Aktuell

Pegel stellt Studie in Berlin vor: Mit Experimentierklauseln Sektorkopplung voranbringen

Nr.44/19  | 06.03.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Die Sektorkopplung verspricht, die Energiewende auch auf Mobilität und Wärmeerzeugung zu übertragen. Rechtliche Hürden verhindern aber bislang den wirtschaftlichen Betrieb solcher Verfahren und Anlagen. Experimentierklauseln können Abhilfe schaffen und die Umsetzung der Sektorkopplung ermöglichen, ohne ein neues Förderregime zu etablieren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (Ikem), die das Energieministerium M-V in Auftrag gegeben hat. Heute (6. März 2019) haben Landesenergieminister Christian Pegel und Ikem-Geschäftsführer Simon Schäfer-Stradowsky die Ergebnisse dieser Studie in Berlin vorgestellt.

Mecklenburg-Vorpommern ist Vorreiter bei der Energiewende. Im Jahresmittel erzeugt das Bundesland mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als es verbraucht. In Zeiten von Netzengpässen oder zu geringer Nachfrage müssen Erneuerbare-Energie-Anlagen jedoch abgeregelt werden. Im Jahr 2017 ging so eine Leistung von rund 5.500 Gigawattstunden ungenutzt verloren.

„Es ist eines unser wichtigsten Anliegen, dass die saubere Energie, die bei uns im Land erzeugt wird, auch vollständig genutzt wird. Nur dann wird der weitere Ausbau der erneu­erbaren Energien die erforderliche öffentliche Akzeptanz finden“, sagt Energieminister Christian Pegel und fügt hinzu: „Deshalb ist die Sektorkopplung unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Sie wurde jedoch ausgebremst durch rechtliche Hemmnisse, Strom in anderen Sektoren einzusetzen. Das soll sich dank Experi­mentierklauseln ändern.“

Bislang belasten die Stromnebenkosten den wirtschaftlichen Betrieb von Speichern und Power-to-X-Anlagen, da Steuern und Abgaben auf den über die Netze transportierten Strom sowie das veredelte Endprodukt fällig werden. Die Experimentierklauseln sollen ermöglichen, dass neue Anlagen erprobt werden können, bei denen die Erzeugungsan­lagen, Energiespeicher und Power-to-X-Anlagen virtuell über das Stromnetz gekoppelt sind. „Durch diese Kopplung wird die Stromerzeugung aus volatilen Energieträgern plan­barer. Strom aus erneuerbaren Energien, der nicht innerhalb der Anlagenkopplung genutzt werden soll, kann vorhersehbar in das Netz eingespeist werden. Außerdem verbleibt der Großteil der Wertschöpfung in der Region“, so Christian Pegel.

„Experimentierklauseln bringen die Energiewende voran, ohne sie mit neuen Förderungen zu belasten. Im Gegenteil: Das vorgeschlagene Modell ist eine regulatorische Befreiung. Der Abbau der rechtlichen Hemmnisse verleiht innovativen Geschäftsmodellen einen neuen Schub und schützt so unser Klima“, sagte Ikem-Geschäftsführer Simon Schäfer-Stradowsky.

Mit der Studie liegt ein vollständiger Gesetzesentwurf für Experimentierklauseln vor. „Für eine echte Energiewende muss das Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung der Experi­mentierklausel jetzt eingeleitet werden. Das kann etwa im Bundesrat durch ein Bündnis der Länder erfolgen, die dazu bereit sind“, so Schäfer-Stradowsky. Ein Gesetzgebungsverfah­ren kann zugleich im Bundestag angestrebt werden.

Die Studie richtet sich auch an die Bundesregierung: Teile der Experimentierklauseln lassen sich in die bereits für 2019 geplanten Innovationsausschreibungen inte-grieren. Anknüp­fungspunkte für die Experimentierklauseln können auch die notwendigen Umsetzungen zur Erneuerbaren-Energie-Richtlinie II sein, die zum 30. Juni 2021 fällig werden, und das Auslaufen der Verordnung zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens zur Sammlung von Erfahrungen im Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (Sinteg) im Jahr 2022.

