Preisträger Landesbaupreis MV 2012

Herausragende Leistungen heimischer Baukultur geehrt

Am 8. November 2012 wurden die Preisträger des Landesbaupreises Mecklenburg-Vorpommern 2012 im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald geehrt. Von neun Finalisten wurden acht Preisträger geehrt für Bauwerke, die hohen Ansprüchen an Architektur, Funktion und Ausführung gerecht werden.

Der Wettbewerb ist ein wichtiges Element zur Darstellung der Baukultur im Land. Der Preis ehrt Leistungen heimischer Baukultur, die beispielhaft auch weit über die Landesgrenzen hinaus strahlen.

Landesbaupreisträger in der Kategorie "Bausumme ab 500.000 Euro" ist der Neubau ECOLEA Internationale Schule in Schwerin. Mit dem Landesbaupreis in der Kategorie "Bausumme bis 500.000 Euro" wurde der Neubau des Wohnhauses in der Stralsunder Papenstraße 11 ausgezeichnet. Neben der Ehrung der Landesbaupreisträger in den beiden Kategorien wurden ein Sonderpreis, zwei Belobigungen und drei Anerkennungen vergeben. (Mehr dazu unter "Informationen über die Preisträger")

Von den 44 eingereichten Bewerbungen hatte eine 11-köpfige Jury neun Projekte in die engere Wahl gezogen. Die eingereichten Beiträge reichten von Wohnhäusern über Schulen bis zu landwirtschaftlichen Betriebsanlagen. Mit dem Baupreis wird die gelungene Zusammenarbeit von Bauherren, Architekten, Ingenieuren, und Handwerkern gewürdigt. Prämiert wurden vorbildliche Bauten, die unter nachhaltigen Gesichtspunkten in ästhetischer, funktionaler, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht hohen Qualitätsansprüchen genügen.

Informationen zu den Preisträgern 2012

Landesbaupreis der Kategorie "Bausumme ab 500.000 Euro"

Neubau ECOLEA Internationale Schule in Schwerin

ECOLEA Internationale Schule SchwerinDetails anzeigen
ECOLEA Internationale Schule Schwerin

ECOLEA Internationale Schule Schwerin, Schelfstraße.

ECOLEA Internationale Schule Schwerin, Schelfstraße.

Es handelt sich um ein Schulgebäude für ein staatlich anerkanntes dreizügiges Gymnasium mit dem Angebot einer speziellen beruflichen Qualifizierung in der Oberstufe. Das ganztägige Lernangebot bedingt eigenständiges und konzentriertes Arbeiten, aber auch Entspannung und kreative Freizeitgestaltung sowie begleitende soziale Betreuung. Der Neubau am Rande der Schweriner Innenstadt überzeugt durch eine schlüssige Übereinstimmung von zeitgemäßer Architektur nach dem Leitbild von "Gartenhäusern" am See und innovativem pädagogischen Konzept. Hier wurden Lern- und Lehrorte so gestaltet, um motiviertes und differenziertes Arbeiten in der Schule zu fördern.

Landesbaupreis der Kategorie "Bausumme bis 500.000 Euro"

Neubau des Wohnhauses Papenstraße 11 in Stralsund

Wohnhaus Papenstraße 11 in Stralsund.Details anzeigen
Wohnhaus Papenstraße 11 in Stralsund.

Wohnhaus Papenstraße 11 in Stralsund.

Wohnhaus Papenstraße 11 in Stralsund.

Das sensibel eingefügte private Wohnhaus gegenüber der Stralsunder Jacobikirche zeigt, welche außerordentliche Qualität zeitgenössische Architektur in Verbindung mit Wohnen in der historischen Altstadt entwickeln kann. Die zwei zur Verfügung stehenden Parzellen sind fast vollständig überbaut, wobei das zweigeteilte Gebäude in seiner Ausbreitung und Höhe die Nachbarbebauung spiegelt. Bei diesem Projekt handelt es sich um ein überraschendes, ökonomisch und ökologisch angemessenes und architektonisch herausragendes Gebäude. Das Wohnhaus ist als Niedrigenergiehaus mit einer Solarkollektoranlage konzipiert.

Sonderpreis zum Landesbaupreis 2012

Neubau Landwirtschaftliches Wohn- und Betriebsgebäude in Rambin

Landwirtschaftliches Wohn- und Betriebsgebäude Rambin. Quelle: Carl Zillich, ArchitektDetails anzeigen
Landwirtschaftliches Wohn- und Betriebsgebäude Rambin. Quelle: Carl Zillich, Architekt

Landwirtschaftliches Wohn- und Betriebsgebäude Rambin. Quelle: Carl Zillich, Architekt

Landwirtschaftliches Wohn- und Betriebsgebäude Rambin. Quelle: Carl Zillich, Architekt

Das Ensemble aus zwei Gebäuden, altem Baumbestand, Kräutergarten und einer Wiese mit befahrbaren Zuwegungen wirkt ungewöhnlich und zugleich selbstverständlich, ebenso autonom wie eingepasst. Die überlegt eingesetzten einfachen und zugleich kostengünstigen Materialien unterstreichen ein gelungenes zeitgemäßes Zusammenfügen von Materialien und Räumen unterschiedlicher Nutzung. Das neue landwirtschaftliche Wohn- und Betriebsgebäude zeigt eindrucksvoll, wie heute Bauen für die Landwirtschaft ästhetische und funktionale, wirtschaftliche und ökologische Ziele zukunftsfähig vereint werden kann.

