Christian Pegel: „Ländliche Gestaltungsräume gemeinsam voranbringen“

Nr.252/17  | 20.10.2017  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Landesentwicklungsminister Christian Pegel begrüßt die Initiative der IHK zu Schwerin, in den Ländlichen Gestaltungsräumen Westmecklenburgs mit der Wirtschaft über die Perspektiven dieser Räume zu diskutieren. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer sind besonders wichtig für die Zukunft dieser Regionen, deren Wirtschaftskraft derzeit unter dem Landesdurchschnitt liegt“, sagt der Minister.

In landesweit vier Modellregionen - Goldberg, Tribsees, Loitz sowie Eggesin/Ferdinandshof/Torgelow/ Ueckermünde – wollen die Akteure vor Ort mit Unterstützung der Landesregierung Strategien zur gemeinsamen Entwicklung der Grundzentren und ihrer Umlandgemeinden erarbeiten. Die prioritären Projekte sollen dann umgesetzt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen allen Ländlichen Gestaltungsräumen zu Gute kommen.

Christian Pegel hat in den vergangenen Wochen die vier Modellregionen besucht und mit den Bürgermeistern sowie Vertretern der Gemeindeverwaltungsämter die Stärken und Schwächen ihrer Regionen erörtert. Die Ergebnisse dienten auch zur Vorbereitung der zweiten Sitzung der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) zur Entwicklung der Ländlichen Gestaltungsräume am 11.Oktober, bei der sich die vier Modellregionen vorstellten. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Initiativen der Regionen ressortübergreifend zu unterstützen.

„Die Treffen waren überaus konstruktiv“, sagt Christian Pegel. „Die Bürgermeister haben berichtet, wo konkret in ihrer Gemeinde der Schuh drückt und auch gleich erste Ideen vorgetragen, wie man dieser Sorgen Herr werden könnte.“ Viele Probleme teilen sie: leere Gemeindekassen, das Verschwinden von Infrastruktur wie Geschäften, Arztpraxen, Schulen und Verkehrsanbindungen durch sinkende Einwohnerzahlen und Überalterung, Hemmnisse bei der baulichen Entwicklung ihrer Orte.

„Aber auch positive Ansätze wurden diskutiert. So berichteten einige Bürgermeister, dass in ihren Gemeinden z. B. kaum Wohnungen und Gebäude leer stehen. Häufig würden Auswärtige Häuser kaufen, sanieren und als Zweitwohnsitz nutzen. Und auch wirtschaftliche Initiativen sind zu beobachten, sowohl im Tourismus als auch im Dienstleistungs-, Handwerks- und sogar industriellen Bereich“, hebt Christian Pegel hervor.

Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass sie künftig sehr viel stärker gemeindeübergreifend zusammenarbeiten wollen und müssen, um die vorhandenen Ansätze und Potenziale zu vernetzen und sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Erforderlich sei auch eine stärkere Zusammenarbeit mit und zwischen den anderen Akteuren vor Ort wie z. B. Unternehmern.

„Die Vorschläge und Probleme, die benannt wurden, werden jetzt vor Ort gemeinsam mit den Fachleuten aus den Ministerien und den Landkreisen bearbeitet, konkrete Projekte sollen angeschoben und daraus abgeleitet Empfehlungen für alle ländlichen Gestaltungsräume erarbeitet werden “, erklärt Christian Pegel die weiteren Schritte. Er geht davon aus, dass im kommenden Jahr mit der Umsetzung erster konkreter Vorhaben und Projekte begonnen wird.

Hintergrund 

90 Prozent der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns, in denen 60 Prozent der Einwohner leben, sind ländliche Räume. Sie sind besonders von den Auswirkungen der demografischen Entwicklung betroffen. Dies gilt insbesondere für die Ländlichen Gestaltungsräume – erstmals im Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) 2016 gesondert ausgewiesene Teilräume, die in ihrer demografischen wie in ihrer Wohlstands- und Wirtschaftsentwicklung deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen und somit vor besonderen Herausforderungen stehen. Um diesen vereint zu begegnen, wurde im Juli die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) zur Entwicklung der Ländlichen Gestaltungsräume gegründet. Sie besteht aus den Staatssekretärinnen und Staatssekretären aller Ressorts der Landesregierung einschließlich des Staatssekretärs für Vorpommern sowie den Parlamentarischen Geschäftsführern der Koalitionsfraktionen. Geleitet wird sie vom Chef der Staatskanzlei.

Ihre Aufgabe: mit den Gemeinden der Ländlichen Gestaltungsräume den Handlungsbedarf ermitteln und dann Ansätze und Instrumente für eine Unterstützung durch das Land entwickeln. Besonders zu berücksichtigen sind dabei die Handlungsfelder Mobilität/Erreichbarkeit, Nahversorgung, Gesundheit, Bildung, Kitas/Horte, Kultur sowie Kooperation und Gemeinschaft. Informationen zur Veranstaltung der IHK zu Schwerin „Ideen für „Ländliche Gestaltungsräume“ in Westmecklenburg am 24. Oktober in Warin:

www.ihkzuschwerin.de/standortpolitik/Regional_und_Stadtentwicklung/ihk-vor-ort-am-24-10-2017-in-warin/3855992