und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

Das Aktionsprogramm steht auf vier Säulen:

Säule1: „Luft holen“ und Übergang schaffen

Schülerinnen und Schüler konnten auch in den Sommerferien freiwillig ihr Wissen zu wichtigen Themen festigen. Projekte, Freizeit- und Sportangebote haben das Lernen mit anderen wieder möglich gemacht. Sie haben in den Familien für Erholung gesorgt und ließen Kraft tanken.  

Zusätzliche Lernförderung

Schülerinnen und Schüler hatten in den Sommerferien die Möglichkeit, zusätzliche Lern- und Förderangebote privater Bildungsanbieter in Mecklenburg-Vorpommern kostenfrei in Anspruch zu nehmen. Das außerschulische Lern- und Förderprogramm, das die Landesregierung im Jahr 2020 aufgelegt hat und das bereits in den Sommerferien 2020 durchgeführt wurde, wurde auch in den Sommerferien 2021 weitergeführt. Das Land hat bis zu 30 Unterrichtseinheiten pro Schülerin bzw. Schüler mit einem Förderstundensatz von 12,50 Euro finanziert.

Freiwillige schulische Ferienangebote

Schulen konnten Kindern und Jugendlichen Bildungs- und Freizeitangebote auch in den Sommerferien unterbreiten. So hatten ganztägig arbeitende Schulen die Möglichkeit, mit ihrem Finanzbudget aus dem Schuljahr 2020/2021, das wegen der Corona-Pandemie nicht ausgegeben werden konnte, vielfältige Angebote mit außerschulischen Partnern zu organisieren. Hierzu bestand für die Schulen allerdings keine Verpflichtung. Voraussetzung waren die dafür erforderlichen Gegebenheiten vor Ort.

Außerschulische Schwimmkurse

Über das Landesprogramm des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung „MV kann schwimmen“ wurden in den Sommerferien zusätzliche Schwimmkurse für Kinder im Grundschulalter angeboten. Noch bis in den Herbst hinein haben Kinder die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen und ihre Schwimmfähigkeiten zu verbessern.

Säule 2: Behutsam und gestärkt ins neue Schuljahr starten

Schülerinnen und Schüler hatten Zeit, sich wieder an einen geregelten Schulalltag zu gewöhnen. Sie sollten gemeinsam mit ihren Lehrkräften in Ruhe in das neue Schuljahr starten. Ankommen, sich orientieren und dann gestärkt und gemeinsam die Herausforderungen eines Neustarts annehmen – das war das Motto.

Anschlusswochen

Ein behutsamer Start in das neue Schuljahr ist das A und O. Die ersten vier Schulwochen nach den Sommerferien waren deshalb als sogenannte Anschlusswochen vorgesehen. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte wurden stark gemacht für einen Neustart nach dem kräftezehrenden Schuljahr 2020/2021. Insbesondere jene Schülerinnen und Schüler, die sich nach einem Schulwechsel in eine neue Klassengemeinschaft einfinden und ihre Lehrkräfte erst kennenlernen mussten, sollten hierfür die notwendige Zeit erhalten. Niemand sollte Sorge haben, unvorbereitet und mit einem Rucksack voller Defizite starten zu müssen. Eine kurzfristige, überfordernde Aufholjagd von Unterrichtsstoff sollte es nicht geben. In Woche 5 ist das neue „Lern-Schuljahr“ gestartet.

Lernstandserhebungen

In den ersten vier Wochen des Schuljahres 2021/2022, den Anschlusswochen, hatten die Lehrkräfte ausgiebig Zeit, um die individuellen Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler zu bestimmen. Die Durchführung von Tests zur Erhebung der individuellen Lernstände einer Lerngruppe war zu diesem Zeitpunkt besonders wichtig, damit Lehrerinnen und Lehrer den nachfolgenden Unterricht an den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen ausrichten konnten. Diese Lernstandserhebungen wurden nicht benotet. Außerdem wurden die VERA-Kompetenztests 3/6/8 aus dem Schuljahr 2020/2021 in den Jahrgangsstufen 4, 7 und 9 nachgeholt und gaben ebenfalls wichtige Informationen für die schülerorientierte Unterrichtsplanung.

