Touristische Radfernwege

Auf 2500 Kilometern Fernradweg durch ganz M-V

Der Fahrradtourismus hat große wirtschaftliche Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern. 30 Prozent der Gäste kommen für einen Radurlaub ins Land. Radtouristen können auf neun Radfernwegen mit einer Gesamtlänge von 2.500 Kilometern die Schönheit Mecklenburg-Vorpommerns im doppelten Sinne erfahren. Nähere Informationen zu den einzelnen Routen finden Sie unter:

Erhaltung und Instandsetzung

Für Erhaltung und Instandsetzung der touristischen Radfernwege sind diejenigen Baulastträger zuständig, durch deren Gebiet der Radweg verläuft. Das sind meist die Gemeinden. Verläuft der Radweg entlang einer Straße (straßenbegleitender Radweg), sind in der Regel die Baulastträger dieser Straße zuständig. Das sind Land, Kreise oder Gemeinden.

In den vergangenen Jahren haben Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Mecklenburg-Vorpommern (ADFC MV) sowie einzelne Radfahrer immer wieder den Zustand von Teilen der Radfernwege bemängelt. Um diese Mängel abzustellen, müssen alle Straßenbaulastträger, die für die einzelnen Abschnitte der Radfernwege verantwortlich sind, zusammenarbeiten. Dazu hat das Infrastrukturministerium verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet:

Werkstattgespräche Radverkehr

In den "Werkstattgesprächen Radverkehr" kommen regelmäßig die Hauptakteure des Radverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs zusammen, um Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs – auch des touristischen Radverkehrs – zu diskutieren und abzustimmen.

Koordinierungsgruppe Radfernwege

Das Ministerium hat eine Koordinierungsgruppe Radfernwege initiiert. Mitglieder sind neben dem Ministerium Vertreter der Landkreise, der Straßenbauverwaltung, des ADFC MV, des Initiativkreises Arbeitsgemeinschaft für fußgänger- und fahrradfreundliche Kommunen (AGFK M-V) und des Tourismusverbands (TMV).

Erhaltungsprogramm Radfernwege

Die Landesregierung hat in den Entwurf für den Landeshaushalt 2020/21 Landesmittel in Höhe von insgesamt vier Millionen Euro für ein "Erhaltungsprogramm Radfernwege" aufgenommen. Sie sollen zur Verbesserung von selbständigen Radfernwegen in kommunaler Baulast – die nicht auf der Straße oder straßenbegleitend verlaufen - eingesetzt werden.

Wo und wie die jetzt im Haushaltsentwurf vorgesehenen Mittel eingesetzt werden, ist noch in Abstimmung mit den Partnern vor Ort zu entscheiden.

Gutachten zu den Erhaltungskosten der Radfernwege am Beispiel der Insel Usedom

Um abschätzen zu können, welche finanziellen Mittel für den Erhalt der Radfernwege in M-V notwendig sind, hat das Ministerium das Gutachten "Kostenermittlung für Bau, Erhaltung und Unterhaltung von touristischen Radfernwegen am Beispiel der Insel Usedom" in Auftrag gegeben. Anlass waren die Ergebnisse von Befahrungen durch den ADFC MV und Eingaben anderer Radfahrer zum Zustand einzelner Abschnitte der Fernradwege. Um diese subjektiven Eindrücke in ein mögliches Sanierungs- und Erhaltungsprogramm einordnen zu können, bedurfte es zunächst einer möglichst objektiven Zustandserfassung, um eine Basis für die möglichen Kosten für den Erhalt der Fernradwege zu gewinnen. Diese Zustandserfassung erfolgte durch eine ingenieurtechnische Befahrung.

Eine ingenieurtechnische Befahrung aller Radfernwege in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Länge von mehr als 2500 Kilometern war aus Kapazitäts-, Kosten- und Zeitgründen nicht möglich. Deshalb wurde in einem ersten Schritt beispielhaft 78 Kilometer Radfernwege auf der Insel untersucht – Abschnitte des Radfernwegs Berlin-Usedom und des Ostseeküstenradwegs.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Im Ergebnis der Untersuchung bewertete der Gutachter, das Erfurter Büro Lehmann + Partner, 28,5 Prozent der Strecke als gut. Für 24,7 Prozent sind Unterhaltungsmaßnahmen wie kleinere Reparaturen oder Pflegemaßnahmen erforderlich. Bei 27,9 Prozent der untersuchten Radwege ist eine Deckensanierung notwendig. 19 Prozent müssen grundhaft saniert werden.

Die Gesamtkosten für die Sanierung dieser Abschnitte beziffert das Gutachten auf 10,55 Millionen Euro. Davon entfallen 2,49 Millionen Euro auf reine Radwege und 8,06 Millionen Euro auf kommunale Straßen, die sich Radfahrer und motorisierte Fahrzeuge teilen.

Um ein Gefühl für die möglichen Kosten der Sanierung weiterer Fernradwege im Land zu erhalten wurden modellhaft die Ergebnisse von Usedom auf das Land übertragen. Eine Unwägbarkeit ist hier, dass es keine verlässlichen Zahlen dazu gibt, wie sich die unterschiedlichen Deckschichten und Führungsformen auf das gesamte Fernradnetz verteilen. Zum anderen ist offen, ob der auf Usedom ermittelte Zustand repräsentativ für das übrige Land ist. Dies zugrunde gelegt, rechnet der Gutachter den Erhaltungsbedarf für die touristischen Fernradwege in ganz M-V auf 348 Millionen Euro hoch. Davon entfallen jedoch allein 300 Millionen Euro – das sind 86 Prozent der Kosten – auf Straßen, die Radfahrende und motorisierter Verkehr gemeinsam nutzen und beinhaltet somit die Erhaltung nicht nur des von den Radfahrern genutzten Seitenstreifens, sondern jeweils den Straßenabschnitt über die gesamte Breite.

Das Gutachten soll auch die Basis für weitere und vertiefte Untersuchungen bieten. Das vollständige Dokument können Sie hier herunterladen: