Rechtsreferendariat

Auch bei Proberichter*innen: So viele Einstellungen wie lange nicht

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Justizministerin Hoffmeister lernt am OLG die neuen Referendare kennen. (Foto: JM)

Justizministerin Hoffmeister lernt am OLG die neuen Referendare kennen. (Foto: JM)

Nachdem Mecklenburg-Vorpommern im Dezember 2019 schon mit 52 so viele Rechtsreferendare eingestellt hat wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr, hält die Erfolgswelle an. 53 Referendarinnen und Referendare wurden zum 1. Juni 2020 eingestellt, so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Auch bei der Einstellung von Proberichterinnen und Proberichtern verzeichnet die Justiz Mecklenburg-Vorpommern Erfolge. Allein im ersten Halbjahr 2020 sind mit 26 Proberichter*innen so viele eingestellt worden wie von 2011 bis 2015 insgesamt.

Die Anzahl der Einstellungen für das Referendariat zum 1. Juni 2020 hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Im Juni 2019 waren es 15 Einstellungen. Diesen Juni hat Mecklenburg-Vorpommern dagegen 53 Referendarinnen und Referendare einstellen können. Das sind sogar etwas mehr als im traditionell besseren Einstellungszeitpunkt zum Dezember, als insgesamt 52 Juristinnen und Juristen zum Rechtsreferendariat eingestellt wurden. „Das ist ein Erfolg unserer optimierten Maßnahmen, die wir mit dem Oberlandesgericht Rostock und dem Landesjustizprüfungsamt gemeinsam unternommen haben. Es zeigt sich auch, dass es richtig war, den Rechtsreferendaren die Möglichkeit der Verbeamtung auf Widerruf zu geben. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter in der Bundesrepublik“, so die Justizministerin.

Von den 53 Referendaren, die ihren Vorbereitungsdienst im Juni in Mecklenburg-Vorpommern begannen, sind 28 Frauen und 25 Männer. 21 von ihnen kommen aus M-V, alle anderen aus anderen Bundesländern. Darunter haben sich acht Rechtsreferendare aus Berlin, fünf aus Hamburg sowie zehn Referendare aus Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen für Mecklenburg-Vorpommern entschieden. Justizministerin Hoffmeister: „Das Image unseres Landes hat sich dank unserer Kampagnen positiv gewandelt. Unser bundesweit beachteter Imagefilm zeigt, dass sich Familie, Natur und Rechtsreferendariat hier in Mecklenburg-Vorpommern bestens verbinden lassen. Wir ermöglichen weiterhin in kleinen Gruppen eine individuelle Vorbereitung auf die zweite juristische Staatsprüfung. So können sich viele im Rechtsreferendariat auch davon überzeugen, dass das Land für Beruf und Familie eine sehr gute Wahl ist“, erklärt Ministerin Hoffmeister weiter bei ihrem Besuch eines Teils der neuen Referendare. Sie hatten am Oberlandesgericht Rostock gerade eine Einführungsveranstaltung als die Ministerin sie besuchte.

"Hier wird sich um einen gekümmert"

Ministerin Hoffmeister fragte nach den Gründen der Entscheidung für Mecklenburg-Vorpommern. Eine Referendarin, die auch in Greifswald studierte hat Hamburg als zu voll empfunden und sich für ihre Vorbereitung auf die zweite juristische Prüfung daher Mecklenburg-Vorpommern ausgesucht habe: „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass sich hier um einen gekümmert wird, dass man nicht nur die Akte zugeschoben bekommt, sondern viel fragen kann“, sagte sie der Ministerin. Ein Kollege aus Sachsen-Anhalt erzählte, dass er weg wollte aus Sachsen-Anhalt und sich umgehört habe. Er lobte die zügige Bearbeitung seiner Bewerbung durch das OLG, so hätte Hessen das Nachsehen gehabt, weil man sich von dort erst meldete als die Zusage aus Rostock längst vorlag. Eine weitere Referendarin hatte ähnliches erlebt, sie wollte auch aus ihrer Heimat in Nordrhein-Westfalen mal weg und hatte bei einer Anwaltskanzlei in Rostock ein Praktikum absolviert. Das war toll“, sagte sie über ihre Entscheidung für MV. Neben ihr saß ein Referendar aus Baden-Württemberg, der sich beim Wassersport in das Land verliebt hatte. Eine Hamburgerin kam über eine Freundin nach Rostock. „Sie ist schon ein halbes Jahr hier und hat mir vorgeschwärmt, dass es eine sehr gute 1:1 Betreuung gibt.“

