Initiative der Landesregierung M-V zur Stärkung der Digitalisierung in der Wirtschaft

Die digitale Transformation stellt die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und ihre Beschäftigten vor neue Herausforderungen. Ziel der Landesregierung ist es, die Wirtschaft in M-V - ergänzend zum flächendeckenden Breitbandausbau - auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten. Dabei geht es darum,

  • etablierte, vor allem kleine und mittlere Unternehmen, zu unterstützen, von analogen auf digitale Geschäftsprozesse umzustellen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, um sich auch künftig am Markt behaupten zu können,
  • digitale Startups und digitales Unternehmertum zu fördern, damit verstärkt in Mecklenburg-Vorpommern innovative Ideen zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen entwickelt und damit auch etablierten Unternehmen Anregungen und Lösungen für die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse angeboten werden können,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen für die Anforderungen der Digitalisierung aus- und weiterzubilden sowie im Digitalisierungsprozess deren Interessen im Blick zu haben,
  • Forschung und Entwicklung im Bereich der Digitalisierung weiter auszubauen und Industrie 4.0-spezifische Prozessinnovationen einschließlich entsprechender Investitionen zu fördern.

Damit werden neue Wachstumsimpulse für die Wirtschaft gesetzt und Anreiz- und Unterstützungsinstrumente geschaffen, die Unternehmen helfen, wettbewerbsfähig zu werden/zu bleiben.

Dazu ergreift die Landesregierung M-V folgende Maßnahmen:

Entwicklung digitaler Innovationszentren in MV

In Zusammenarbeit mit regionalen Partnern werden vorrangig an Hochschulstandorten, insbesondere an den Universitätsstandorten Rostock und Greifswald, digitale Innovationszentren eingerichtet. Vor allem Gründerinnen und Gründer und Startups mit digitalen Geschäftsideen sollen dort gute Bedingungen vorfinden, um ihre Ideen umzusetzen: mit Bereichen zum gemeinsamen Arbeiten (Co-Working), mit Kreativ- und Werkstatträumen und mit einem "Baukasten" an Unterstützungsangeboten, z.B. Coaching und Beratung zu betriebswirtschaftlichen, rechtlichen oder finanziellen Fragen. Zugleich sollen die digitalen Innovationszentren Raum für den Austausch zwischen der Gründer- und Startup Szene und etablierten Unter-nehmen und anderen Akteuren (z.B. aus der Wissenschaft) bieten. Bestehende Unternehmen können so von der Innovationskraft und dem digitalen Knowhow der "Neuen" und die "Neuen" von der unternehmerischen Erfahrung und den Geschäftsbeziehungen der "Etablierten" profitieren — bis hin zu neuen, gemeinsamen Geschäftsmodellen.

Digitales Innovationsnetzwerk MV

Die Landesregierung will den Austausch und die Zusammenarbeit zur Digitalisierung in der Wirtschaft und die Sichtbarkeit der digitalen Innovationskraft im Land weiter fördern. Dazu soll ein neues Netzwerk für digitale Innovationen/Wirtschaft 4.0 in MV ins Leben gerufen werden. Es soll etablierte "analoge" Unternehmen und "digitale" Startups, d.h. Gründer mit Ideen für Digitalisierungsmaßnahmen oder digitale Geschäftsmodelle, Netzwerke und Verbände, vorhandene Einrichtungen in Wirtschaft und Wissenschaft und die neuen digitalen Innovationszentren miteinander vernetzen, um so einen Innovationsraum MV zu schaffen. Wichtiges Instrument soll ein landesweites digitales Portal sein, das Informationen zum Thema Digitalisierung in der Wirtschaft bietet, Kooperationen zwischen den unterschiedlichen Akteuren anregt und für MV als digitalen vernetzten Innovationsraum national und international wirbt. Das Netzwerk wird zunächst beim Ministerium für Digitalisierung MV angesiedelt.

Einrichtung spezieller, themenorientierter Kompetenzzentren im Bereich der Digitalisierung

Das Land unterstützt die Einrichtung von technologieorientierten Kompetenzzentren:

  • Das Kompetenzzentrum "Industrie 4.0 in der Produktion" bei der Fraunhofer Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP) in Rostock gestaltet Industrie 4.0 Anwendungen branchen- bzw. unternehmensspezifisch aus und baut auf den langjährigen Erkenntnissen und Erfahrungen des IGP auf. Die Hauptaufgabe besteht dabei darin, der Wirtschaft aufzuzeigen, wie die physische, die virtuelle und die vernetzte Welt miteinander verknüpft werden können, um erfolgreich Synergieeffekte im Produktionsprozess zu generieren. Durch sinnvolle Kombination von innovativen Technologien sollen Wege aufgezeigt werden, wie eine Fabrik der Zukunft gestaltet werden kann. Derzeit ist eine Erweiterung der Forschungseinrichtung geplant. Darüber hinaus soll ein Testlabor "Industrie 4.0" errichtet werden, in dem Unternehmen Konzepte, Methoden und Verfahren erforschen und erproben können.
  • Auf Initiative des Landes ist es gelungen, das vom Bund geförderte Projekt "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum"DigiMed & Tour" nach Rostock zu holen. Die Projektträger, ein Konsortium, bestehend aus der IT-Initiative MV, der Universitätsmedizin Rostock, den Hochschulen Stralsund und Neubrandenburg sowie dem Institut für Implantattechnologie und Biomedizin Warnemünde, soll zukünftig die digitale Kompetenz von kleinen und mittleren Unternehmen erhöhen. Es wird über Möglichkeiten, Potentiale und Wege informieren sowie Best-Practice Beispiele im Bereich der Digitalisierung aufzeigen. Schwerpunkte werden Anwendungsfälle der Digitalisierung in den Bereichen Tourismus, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik bilden.

Förderkulisse

Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mit der fortschreitenden Digitalisierung in den Unternehmen werden mehr und vor allem andere Kompetenzen als bisher notwendig. Daher wird es für Unternehmen immer wichtiger, in die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Die Landesregierung wird die Unternehmen im Land hier noch umfassender unterstützen.

Mit der 2017 in Kraft getretenen Qualifizierungsrichtlinie werden neben den bewährten Bildungsschecks erstmals auch Qualifizierungsprojekte von Unternehmen direkt gefördert. Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz, die für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs oder für die Qualifizierung an sich einen externen Dienstleister beauftragen, können mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden. Diese Förderung unterstützt die Unternehmen sowohl bei ihrer individuellen Personal- und Qualifizierungsplanung als auch bei der bedarfsgerechten, berufsbegleitenden Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und trägt dazu bei, dass sie wettbewerbsfähig bleiben. Das Wirtschaftsministerium wird die Richtlinie ändern mit dem Ziel, dass künftig nicht nur Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, sondern alle Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (im Sinne des Gewerbesteuergesetzes) mit überregionalem Absatz eine spezifische Projektförderung erhalten können.

Kontakt

Hausanschrift
GSA ‑ Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH
Schulstraße 1-3
19055 Schwerin
Telefon: 0385-55775 0
Telefax: 0385-55775 40

Förderung von Investitionen in Folge von Prozessinnovationen

Zukünftig soll auch die Förderung von Investitionen möglich sein, die der Umsetzung von Prozessinnovationen dienen (z.B. Maschinen, Anlagen, Robotik, Automatisierungstechnik sowie die erforderliche spezifische Hard- und Software). Kleine und mittlere Unternehmen erhalten eine Zuschussförderung von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben (max. 100.000 Euro). Das Wirtschaftsministerium wird dazu einen neuen Fördertatbestand in seine Richtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation aufnehmen.

Kontakt

TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH
Hagenower Str. 73
19061 Schwerin
Telefon: 0385-3993 165

Förderung von Personalkosten

Kleine und mittlere Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, die die Voraussetzungen der GRW (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) erfüllen, können für 24 Monate Personalkostenzuschüsse in Höhe von bis zu 50 Prozent erhalten, wenn sie zusätzliches Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung einstellen. Diese Förderung soll zu nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung und zusätzlicher Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeit in den Unternehmen beitragen. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, verstärkt ihre Geschäfts- und Produktionsprozesse umzustellen. Aus diesem Grund soll die Richtlinie für kleine und mittlere Unternehmen aus allen Branchen der gewerblichen Wirtschaft (im Sinne des Gewerbesteuergesetzes), sofern die GRW-Voraussetzungen erfüllt werden, geöffnet werden.

Kontakt

Landesförderinstitut M-V
Werkstraße 213
19061 Schwerin
Telefon: 0385-6363 1282; 0385-6363 1473

Schaffung eines Beteiligungs-Fonds

In einem neu aufgelegten Beteiligungsfonds können kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründer bei der Umsetzung von innovativen digitalen Geschäftsmodellen unterstützt werden. Die Landesregierung hilft Finanzierungslücken als zentrales Investitionshemmnis zu überwinden und zusätzliche private Kapitalgeber zu gewinnen. Die Förderung erfolgt branchenoffen als stille Beteiligung. Das Fondsvolumen beläuft sich auf 15 Millionen Euro. Mehr Informationen erhalten Sie unter: https://www-buergschaftsbank-mv.de.

 

Kontakt

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern
Stabstelle Digitalisierung, Internationale Angelegenheiten des Ressorts
Schloßstraße 6-8
19053 Schwerin
Mareike Donath
Telefon: 0385-588 8060
Telefax: 0385-588 8080