Belobigung in der Kategorie "Bausumme ab 500.000 Euro"

Neubau "Ludwig-Bölkow-Haus" der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin

"Ludwig-Bölkow-Haus" der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.Details anzeigen
"Ludwig-Bölkow-Haus" der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.

"Ludwig-Bölkow-Haus" der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.

"Ludwig-Bölkow-Haus" der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.

Das Ludwig-Bölkow-Haus ist ein Gebäude, das an exponierter Stelle als Repräsentant der Unternehmen der Region Westmecklenburg/Schwerin steht, sich aber zugleich in den gegebenen städtebaulichen Rahmen einordnet. Diese städtebauliche und architektonische Aufgabe haben die Architekten sehr gut gelöst. Das zeitgemäße Gebäude der IHK zu Schwerin passt sich wie selbstverständlich in seine Umgebung ein, reagiert auf die östlich angrenzende Seenlandschaft und bildet zugleich einen Kontrastpunkt zum Schweriner Schloss, ohne das historische Bild zu beeinträchtigen.

Belobigung der Kategorie "Bausumme bis 500.000 Euro"

Lückenbebauung Scheuerstraße in Wismar

Lückenbebauung Scheuerstraße Wismar.Details anzeigen
Lückenbebauung Scheuerstraße Wismar.

Lückenbebauung Scheuerstraße Wismar.

Lückenbebauung Scheuerstraße Wismar.

In der mittelalterlichen Hansestadt Wismar wurde mit einem Neubau die letzte Häuserlücke der Scheuerstraße geschlossen. Nicht nur der hohe städtebauliche Anspruch, sondern auch moderne energetische Anforderungen, schwierige Baugrundverhältnisse sowie die Problematik des engen, mehrwinkligen Baugrundstücks wurden durch Architekten und Bauherren gelungen umgesetzt. Das Bauvorhaben zeigt, dass innovativer bautechnischer Sachverstand, kreative Lösungen und vor allem Mut zum Bauen auch bei schwierigen Rahmenbedingungen zu sehr erfreulichen Ergebnissen führen können.

Anerkennung zum Landesbaupreis 2012

Umbau und Sanierung Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neukloster – Haus D Internat und Verwaltungsgebäude

Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neukloster, Haus D.Details anzeigen
Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neukloster, Haus D.

Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neukloster, Haus D.

Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neukloster, Haus D.

Die Landesschule in Neukloster ist eine denkmalgeschützte Anlage aus dem 19. Jahrhundert und seit 1975 Schule für Blinde und Sehbehinderte. Das Internats- und Verwaltungsgebäude Haus D wurde behindertengerecht umgebaut und energetisch saniert. Die speziellen Anforderungen für eine blindengerechte Gebäudenutzung wurden durch die Berücksichtigung der Barrierefreiheit und Installation eines gut wahrnehmbaren Leitsystems umgesetzt. Die denkmalgerechte Sanierung der Sichtmauerwerkfassade und die Ergänzung der fehlenden Giebelbauteile erfolgten in Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege.

Anerkennung zum Landesbaupreis 2012

Neubau Max-Hünten-Haus in Zingst

Max-Hünten-Haus Zingst.Details anzeigen
Max-Hünten-Haus Zingst.

Max-Hünten-Haus Zingst.

Max-Hünten-Haus Zingst.

Der Neubau sollte eine passende Ergänzung zum bestehenden Kurhaus im Ort sein. Ein buntes Haus der Bücher, der Neuen Medien und der Fotografie ist entstanden, welches multifunktionale Räume für die Bürger und deren Gäste, aber vor allem auch für die Kinder-, Jugend- und Vereinsarbeit der Gemeinde beherbergt und dabei großen Wert auf den barrierefreien Zugang legt. Bei der Wahl der Materialien und deren Verarbeitung wurde auf Energieeffizienz und eine ökologische Bauweise gesetzt. Die Jury erkennt den Mut der Gemeinde Ostseeheilbad Zingst an, einen selbst finanzierten Neubau für öffentliche Nutzungen zu realisieren.

Anerkennung zum Landesbaupreis 2012

Umbau und Sanierung der Alten Atilleriekaserne in Schwerin

Alte Artilleriekaserne in SchwerinDetails anzeigen
Alte Artilleriekaserne in Schwerin

Alte Artilleriekaserne in Schwerin

Alte Artilleriekaserne in Schwerin

Der ehemalige Pferdestall ist Teil eines Ensembles aus mehreren Gebäuden der alten Artilleriekaserne im Schlossgartenviertel von Schwerin. Zunächst war der ursprüngliche Zustand des großen Raumes wiederherzustellen. Dazu mussten Ein- und Umbauten aus früheren Jahrzehnten abgebrochen und rückgebaut werden. Der neu wiedererstandene dreischiffige, saalartige Raum mit Kreuzkappen-Gewölbe (unverputzt) und zwei Reihen gusseiserner Säulen sollte durch die neue Nutzung in seiner architektonischen Wirkung möglichst wenig eingeschränkt werden. Das ist den Planern auf beeindruckend einfache Weise gelungen.