Zusätzliche Fördermaterialien

Mit Beginn des neuen Schuljahres standen insgesamt 2,5 Mio. Euro für zusätzliche Lern- und Fördermaterialien bereit. Die Schulen haben jeweils ein Budget erhalten, das sie für die Beschaffung entsprechender Materialien verwenden können. Es liegt zudem ein Katalog vor, aus dem sie die Materialien auswählen und bestellen können. So soll erreicht werden, dass die Förderangebote passgenau sind und auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt sind. Ein Großteil der Fördermaterialien ist für Kinder und Jugendliche mit fehlenden Basiskompetenzen in den Kernfächern gedacht.

Prüfungsvorbereitung

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen 2021/2022 sollten mit Beginn des Schuljahres sofort mit der Prüfungsvorbereitung starten können, weil ihr Abschluss unmittelbar bevorsteht. Dazu haben die Schulen die entsprechenden Vorabhinweise und Informationen zu prüfungsrelevanten Inhalten für die Schülerinnen und Schüler erhalten. Eine Absenkung der Prüfungsanforderungen gibt es nicht, sondern vielmehr eine gezielte Eingrenzung der Prüfungsgebiete. Dies ist notwendig, denn für die Abschlussklassen bleibt – anders als für die jüngeren Klassenstufen – nicht viel Zeit, um Versäumtes nachzuholen. Schülerinnen und Schüler der jüngeren Klassenstufen haben mehr Zeit vor sich, um im Laufe ihrer Schulzeit mit Unterstützung und Begleitung entstandene Lernrückstände gut auszugleichen.

Säule 3: Zusätzliche Begleitung und Unterstützung erfahren

Mit zusätzlichem Personal werden Schulen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützt. Schülerinnen und Schüler werden im Schulalltag mit zusätzlicher Förderung enger begleitet. Neue Bildungsangebote nehmen Jugendliche in den Blick, deren Abschluss gefährdet ist. Außerschulische Angebote sorgen für Abwechslung und stärken soziale Kompetenzen.

Personelle Verstärkung an Schulen

Lehramtsstudierende, ehemalige Lehrkräfte und weitere externe Vertretungskräfte können an Schulen unterstützend tätig werden. Diese Maßnahme, die im Schuljahr 2020/2021 aufgelegt wurde, wird weitergeführt. Die Tätigkeiten der externen Kräfte orientieren sich ganz an dem Bedarf der Schule vor Ort. Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler, die in Gruppen arbeiten, werden in den laufenden Unterricht eingebunden oder leisten zusätzliche individuelle Förderung und geben Nachhilfe.

Zusätzlicher Schwimmunterricht

Für Schülerinnen und Schüler, die in den Schuljahren 2019/2020 und 2020/2021 pandemiebedingt kaum oder gar keinen schulischen Schwimmunterricht wahrnehmen konnten, wird dieser in den Schuljahren 2021/2022 und 2022/2023 jeweils in der 6. Klasse organisiert und angeboten. Hierfür nutzt das Land 1,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“, weil das Schwimmen in Mecklenburg-Vorpommern eine Kernkompetenz darstellt.

Erweiterte abschlussorientierte Förderung

Die Einführung der erweiterten abschlussorientierten Förderung, die laut Inklusionsstrategie des Landes zum Schuljahr 2027/2028 vorgesehen ist, wird zum zweiten Halbjahr des Schuljahres 2021/2022, also Februar 2022, vorgezogen und erfolgt an 20 Schulstandorten in Mecklenburg-Vorpommern. Das Angebot ist für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und der Vorabschlussklassen (insbesondere des 9. Jahrgangs) an Regionalen Schulen und Gesamtschulen gedacht, die für das Erlangen der Berufsreife einer besonderen Förderung in einem zusätzlichen Schuljahr bedürfen.

Zusätzliche außerschulische Lernförderung

Schülerinnen und Schüler haben auch im Schuljahr 2021/2022 die Möglichkeit, bei Bedarf zusätzliche Lern- und Förderangebote privater Bildungsanbieter in Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch zu nehmen. Das außerschulische Lern- und Förderprogramm, das die Landesregierung erstmals in den Sommerferien 2020 aufgelegt hat und das bereits im Schuljahr 2020/2021 durchgeführt wurde, wird auch im neuen Schuljahr in bewährter Weise weitergeführt. Das Land hat dabei den Förderstundensatz von ehemals 12,50 Euro auf jetzt 18,75 Euro erhöht. Schülerinnen und Schüler können die außerschulische Lernförderung sowohl in der Schulzeit (zusätzlich zum Unterricht) als auch in der Ferienzeit in Präsenz oder online wahrnehmen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Schülerinnen und Schüler derzeit eine allgemein bildende Schule oder ein Fachgymnasium in Mecklenburg-Vorpommern besuchen.

