Luca-App für M-V trägt zu Lockerungen im öffentlichen Leben bei

Mecklenburg-Vorpommern setzt als erstes deutsches Bundesland landesweit das Luca-System zur verschlüsselten Kontaktnachverfolgung ein. „Luca“ soll dabei helfen, Kontakte im Fall einer Corona-Infektion nachvollziehen zu können. Die dafür erforderlichen Daten werden sicher gespeichert und verarbeitet. Alle acht Gesundheitsämter sind an das Luca-System angeschlossen. Die Nutzung ist sowohl für Betreiber öffentlicher Einrichtungen als auch für Besucher kostenfrei.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert Luca?

Händler, Gastronomen, Behörden, Kulturtreibende und alle anderen, die mit Publikum zu tun haben, können im Management-Tool „Luca Locations“ ihre Standorte anlegen, QR-Codes erstellen und die Check-ins verwalten.

Besucher dieser öffentlichen Einrichtungen laden die App herunter und geben einmal ihre Kontaktdaten an. Dann erstellt Luca sich permanent ändernde persönliche QR-Codes für die Nutzer und verschlüsselt diese. Zum Check-in bei Veranstaltungen, in der Gastronomie, bei Behörden oder auch bei privaten Treffen lassen die Nutzer entweder diesen Code scannen oder scannen selbst einen ausgelegten QR-Code und checken sich so beim Besuch von Veranstaltungen, in der Gastronomie, bei Behörden oder auch privaten Treffen ein.

Die acht Gesundheitsämter in M-V erhalten einen eigenen Zugang zum Luca-System. Über dieses System können ihre Mitarbeiter auf Kontaktdatenlisten zugreifen und so Infektionsketten zurückverfolgen und schnell unterbrechen.

Private Treffen werden nicht mit dem Gesundheitsamt geteilt. Diese Funktion kann als Gedächtnisstütze genutzt werden.

Was bringt die App? Wozu soll ich sie herunterladen?

Luca wurde ins Leben gerufen, um die Gesundheitsämter zu entlasten und für Betriebe und Gäste einen datenschutzkonformen und sicheren Weg zum Austausch von Kontaktdaten zu bieten. Durch die einheitliche Datenbasis können Kontakte mit Infizierten datenschutzkonform identifiziert und Infektionsketten schnell unterbrochen werden.

Die App ersetzt die meist handschriftliche Eintragung von Kundennamen, -adressen und -telefonnummern in Listen zur Kontaktnachverfolgung, die bislang zum Beispiel in Restaurants oder Kinos auslagen. Diese wurden nicht immer korrekt oder vollständig ausgefüllt. Zudem waren die angegebenen Daten häufig für diejenigen, die sich nachfolgend in der Liste eintrugen, sichtbar. Gesundheitsämter konnten diese handschriftlich gesammelten Daten kaum auswerten.

Mit dem Luca-System ist die Registrierung von Besuchern schnell und sicher in allen Einrichtungen mit Publikumsverkehr anwendbar. Die Daten sind für Betriebe nicht auslesbar und ermöglichen eine verlässliche und datenschutzkonforme Kontaktnachverfolgung. Luca ist somit ein wichtiger Baustein, um in diesen Zeiten Publikumsverkehr wieder stärker zuzulassen.

Ab wann kann ich die App nutzen?

Ab sofort kann Luca in Mecklenburg-Vorpommern verwendet werden. Alle acht Gesundheitsämter sind bereits angeschlossen. In der kommenden Woche werden auch die Zertifikate der Bundesdruckerei zur Authentifizierung verwendbar sein.

 

Wie bekomme ich die App?

Sie kann mit jedem internetfähigen Endgerät (Smartphone, Tablet) kostenlos im Apple App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. Nutzer von Smartphones mit anderen Betriebssystemen können eine Web App nutzen, die über die Luca-Website www.luca-app.de verfügbar ist.

Können nur Smartphonebesitzer Luca nutzen?

Nein. Es besteht die technische Möglichkeit, Ihre Kontaktdaten über ein Kontaktformular beim Händler/Wirt/Gastgeber etc. anzugeben, der diese verschlüsselt speichert.

Sie können den QR-Code auch als Schlüsselanhänger mit sich führen. Der Luca-Schlüsselanhänger ist das analoge Gegenstück zur Luca-App. Er kann z.B. über die Gemeinden, Bürgerämter, Tourismusinformationen erworben werden. Ab April kann er für zwei bis drei Euro plus Versand über www.luca-app.de bestellt werden.

Wie teuer ist die App?

Für die Nutzer – sowohl die Betreiber der öffentlichen Einrichtungen wie auch deren Besucher – ist sie kostenlos.

