Backhaus würdigt „gelben Alleskönner“ anlässlich des 14. Landesrapsblütenfest

Nr.156/2016  | 06.05.2016  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Zwischen frischem Maigrün leuchten sie wieder, die gelben Rapsfelder. „Raps ist nicht nur ein Genuss für die Augen. In Form von Speiseöl ist es auch eine Wohltat für den Gaumen“, sagt Dr. Till Backhaus Minister, für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz anlässlich des morgigen Landesrapsblütenfest (7. Mai) in Sternberg (Landkreis-Ludwigslust-Parchim). Als Schirmherr wird er die traditionelle Veranstaltung, „die in Umfang und Qualität stetig steigt“, auch in diesem Jahr eröffnen (12 Uhr).

„Das Rapsspeiseöl ist nach wie vor die Nummer eins unter den Speiseölen“, so Dr. Backhaus. Noch vor 15 Jahren sei das Speiseöl in heimischen Küchen kaum bekannt gewesen. In 2014 sei der Marktanteil von Rapsöl erstmals über 40 % geklettert. Überzeugend sind laut Backhaus vor allem die „inneren Werten“ des „gelben Alleskönner“: „Rapsspeiseöl hat eine sehr gesunde Fettsäurezusammensetzung. Es enthält rund 60 Prozent einfach ungesättigter Fettsäuren, die einen positiven Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel haben.“ Besonders bemerkenswert sei, dass Raps als einheimischer und nachwachsender Rohstoff mit einer großen Produktsicherheit, kurzen Transportwegen und verbraucherfreundlichen Preisen verbunden ist.

Auch als Energieträger sei Raps sehr gefragt: „In Rapsöl ist die Sonnenenergie in einer Dichte gespeichert, die in etwa der von Dieselkraftstoff entspricht. Damit stellt Raps heute und in Zukunft die mit Abstand wichtigste erneuerbare Kraftstoffalternative dar“, erklärt der Minister. Die Fettsäurezusammensetzung mache den Rohstoff auch für die Schmierstoffindustrie und die chemische Industrie interessant. Etwa 60 Prozent der Erntemenge fällt nach der Pressung in Form von Rapsschrot an, „ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, das den Import von Soja aus Übersee reduziert“, ergänzt er. Damit sei Raps in Europa auch die wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle.

Auch die ökologische Bedeutung von Raps sei nicht zu unterschätzen: „Raps bietet Bienen und anderen Insekten im Frühjahr neben dem Baumobst einen reich gedeckten Tisch an Nektar und Pollen.“ Nach der Lindenblüte im Juni wird das Pollenangebot für Bienen dann jedoch knapp. „Daher wurde vom Landwirtschafts- und Umweltministerium 2009 das Programm zur Bienenweide in Mecklenburg Vorpommern aufgelegt. Dies ist ein Beitrag, damit unsere Bienen auch in Zukunft ihre weite Reise für unseren Honig antreten können. Denn eine Biene muss für ein Glas Honig 40.000 Mal Nektar nach Hause bringen und dafür bis zu dreimal die Erde umrunden“, sagt der Minister.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde 2015 auf 238.000 ha Raps angebaut – „das ist im Ländervergleich in absoluten Zahlen die mit Abstand größte Anbaufläche“. So befinden sich 18% der deutschlandweiten Rapsflächen in Mecklenburg-Vorpommern. Platz 2 belegt Sachsen-Anhalt mit einer Anbaufläche von 173.000 ha. In 2015 wurden in MV insgesamt 0,9 Mio. t Raps geerntet.

Auch in diesem Jahr wird Raps auf einer vergleichbar großen Fläche von insgesamt 235.000 ha angebaut. Der Minister nimmt aber auch zur Kenntnis, „dass Kahlfröste die Bestände insbesondere im Osten des Landes und in den Küstenregionen teilweise beschädigt haben“. Bis weit in den Dezember 2015 hinein gingen die zum Teil gut entwickelten Pflanzenbestände aufgrund der relativ hohen Temperaturen nicht in die Winterruhe über. Sie waren somit unzureichend auf den abrupten Temperatursturz im Januar ohne schützende Schneedecke vorbereitet.