Schulkongress 2017: Qualitätsverbesserung durch Evaluation in der Schule

Ministerin Hesse: Jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand stellen

Nr.220-17  | 04.12.2017  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Bildungsministerin Birgit Hesse hat nach dem Schulkongress am Wochenende in Rostock ein positives Fazit gezogen. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter haben über die Evaluation und Weiterentwicklung in der Schule beraten. Der Kongress, der vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) organisiert wurde, stand unter der Überschrift „Zwischen Qualitätsoffensive und Analysewahn“.

„Über den eigenen Unterricht und über die Atmosphäre, die in den Klassen herrscht, zu reflektieren und dabei jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand zu stellen, bedeutet nicht, dass man über die bislang geleistete Arbeit richtet“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Aber es ist ein Zeichen von pädagogischer Souveränität, von Stärke und von der Bereitschaft zu Teamwork, wenn man seinen Klassenraum nicht hermetisch verschließt, sondern die Tür demonstrativ öffnet. Wie das gehen kann, haben einige Schulen beim Schulkongress eindrucksvoll gezeigt. Ich danke allen, die sich an dieser Präsentation beteiligt haben“, betonte Hesse.

Prof. Dr. Wolfgang Beywl von der Fachhochschule Nordschweiz ging in seinem Gastvortrag darauf ein, wie Evaluationen in der Schule, vor allem aber auch im Unterricht sinnvoll gestaltet werden können und welche Chancen sich daraus für das Lehrerkollegium ergeben können. Der Aufwand für interne Evaluationen sei dann gerechtfertigt, wenn diese zu Verbesserungen bis auf die Unterrichtsebene führten und die Ergebnisse für Außenstehende glaubwürdig seien, so Beywl. Um den Aufwand für Lehrkräfte gering zu halten, hat das Land die interne und die externe Evaluation praxis- und alltagstauglich geregelt und konzipiert.

„Ein Beispiel für diese Neuausrichtung ist das seit einiger Zeit durchgeführte Verfahren der eintägigen Evaluation“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Ziel ist es, dass ein umfassendes typisches Bild der Schule und damit auch ein typisches Bild der Arbeit erkennbar werden. Auch die Sichtweise von Schülerinnen und Schülern, von Eltern, des Kollegiums sowie der Schulleitung fließt in die Evaluation ein. Ich wünsche mir, dass sich künftig weitere Lehrerinnen und Lehrer an der Evaluation beteiligen und danke allen, die am ersten Adventswochenende nach Rostock gekommen waren, um über dieses Thema so aufgeschlossen zu diskutieren“, lobte Hesse.