Immaterielles Kulturerbe

Reetgedecktes Haus in Wustrow, FischlandDetails anzeigen
Reetgedecktes Haus in Wustrow, Fischland

Reetgedecktes Haus in Wustrow, Fischland

Reetgedecktes Haus in Wustrow, Fischland

Die UNESCO-Konvention zum Immateriellen Kulturerbe ist am 9. Juli 2013 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen regional verankerte Bräuche, Rituale, Feste, Lieder, Musiktraditionen, Theater und Tänze, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie traditionelle Handwerkstechniken und Handwerkstraditionen. Geplant ist, dass das bundesweite Verzeichnis von Jahr zu Jahr wächst und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar macht. 

 

Landestraditionen im bundesweiten Verzeichnis

Beim ersten Bewerbungsverfahren im Dezember 2014 wurden das Reetdachdecker-Handwerk und das Malchower Volksfest in das bundesweite Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Das Eindecken von Dächern mit Reet ist eine der ältesten Techniken beim Hausbau. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer gab es bereits um 4000 v. Chr. Das Malchower Volksfest wurde ausgewählt, weil es ein Volksfest von Bürgern für Bürger mit sehr langer Tradition ist und ein genreübergreifendes Programm mit Tanz, Musik, Brauchtum, Trachten und Uniformen bietet. Im zweiten Bewerbungszyklus folgten 2016 das Barther Kinderfest und das Darßer Tonnenabschlagen.

 

Weitere Vorschläge für immaterielles Kulturerbe

Bis zum 15. April 2018 mussten die Länder eine Vorauswahl treffen und die Vorschläge an die Kulturministerkonferenz übermitteln. Die Bundesländer durften jeweils vier Vorschläge unterbreiten. Dazu waren acht weitere Vorschläge möglich, die für den Fall greifen, dass andere Bundesländer ihr Kontingent nicht ausschöpfen. Die Vorschläge der Länder werden dann von einem Expertenkomitee, das durch die Deutsche UNESCO-Kommission einberufen wurde, evaluiert. Die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien treffen voraussichtlich im Frühjahr 2019 die Entscheidung, welche Vorschläge in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes übernommen werden.

Folgende Traditionen bewerben sich für Mecklenburg-Vorpommern:

  1. die Bewahrung und Nutzung der Zeesboote in der Mecklenburg-Vorpommerschen Boddenlandschaft
  2. die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Haustüren
  3. die Stralsunder Wallensteintage
  4. das Brauchtum des Martensmannes
  5. das Spiel auf der diatonischen Handharmonika
  6. die Feldziegelei, Meilerbrand, Ziegelei-Handwerk
  7. „Das Mecklenburger Alphorn, Erhaltung Mecklenburgischer Naturtonmusik mit heimischen Alphörnern“

Der nächste Bewerbungszyklus startet am 1. April 2019. Letzter Abgabetermin für neue Anträge wird voraussichtlich für alle Vereine, Institutionen und Einzelpersonen der 30. Oktober 2019 sein. Vorschläge können im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingereicht werden.

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 4
Referat 440
Werderstraße 74
19055 Schwerin
Postanschrift
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 4 - Kultur
Werderstraße 124
19055 Schwerin
Referatsleiter
Dr. Karl-Reinhard Titzck
Telefon: 0385-588 7440
Telefax: 0385-588 7087