Externe Unterstützung

Schulen steht in Abhängigkeit von ihrer Schülerzahl ein Finanzbudget von 2.500 Euro plus x zur Verfügung, um externe Unterstützungskräfte in den Schulalltag einbinden zu können. Mit diesen Mitteln können externe Kräfte sowohl für zusätzliche Bildungsangebote als auch für andere Unterstützungsleistungen, wie z. B. Betreuung und Aufsicht bei Gruppenteilung, bis hin zur Unterstützung im Hausservice, wie etwa die Sicherstellung der Hygienemaßahmen im Schulalltag, vergütet werden.

Außerschulische kulturelle und soziale Angebote

Das Lernen wird durch vielfältige außerschulische kulturelle und soziale Angebote flankiert. Gerade kulturelle Bildung trägt dazu bei, Kreativität, die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten. Das Land wirbt dafür, insbesondere im Schuljahr 2021/2022 die Möglichkeiten des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark“ stärker nutzen.

Fragen und Antworten zum Thema „Zusätzliche außerschulische Lernförderung im Schuljahr 2021/2022“

1. Was verbirgt sich hinter zusätzlicher außerschulischer Lernförderung im Schuljahr 2021/2022“?

Schülerinnen und Schülern wird im Zeitraum vom 01. September 2021 bis zum 12. August 2022 die Möglichkeit eröffnet, mit vom Land geförderten außerschulischen (Nachhilfe)-Lernangeboten Corona bedingt versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen und aktuelle Lerninhalte zu festigen - zusätzlich zum schulischen Angebot.

Die außerschulischen Lern- und Förderangebote können, selbst organisiert, sowohl während der Schulzeit (begleitend/ergänzend zum Unterricht der Schule) als auch während der Ferien in Anspruch genommen werden. 

Alle zur Inanspruchnahme berechtigten Schülerinnen und Schüler und deren Eltern wurden mit einem Schreiben der Bildungsministerin vom 30. August 2021 - ausgehändigt über die jeweilige Schule - detailliert informiert.

Die zusätzliche außerschulische Lernförderung wird im Rahmen des Aktionsprogramms des Landes Mecklenburg-Vorpommern „Stark machen und Anschluss sichern“ realisiert und über Mittel aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ finanziert.

Die gesamte Verfahrensabwicklung übernimmt das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI). Die entsprechenden Informationen sind zu finden unter https://www.lfi-mv.de/foerderungen/Lern-und-Foerderprogramm/index.html

2. Was beinhaltet die zusätzliche außerschulische Lernförderung?

Eine Schülerin oder ein Schüler kann freiwillig bis zu 30 Förderstunden á 45 Minuten mit einem finanzierten Förderstundensatz von 18,75 Euro (= max. 562,50 Euro pro Schülerin oder Schüler) bei einem von den Eltern bzw. den volljährigen Schülerinnen und Schülern selbst gewählten außerschulischen (Nachhilfe)-Anbieter in Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch nehmen.

Präsenzangebote stehen dabei immer im Vordergrund, aber auch die Wahrnehmung direkt pädagogisch begleiteter onlinebasierter Lern- und Förderangebote der unter Punkt 4 benannten außerschulischen (Nachhilfe)-Anbieter ist möglich.

3. Wer kann die zusätzliche außerschulische Lernförderung in Anspruch nehmen?

Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2021/2022 eine allgemeinbildende Schule in öffentlicher oder freier Trägerschaft oder ein Fachgymnasium in Mecklenburg-Vorpommern besuchen.

4. Wer ist berechtigt, diese Lern- und Förderangebote zu unterbreiten?

Das sind Anbieter von außerschulischen Lern- und Förderangeboten, die

  • juristische Personen des privaten Rechts sind (z.B. Nachhilfeinstitute) oder Einzelpersonen, die gewerblich oder freiberuflich tätig sind, und
  • in Mecklenburg-Vorpommern ansässig oder niedergelassen sind und die Angebote ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern durchführen.