Die Kosten für die Lizenz und den sicheren Betrieb des Luca-Systems in M-V sowie die sichere Anbindung der Gesundheitsämter durch die Bundesdruckerei werden aus dem MV-Schutzfonds finanziert.

Wie sicher sind meine Daten in der App?

„Sehr, sehr sicher“, sagt der Landesdatenschutzbeauftragte Heinz Müller. Die Daten werden dezentral verschlüsselt,die jeweiligen Schlüssel sind beim Luca-System auf dem Smartphone, bei Betreibern und bei Gesundheitsämtern vorrätig. Die Daten der Nutzer werden dabei dezentral verschlüsselt und können nur nach Freigabe des Nutzers und der Betreiber an die Gesundheitsämter übertragen und dort verschlüsselt werden. Zur Identifikation der Gesundheitsämter dienen Zertifikate der Bundesdruckerei. Eine automatische Löschung der verschlüsselten Daten erfolgt nach jeweils vier Wochen.

Die Daten können nur im Rahmen einer Infektionsnachverfolgung ausgelesen werden. Betroffene Personen können ihre Historie über eine TAN mit dem Gesundheitsamt teilen. Das Gesundheitsamt kann dann bei betroffenen Standorten mit einem Klick die Freigabe der restlichen Check-ins anfragen. Erst nach Freigabe durch den Standort kann das Gesundheitsamt auch die Kontaktdaten der anderen Gäste entschlüsseln und sie ggf. informieren.

Wie wurde die Datensicherheit geprüft?

Vor Abschluss des Vertrages zwischen dem Land M-V und den Entwicklern der App am 5. März 2021 haben bereits das Bundesland Thüringen sowie die Universitäts- und Hansestadt Rostock das System auf Sicherheit geprüft und positiv bewertet. Die nachfolgende Prüfung durch das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung M-V wurde ebenfalls mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Die Analyse erfolgte auf Basis des Sicherheitskonzepts des Betreibers.

Ersetzt Luca die Corona-Warn-App?

Nein. Die zwei Apps zielen auf unterschiedliche Szenarien und nutzen unterschiedliche Methoden:

Die Corona-App läuft immer mit wie ein Radar, nutzt die Bluetooth-Schnittstelle der Smartphones und erkennt bei korrekter Nutzung, ob mein Smartphone in der Nähe des Smartphones von jemandem war, der nun infiziert ist. Allerdings ist Bluetooth nicht zielgenau und erkennt zum Beispiel nicht, ob zwischen beiden Smartphones eine Glasscheibe war, die eine Ansteckung verhindert.

Das Luca-System ermöglicht die datenschutzkonforme An- und Abmeldung zu einer Veranstaltung und spätere Kontaktverfolgung beispielsweise auch, wenn das Smartphone während dieser Veranstaltung ausgeschaltet wird.

Luca und die Corona-Warn-App basieren auf unterschiedlichen Technologien. Beide Systeme können einen wertvollen Beitrag bei der Unterbrechung der Infektionsketten leisten. Wir empfehlen deshalb, beide Apps zu nutzen.

Können sich die Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen und der Gesundheitsämter für „Luca“ schulen lassen?

Ja. Die Entwickler des Systems bieten regelmäßig Schulungen an.

Händler, Gastronomen und Mitarbeiter anderer Einrichtungen mit Publikumsverkehr können sich anmelden über locations@luca-app.de.

Interessenten aus Gesundheitsämtern melden sich bitte an über gesundheitsamt@luca-app.de.

Wer steckt hinter Luca und was haben die „Fantastischen Vier“ damit zu tun?

Das Team hinter der Initiative setzt sich zusammen aus dem Start-up Nexenio, einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts, und Kulturschaffenden wie der Band „Die Fantastischen Vier“. Deren Sänger Smudo erklärt die Motivation dahinter: “Luca kann uns helfen, soziale Kontakte und Treffen mit Anderen auch in Zeiten der Pandemie möglichst nachvollziehbar zu gestalten und zu dokumentieren. Der Besuch von Gastronomie und Kultur, von öffentlichen oder privaten Veranstaltungen gehört zu unserem Leben dazu. Wir brauchen eine Lösung, die funktioniert, die akzeptiert ist und bei der jeder Nutzer weiß, was mit seinen Daten geschieht. Wir sind ein Teil der Kulturszene, aber wir sind auch Eltern, Söhne, Enkel - und damit persönlich betroffen. Wir brauchen gesellschaftliche Kontakte, aber wir brauchen auch die Möglichkeit, diese Pandemie zu begrenzen. Als wir von der Idee für Luca hörten, waren wir begeistert. Und als klar war, dass Luca mehr Support und mehr Öffentlichkeit brauchte, war für uns klar, dass wir an Bord sind.”