Modellversuch Moped-Führerschein mit 15 um zwei Jahre verlängert

Nr.31/18  | 19.02.2018  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verlängert das Modellprojekt „Moped mit 15“ um zwei Jahre. Das gab der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt heute bekannt.

„Das ist eine hervorragende Nachricht“, kommentiert Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel diese Nachricht. „Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, dass unser Bundesland nachträglich in diesen Modellversuch aufgenommen und dieser um zwei Jahre verlängert wird. Dies ist uns im vergangenen Jahr ebenso wie unseren Nachbarn in Brandenburg, gelungen. Es ist nur vernünftig, dass wir noch ein wenig Zeit bekommen, um zu testen, ob und was es unserem Land bringt, wenn junge Leute schon mit 15 statt wie bisher üblich mit 16 Jahren den Mopedführerschein erwerben können.“

Das Modellprojekt „Moped mit 15“ läuft seit 2013 in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 2017 kamen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Es war ursprünglich auf fünf Jahre, bis Ende April 2018 befristet.

In M-V erteilt die Dekra seit 12. Oktober Bewerbern im Alter von 15 Jahren nach bestandener Fahrschulprüfung den Führerschein AM 15 für Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h. Neun Fahranfänger von zehn angetretenen Prüflingen in Mecklenburg-Vorpommern ist dies bis Jahresende 2017 gelungen.

„Herbst und Winter sind nicht die günstigste Jahreszeit für einen solchen Versuch. Dass wir jetzt zwei komplette weitere Jahre dafür bekommen spricht sehr dafür, dass wir auch aussagekräftige Ergebnisse erhalten“, so Christian Pegel. Für ihn ist die Verbesserung der Jugend-Mobilität ein zentraler Baustein, um gleichwertige Lebensverhältnisse vor allem auch im ländlichen Raum zu gewährleisten.“ Angesichts bundesweiter Herausforderungen durch demographische Entwicklungen, nicht kürzer werdender Wege zwischen Wohnstätten 15-Jähriger und deren Schulen oder Ausbildungsstätten und der finanziellen Grenzen, die einem uneingeschränkten ÖPNV rund um die Uhr auch bei uns im Land gesetzt sind, ist dieses Modellvorhaben ein Versuch, selbstbestimmte Mobilität vor allem im ländlichen Raum früher möglich zu machen“, sagt er.

Studien zur Verkehrssicherheit und zum Mobilitätsverhalten haben den Versuch begleitet. Da sie keine eindeutigen Ergebnisse erbracht haben, hat der Bund den Versuch nun verlängert – so wie es die teilnehmenden Länder gefordert hatten. Der Aufforderung des Bundesverkehrsministers, nun weitere Daten zu erheben, will Christian Pegel gern nachkommen: „Gerade im dünner besiedelten ländlichen Raum wird sich gut beobachten lassen, ob der Führerschein mit 15 mehr Mobilität - vor allem durch die jungen Menschen selbstbestimmte Mobilität - möglich macht.“