5. Wie kann die Schülerin oder der Schüler an der zusätzlichen außerschulischen Lernförderung teilnehmen?

Mit einem sogenannten „BERECHTIGUNGSSCHEIN“.

Schritt 1: Dieser BERECHTIGUNGSSCHEIN wird durch die Eltern bzw. die volljährigen Schülerinnen und Schüler beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern angefordert: dazu ab 01.09.2021 im Internet auf der Programmseite des LFI https://www.lfi-mv.de/foerderungen/Lern-und-Foerderprogramm/index.html

mit dem dort vorbereiteten E-Mail-Link den BERECHTIGUNGSSCHEIN zusenden lassen, ausdrucken und mit den erforderlichen Angaben zur Schülerin/zum Schüler ausfüllen.

Schritt 2: Die Bestätigung des Schulbesuches im Schuljahr 2021/2022 erfolgt durch die Schule. Dafür werden Unterschrift und Stempel der Schule auf dem BERECHTIGUNGSSCHEIN eingeholt.

Schritt 3: Der so von den Eltern bzw. den volljährigen Schülerinnen und Schüler und der Schule ausgefüllte BERECHTIGUNGSSCHEIN wird bei einem selbst gewählten Anbieter von Lern- und Förderangeboten vorgelegt, das Angebot vereinbart und gestartet.

Schritt 4: Am Ende der Lernförderung wird die Durchführung auf dem Berechtigungsschein mit Unterschrift der Eltern bzw. der volljährigen Schülerinnen und Schüler bestätigt, damit der Anbieter seine Leistung gegenüber dem Land Mecklenburg-Vorpommern beim Landesförderinstitut ordnungsgemäß abrechnen und seine Vergütung von dort erhalten kann.

Mehr ist seitens der Eltern und volljährigen Schülerinnen und Schüler nicht zu tun!

6. Wie gestaltet sich das Verfahren für den außerschulischen Anbieter von Lern- und Förderangeboten?

Der (Nachhilfe)-Anbieter geht in Vorleistung. Die korrekt ausgefüllten BERECHTIGUNGSSCHEINE der Schülerinnen und Schüler dienen ihm sowohl als Leistungsnachweis als auch als Abrechnungsgrundlage.

Nach Abschluss der jeweiligen Lernförderung bestätigen die Eltern bzw. die volljährigen Schülerinnen und Schüler mit ihrer Unterschrift die vom Anbieter erbrachte Leistung auf den BERECHTIGUNGSSCHEINEN. Mit diesen wird die Zahlung der Zuwendung beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern beantragt. Alle dazu erforderlichen Formulare werden auf der Programmseite des LFI bereitgestellt: https://www.lfi-mv.de/foerderungen/Lern-und-Foerderprogramm/index.html

Beim LFI erfolgen sodann Prüfung und sofortige Auszahlung der Zuwendung an den (Nachhilfe)-Anbieter. Zwischenabrechnungen sind ab einem Betrag von 1.000 Euro möglich.

7. Was ist bezüglich einer Lernförderung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT-Leistung) zu beachten?

Eine außerschulische Lernförderung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes kommt nur in Betracht, wenn

  • für die dafür anspruchsberechtigten Schülerinnen und Schüler die Lernförderung über das Lern- und Förderprogramm des Landes bereits vollumfänglich ausgeschöpft wurde und für eine weiterführende Lernförderung die gesetzlichen Voraussetzungen für Leistungen zur Bildung und Teilhabe (BuT) gegeben sind.
  • die gewünschte Lernförderung über die gesetzten Rahmenbedingungen des Lern- und Förderprogramms des Landes hinausgeht und die gesetzlichen Voraussetzungen für Lernförderung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) vorliegen.