„Die Kombination unseres Referendariats aus der Möglichkeit der Verbeamtung, der guten Qualität unserer Ausbildung, der nicht vorhandenen Wartezeit in Verbindung mit der hohen Lebensqualität für junge Familien machen unser Bundesland immer attraktiver. Wir dürfen im Ringen um die besten Köpfe nicht nachlassen und werden unsere bundesweiten Werbungen fortsetzen“, so Ministerin Hoffmeister. Der Imagefilm ist bundesweit verbreitet worden, in dem eine Referendarin von der sehr guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf berichtet. Eine weitere erzählt, dass sie mit ihrem Mann aus Berlin wegen der Natur und der Berufschancen nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen sei. Ein dritter Referendar freut sich über die Ostsee in seiner beruflichen Nähe zum Sporttreiben.

Weitere Informationen über das Rechtsreferendariat in Mecklenburg-Vorpommern erfahren Sie auf dem Karriereportal der Justiz -> hier.

Rekord bei Proberichterinnen und Proberichtern

„Wir konzentrieren uns jetzt auf ein zentrales Thema, die Nachwuchsgewinnung. Dieses Ziel, das die gesamte Landesregierung verfolgt, gilt in besonderer Weise auch für die Justiz. Schon in den vergangenen anderthalb Jahren haben wir im Rahmen der ‚Demografievorsorge‘ so viele Proberichterinnen und Proberichter eingestellt wie lange nicht. Derzeit sind bei 638 Stellen 88 Proberichter im Dienst. Wir wollen den Erfolg so fortsetzen. Zum Vergleich: Wir haben allein im Jahr 2020 bis zum Sommer so viele Proberichterinnen und Proberichter (26) eingestellt wie in den Jahren 2011 bis 2015 zusammen", so Justizministerin Hoffmeister.

Schnelligkeit, Individualität, Attraktivität

Insgesamt ist es für das Justizministerium oberstes Ziel des Nachwuchsgewinnungskonzepts, Menschen für eine Tätigkeit in der Justiz zu interessieren, anschließend für eine Ausbildung oder eine Tätigkeit zu gewinnen und sie möglichst langfristig zu binden. Proberichterinnen und Proberichter helfen zum einen heute, die Arbeit an den Gerichten und Staatsanwaltschaften zu erledigen. Zum anderen helfen sie uns morgen, die zahlenmäßig großen Altersabgänge an Richtern und Staatsanwälten ab etwa 2026 abzufedern und abzumildern. „Im ‚Kampf um die besten Köpfe‘ zwischen den Bundesländern, aber auch mit der Anwaltschaft, der Privatwirtschaft und nicht zuletzt mit den Notaren sind drei Dinge bedeutend: Schnelligkeit, Individualität und Attraktivität. Schnelligkeit bedeutet, dass Einstellungsgespräche nicht mehr an wenigen, vorher bestimmten Terminen im Jahr geführt werden, sondern während des gesamten Jahre bei Vorliegen einer gewissen Zahl an Bewerbungen. Individualität bedeutet, die Wünsche und Vorstellungen der Kandidaten zu ermitteln und nach Möglichkeit bereits im Vorstellungsgespräch zu berücksichtigen. Das betrifft sowohl den Dienststandort der Proberichter an einem der vier Landgerichtsbezirke, als auch sein erstes fachliches Einsatzgebiet in der Justiz. Die Attraktivität des Proberichterdienstes soll insbesondere durch eine hohe Planungssicherheit gesteigert werden", sagt Ministerin Hoffmeister weiter. Jeder Proberichter wird in dem Landgerichtsbezirk eingestellt, in dem er später auf Lebenszeit ernannt wird, wenn er das möchte. Jeder Proberichter erhält nach etwa zwei Jahren ein Gespräch im Justizministerium, in welchem die gegenseitigen Vorstellungen abgeglichen und aktualisiert werden. Und jedem Proberichter wird bei entsprechender Leistung die Möglichkeit eingeräumt, bereits nach etwa drei bis dreieinhalb Jahren auf Lebenszeit ernannt zu werden. „All diese Maßnahmen zeigen derzeit bereits Früchte. So beschäftigen wir – Stand heute – 88 Proberichter - im Land. Eine Zahl, die in diesem Jahr noch gesteigert werden soll und sich auch jetzt schon bundesweit sehen lassen kann.“

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