Woche der Justiz

Gefangenenbus und Krimi-Kritik als Höhepunkt: Ministerium öffnet die Türen

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Foto: JM

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Zum Tag der offenen Tür waren ins Schweriner Justizministerium über 400 Menschen gekommen. Es war der erste Tag der offenen Tür seit zehn Jahren. Damals war der Goldene Saal noch nicht fertig. Viele der Besucher am Sonnabend kamen, um nun das komplette Haus zu sehen. Erinnerungen wurden wach. Ein Schweriner Ehepaar wollte den Ort besuchen, an dem sie sich vor genau 25 Jahren zum ersten Mal getroffen hatten. „Am 25. November 1956 war hier im damaligen Haus der Freundschaft eine Tanzveranstaltung. Mein Mann hat mich angesprochen“, sagte die Schwerinerin. Am Sonnabend sahen sie beide, dass das Haus sich gewaltig geändert hat. Auf dutzenden Plakaten war nachzulesen, womit sich heute in den 74 Büros des Ministeriums befasst wird. Wussten Sie, dass die Justizministerin monatlich eine Strecke im Dienstwagen zurücklegt, die zweimal Schwerin-Barcelona hin und zurück entspricht? Oder wussten Sie, dass das Ausfüllen der Betreuungsformulare nur 30 Minuten dauert? Es gab noch mehr Fakten: Eine Bürokraft läuft durchschnittlich 400 Kilometer im Jahr. Wenn man die Akten eines Justizprüfungsjahres übereinanderstapelt, wird der Stapel sieben Meter höher als der Warnemünder Leuchtturm.

Auf drei Fluren hatte sich das Haus präsentiert. Für den Schöffen-Bund kam der Tag der offenen Tür sehr gelegen. Zurzeit werden wieder Schöffinnen und Schöffen gesucht. Dementsprechend groß war der Andrang am Infostand. Daneben wurde Justiznachwuchs gesucht. Nach den Rechtsreferendaren ist pünktlich zum Wochenende ein neuer Film online gestellt worden, der um junge Justizfachangestellte wirbt. „Wir müssen uns jetzt um den Nachwuchs bemühen. Und die Justiz ist in all seinen Bereichen ein sicherer und attraktiver Arbeitgeber“, sagte Justizministerin Hoffmeister. Sie schüttelte hunderte Hände, kam mit den Besuchern ins Gespräch. Großeltern zeigten auf ihre Enkel und erzählten der Ministerin, dass sie den Tag nutzten, um den Kindern Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Immer wieder schlängelte sich eine Gruppe durch das Haus. Sie wurde angeführt von Bernd Klinghammer vom Betrieb für Bau und Liegenschaften. Er zeigte die Historie des Neustädtischen Palais‘: Goldene Treppe, Goldener Saal, herzoglicher Essbereich und die Wohnräume mit dem alten Parkettboden, in denen heute die Büros von Justizministerin Katy Hoffmeister und Justizstaatssekretärin Birgit Gärtner sind. Die Geschichte des Hauses vom Prinzenpalais über das „Maxim-Gorki-Haus“ mit seinen Tanzveranstaltungen oder das Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft mit Jugendweihefeiern bis hin zum Ministerium ist bewegt. Es gab zum Beispiel Einblicke in die russisch-orthodoxe Vergangenheit seiner Bewohnerin Anastasia. Die meisten, die wegen der Historie und ihrer Erinnerungen das Haus besucht haben, blieben aber auch an den Ständen. Das Ministerium hat gezeigt, dass mit Justiz jeder etwas anfangen kann. „Ich war total begeistert von der Krimi-Kritik. Es war interessant, wie die Justiz tatsächlich arbeitet. In den Fernsehserien ist doch viel Show dabei“, sagte Elmar Rieger. Der Niedersachse war mit seiner Familie in Schwerin zu Besuch und sah vor dem Neustädtischen Palais plötzlich den Gefangenenbus und dachte sich: „Das sehe ich mir mal an.“ Der Gefangenenbus war ein Blickfang. Von der 13-jährigen Melissa bis hin zum Rentner-Ehepaar aus Pampow staunten Dutzende im Bus über die Enge. Ein Justizobersekretär führte die Besucher durch die kalten Sitznischen. „Besonders beliebt für Fotomotive war die letzte Bank“, resümierte er. Wer von Justizvollzug noch nicht genug hatte, konnte auf dem Hof in ein Original-Haftraummodell gehen und hinter sich die Tür schließen, um den Raum wirken zu lassen. Der meistgesagte Satz der „Probe“-Häftlinge als sie wieder rauskamen: „Jetzt komme ich mir vor wie Egon Olsen.“ Gleich daneben stand der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) und zeigte am Simulator, wie die Reaktionsfähigkeit unter Alkohol und Drogen nachlässt.

Der Tag der offenen Tür war der Höhepunkt der Woche der Justiz. 1.500 Menschen haben sich vom 22. bis 25. November Gerichte, Staatsanwaltschaften und das Ministerium angesehen. „Die Woche der Justiz war ein voller Erfolg. Ich danke allen Organisatoren und Beschäftigten der Justiz für ihren großartigen Einsatz. Die Resonanz hat gezeigt, dass es einen Bedarf dafür gibt, auch mal hinter die Kulissen der Gerichte und Staatsanwaltschaften blicken zu können. Es ist auch wichtig, den Menschen die Arbeitsweise und die Möglichkeiten von Justiz nahezubringen“, so Ministerin Hoffmeister.

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