Hintergrund

Für eine erfolgreiche Energiewende muss nicht nur der Stromsektor auf erneuerbare Energien umgestellt werden, sondern auch im Wärme- und Verkehrsbereich müssen diese erheblich stärker genutzt werden. Dies geschieht etwa durch den direkten Einsatz von erneuerbaren Energien, indem zum Beispiel ein Haus mittels Solarthermie beheizt wird. Zusätzlich hilft auch der Einsatz von Strom aus Erneuerbaren, die Energiewende in den anderen Sektoren voranzubringen. Wird dieser sauber erzeugte Strom genutzt, um in anderen Sektoren den Einsatz fossiler Energien zu reduzieren, spricht man von „Sektorkopplung“. Ein Beispiel für die Sektorkopplung ist der Einsatz von Power-to-X-Verfahren, mit denen sauber erzeugter Strom zum Beispiel in Gas umgewandelt und dieses dann als umweltfreundlicher Treibstoff eingesetzt werden kann.

 

Ihre Suchkriterien

  • Suchbegriff: 
  • Bereich:  Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung
  • Zeitraum:   
24.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Studie: Wie ein Dorf von ausschließlich sauberer Energie lebt

Am Montag, 27. Mai 2019, nimmt Energieminister Christian Pegel an der Vorstellung einer Studie zur emissionsfreien Energieversorgung der Unternehmen „Naturwind Schwerin“ und „Exytron“ aus Rostock teil.

24.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Sanierung der A20-Umleitung bei Tribsees kommt gut voran

Der erste Teil der Arbeiten an der Landesstraße 19 vom Kreisverkehr bei Langsdorf bis zur A20-Anschlussstelle Tribsees wird heute abgeschlossen.

24.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Pastow: Förderung für Ausbau des Haubenwegs

Die Gemeinde Broderstorf (Landkreis Rostock) erhält vom Infrastrukturministerium für den Ausbau des Haubenwegs in Pastow 160.000 Euro Fördermittel.

23.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Christian Pegel gratuliert zum Erfolg von Antimüllmonster-Projekt

Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar sind Landesenergiesparmeister 2019.

23.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Gemeinde Zingst erhält Fördermittel für LED-Umrüstung

Die Gemeinde Zingst (Landkreis Vorpommern-Rügen) erhält vom Landesenergieministerium einen Zuschuss in Höhe von 256.500 Euro für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung.

23.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Stralsund: Zuschuss für Umrüstung von Lichtsignalanlagen auf LED

Für die Umrüstung von vier Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet der Hansestadt Stralsund (Landkreis Vor-pommern-Rügen) auf Lichtlösungen auf Basis von LED mit 24 Volt Betriebsspannung erhält die Hanse-stadt vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 56.500 Euro (Fördersatz 50 Prozent).

23.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Fördermittel für neues Wärmekonzept der Hansestadt Rostock

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock erhält vom Energieministerium einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 70.000 Euro für die Erstellung eines inte-grierten Wärmekonzepts „Klimaneutral 2050 – Der Wärmeplan in Rostock“.

23.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Gemeinde Sülstorf erhält Förderung für neue Straßenbeleuchtung

Die Gemeinde Sülstorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhält einen Zuwendungsbescheid in Höhe von etwa 118.000 Euro für die Umstellung der Stra-ßenbeleuchtung auf LED.

22.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

A 20 bei Wismar wird weiter erneuert – Verkehr rollt vierspurig

Zwischen Wismar-Mitte und Zurow wird zurzeit in vier Bauabschnitten einer der ältesten und meistbefahrenen Abschnitte der Autobahn 20 saniert. In den vergangenen Wochen wurde bereits die Fahrbahndecke zwischen dem Autobahnkreuz Wismar und der Anschlussstelle (AS) Zurow in Fahrtrichtung Stettin erneuert.

21.05.2019  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Rostocker Pflegeheim erhält Förderung für Beleuchtungssystem

Das Pflegeheim „Südhus“ in der Rostocker Südstadt erhält einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 35.700 Euro für die Umstellung des Beleuchtungssystems auf LED.