8. Wer bietet in meiner Region außerschulische Lern- und Förderangebote an?

Eine Auswahl regionaler außerschulischer Anbieter von Lern- und Förderangeboten ist über das Angebot „Lernförderung“ im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) unter folgenden Links zu finden:

für die Stadt Schwerin

 

www.but-konto.de

für die Stadt Rostock

für den Landkreis Ludwigslust Parchim

für den Landkreis Nordwestmecklenburg

 

 

www.bildungs-karte.org

für den Landkreis Rostock

für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

für den Landkreis Vorpommern-Greifswald

für den Landkreis Vorpommern-Rügen

 

Säule 4: Kinder und Jugendliche sozial und psychologisch stärken

Die Einschränkungen beim Schulbesuch in der Corona-Pandemie, Homeschooling, Homeoffice, Existenzängste, beengte Wohnverhältnisse und fehlende Freizeit- und Ausgleichsmöglichkeiten haben zu außergewöhnlichen Belastungen in den Familien geführt. Das Land unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Eltern mit besonderen Beratungsangeboten.

Beratungsangebote ausweiten

Neben den Lernrückständen der Schülerinnen und Schülern durch die Einschränkungen in der Corona-Pandemie müssen auch psychosoziale Belastungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. Der Zentrale Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) berät und unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen bei schulbezogenen psychologischen Problemen und diagnostischen Fragestellungen. Durch ein neues Mehrebenenkonzept stellt das Land die Arbeit des ZDS dezentraler auf, damit die Hilfe direkt in den Schulen ankommt. Der ZDS wird mit zusätzlichen 36 neuen Stellen ausgestattet, wodurch schnelle Hilfe – telefonisch oder vor Ort – abgesichert wird. Hinzu kommt eine zentrale Leitstelle mit Sitz im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die Leitstelle wird eingehende Anfragen der Schulen sofort aufnehmen, eine psychologische Erstversorgung sicherstellen und weiterführende Hilfe vermitteln. Zusätzlich wird es mobile schulpsychologische Teams geben, die bei akuten Problemen umgehend vor Ort unterstützen.

Zusätzliche schulpsychologische Unterstützung an Schulen

Ergänzt wird das bestehende System durch neue Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, die fest an ausgewählten Schulen tätig sind, an denen ein Familienklassenzimmer oder eine Schulwerkstatt eingerichtet ist oder die selbst eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Verhalten sind. Dadurch werden interdisziplinäre Teams fest an Schulen installiert und eine bessere Begleitung und Beratung für verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Eltern wird abgesichert. Das Land erweitert zudem das Betriebliche Gesundheitsmanagement für Lehrkräfte sowie Schulleitungen um neue Stellen im Bereich der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie. Darüber hinaus wird es auch zusätzliche Schulpsychologinnen und Schulpsychologen geben, die auf den Bereich der beruflichen Schulen spezialisiert sind.

Arbeitsmaterialien und Trainingsprogramme

Um Beschäftigte an Schulen im Umgang mit den pandemiebedingten Begleiterscheinungen zu unterstützen, verfügt der ZDS über ein Budget in Höhe von 3 Millionen Euro. Diese Mittel stehen allen öffentlichen und freien Schulen zur Verfügung, um Arbeitsmaterialien und Trainingsprogramme zur Förderung psychosozialer Kompetenzen zu beschaffen. Ein Katalog mit entsprechenden Materialien für die Schulen liegt vor. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDS eine weiterführende Qualifizierung zur Schulung ihrer Beratungskompetenzen z. B. im Bereich Umgang mit Ängsten, sexualisierter Gewalt und Emotionsregulation.

Schulsozialarbeit

Um die Rückkehr der Schülerinnen und Schüler in die Schule erfolgreich zu gestalten, ist eine Einbindung von Fachkräften der Schulsozialarbeit vor Ort unerlässlich. Schulsozialarbeit gleicht soziale Benachteiligung aus und trägt zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen bei. Die Fachkräfte der Schulsozialarbeit stehen in direktem Austausch mit den Lehrkräften, die ein besonderes Augenmerk auf sichtbare und auf den ersten Blick vielleicht nicht sichtbare (Verhaltens-)Auffälligkeiten bei den Schülerinnen und Schülern richten. Im Rahmen des Bundesprogramms „Aufholen nach Corona“ soll es eine Verstärkung der Schulsozialarbeit geben. Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt im Bereich des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung.

Publikationen und Dokumente

Dokumente

„Stark machen und Anschluss sichern“ Aktionsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern für das Schuljahr 2021/2022

Erlasse

Maßnahmen zur Gewährleistung der Unterrichtsversorgung an den öffentlichen Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch den Einsatz externer Vertretungskräfte

vom 10. August 2016, letzte Änderung vom 28. Juli 2021