JVA-Seelsorger geehrt

25. Siemerling Sozialpreis an Bruder Gabriel verliehen

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Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins, Rainer Prachtl, Bruder Gabriel und Innenminister Lorenz Caffier, der die Laudatio der Justizministerin verlas. Foto: JM

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Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins, Rainer Prachtl, Bruder Gabriel und Innenminister Lorenz Caffier, der die Laudatio der Justizministerin verlas. Foto: JM

Jubiläum beim Siemerling-Sozialpreis. Zum 25. Mal ist er durch die Dreikönigsstiftung in Neubrandenburg verliehen worden. „Dieser Preis ist damit seit 25 Jahren ein wichtiges Signal der Wertschätzung und des Zuspruchs für unermüdliches soziales und kulturelles Engagement. Ich bin dem Dreikönigsverein und der Dreikönigsstiftung sehr dankbar, dass sie den Siemerling-Sozialpreis ins Leben gerufen haben. So rücken Preisträger und deren gute Taten für unsere Gesellschaft in das Bewusstsein der Menschen“, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister anlässlich der Ehrung.

Bruder Gabriel ist 1963 östlich von Berlin geboren worden. Sein katholischer Glaube prägte bereits seine Kindheit und Jugendzeit. Seit 1991 gehört er dem Franziskanerorden an und wechselte an die Ordenshochschule der Franziskaner in Münster. In dieser Zeit hatte er erste Erfahrungen als Seelsorger im Gefängnis sammeln können und es fortan als sein Hobby bezeichnet.

In seinem Leben vor dem Orden hatte er 1980 eine Lehre als Werkstoffprüfer im Zementwerk Rüdersdorf begonnen. Bis 1985 arbeitete er auch dort. Danach erfüllte er sich den Wunsch, Priester zu werden. Er absolvierte das so genannte Spätberufenenseminar, das Männern in der DDR ein Abitur mit dem ausschließlichen Ziel ermöglichte, ein Theologisch-Philosophisches Studium an der Fakultät in Erfurt aufzunehmen. Nach einem Postulat der Franziskaner in Bautzen und Berlin-Pankow sowie Ihrem Noviziat auf dem Kerbschen Berg/Eichsfeld, nahm er 1990 das Theologiestudium in Erfurt auf. Seit 1991 war er im Franziskanerorden.

Nach der Diakonenweihe in Münster, der Priesterweihe in Berlin und seiner Kaplan-Tätigkeit in der Nähe von Osnabrück kam Bruder Gabriel im Jahr 2007 nach Mecklenburg-Vorpommern. „Als Seelsorger ist er heute für die Gefangenen und die Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten in Neubrandenburg, Neustrelitz und Bützow unverzichtbar geworden“, so Justizministerin Hoffmeister. Bruder Gabriel möchte einfach nur da sein, zuhören, trösten. Ihm sei es gleich, ob vor ihm der Vierzehnjährige steht, der in einem Kaufhaus gestohlen hat und zum ersten Mal verschreckt in Untersuchungshaft sitzt, oder der abgebrühte Intensivtäter, der letztlich wegen Totschlags bereits seit Jahren im Gefängnis ist.

Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins, Rainer Prachtl, sagte über den Preisträger: „Bruder Gabriel hat über Jahre hinweg sein soziales, leidenschaftliches und humorvolles Engagement als Seelsorger bewiesen. Er vereinigt auf wunderbare Art und Weise die franziskanischen Tugenden von Demut und Nächstenliebe in sich.“ Bruder Gabriel lässt sich von den christlichen Grundsätzen und Werten leiten. Persönlicher und materieller Erfolg oder Ruhm stünden nie im Vordergrund seines Wirkens, so die Ministerin. Gern hätte sie ihr Dankeschön und ihre Hochachtung persönlich überbracht. Ihre Laudatio hat aus Krankheitsgründen Innenminister Caffier übernommen. Darin ging es auch um die humorvolle Art von Bruder Gabriel. Er selbst empfindet Humor als Türöffner. Einer seiner Lieblingswitze: „Was ist der Unterschied zwischen Beinbruch und Einbruch? – Nach einem Beinbruch muss man liegen; nach einem Einbruch muss man sitzen.“ Bruder Gabriel setzte am Abend der Preisverleihung noch einen nach: „Wie heißt der Nachtisch im Gefängnis? Haftcreme.“

Verleihung des Siemerling-Sozialpreises an JVA-Seelsorger am 27. Februar

Der Siemerling-Sozialpreis wurde bereits zum 25. Mal durch die Dreikönigsstiftung in Neubrandenburg verliehen, erstmals in der Jugendanstalt Neustrelitz. "Dieser Preis ist damit seit 25 Jahren ein wichtiges Signal der Wertschätzung und des Zuspruchs für unermüdliches soziales und kulturelles Engagement. Ich bin dem Dreikönigsverein und der Dreikönigsstiftung sehr dankbar, dass sie den Siemerling-Sozialpreis ins Leben gerufen haben. So rücken Preisträger und deren gute Taten für unsere Gesellschaft in das Bewusstsein der Menschen“, sagte Justizministerin Hoffmeister anlässlich der Preisverleihung. In ihrem Namen überreichte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stellvertretend den Preis. Franziskaner-Bruder Gabriel ist einer von sieben Seelsorgern in den Justizvollzugsanstalten von Mecklenburg-Vorpommern. Er sei für die Gefangenen und die Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten in Neubrandenburg, Neustrelitz und Bützow unverzichtbar, hieß es in der Laudatio.

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