Berechnung des Wohngeldes

Ob und in welcher Höhe ein Anspruch auf Wohngeld besteht, richtet sich nach drei Faktoren:

  • der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
  • der Höhe der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung und
  • der Höhe des Gesamteinkommens.

Das Wohngeld für einen Haushalt berechnet sich nach einer gesetzlichen Formel, die diese Faktoren berücksichtigt. Eine Orientierung über den Wohngeldanspruch bieten auch die Wohngeldtabellen die auf der vorherigen Seite "Wohngeld" unter "Publikationen und Dokumente" zur Verfügung stehen.

Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder

Als Haushaltsmitglieder werden berücksichtigt:

  • Antragsteller/in,
  • Ehegatte oder eingetragene/r Lebenspartner/in,
  • Partner/in in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft (sog. Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft)
  • Kinder (auch Pflegekinder), Eltern, Großeltern, Enkel,
  • Geschwister, Tante, Onkel, Schwager/Schwägerin, Schwiegereltern- und -kinder

wenn diese Personen Wohnraum gemeinsam bewohnen und ihren Mittelpunkt der Lebensbeziehungen in dem Wohnraum haben, für den Wohngeld beantragt wird.

Außer Betracht bleiben Personen, die eine sog. Transferleistung (Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Hilfe zum Lebensunterhalt) beziehen, bei der Unterkunftskosten berücksichtigt worden sind.

Zu berücksichtigende Miete bzw. Belastung

Die zu berücksichtigende Miete bzw. Belastung berechnet sich (vereinfacht dargestellt) wie folgt:

Mietzuschuss:
Grundmiete
+ kalte Nebenkosten (z. B. für Wasser, Abwasser, Müllabfuhr);
maximal in Höhe des Höchstbetrages

Lastenzuschuss:
Belastung für den Kapitaldienst (insb. Zinsen und Tilgungen)
+ Belastung für die Bewirtschaftung (Grundsteuer + pauschal 36 €/m² [bis 2015: 20 €/m²] Wohnfläche );
maximal in Höhe des Höchstbetrages

Die Kosten für Heizung und Warmwasser bleiben unberücksichtigt.

Es gelten folgende Höchstbeträge für die Bruttokalt-Miete bzw. Belastung.

Die Höchstbeträge sind abhängig von der Mietenstufe, der die Städte ab 10.000 Einwohner bzw. die Landkreise zugeordnet sind. Die Mietenstufen spiegeln dabei das regionale Mietniveau wider: Je höher die Mietenstufe, desto höher die Wohnkosten und desto höher auch die zuschussfähige Miete bzw. Belastung.

In Mecklenburg-Vorpommern gelten ab dem 1.01.2016 folgende Mietenstufen:

Städte ab 10.000 EinwohnerMietenstufeLandkreise (ohne die Städte ab 10.000 Einwohner)Mietenstufe
Anklam2Landkreis Rostock2
Bad Doberan4Ludwigslust-Parchim2
Bergen auf Rügen3Mecklenburgische Seenplatte2
Boizenburg/Elbe3Nordwestmecklenburg2
Demmin2Vorpommern-Greifswald2
Greifswald4Vorpommern-Rügen3
Grevesmühlen3
Güstrow2
Hagenow2
Ludwigslust2
Neubrandenburg3
Neustrelitz2
Parchim2
Pasewalk1
Ribnitz-Damgarten2
Rostock4
Schwerin3
Stralsund3
Waren (Müritz)3
Wismar3
Wolgast3

 

Hier finden Sie die ab 2016 geltenden Mietenstufen als Download.

Höhe des Gesamteinkommens

Es wird das Einkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder in die Wohngeldberechnung einbezogen, welches zum Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwarten ist (Gesamteinkommen).

Zum Einkommen gehören alle steuerpflichtigen Einnahmen (z. B. Erwerbseinkommen, Ausbildungsvergütung, Rente) nach Abzug der Werbungskosten(-Pauschbeträge) sowie bestimmte, im Wohngeldgesetz genannte steuerfreie Einnahmen (z. B. Arbeitslosengeld, Elterngeld, Unterhalt).


Vom Einkommen jedes Haushaltsmitgliedes werden pauschal jeweils 10 % abgezogen, wenn

  • Steuern,
  • Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und/oder
  • Rentenversicherungsbeiträge

geleistet werden.

Für bestimmte Personengruppen (z. B. Alleinerziehende, schwerbehinderte Menschen mit Pflegebedürftigkeit, Unterhalt zahlende Personen) wird anschließend noch ein Freibetrag abgesetzt.