Backhaus fordert bundesweit einheitliches Vorgehen bei Problemwölfen

Nr.305/17  | 27.09.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Ein zentrales Thema in der heutigen Landtagssitzung war die aktuelle Konfliktsituation des Wolfes in Mecklenburg-Vorpommern. Minister Dr. Till Backhaus forderte ein bundeseinheitliches Vorgehen.

Mittlerweile gibt es in 7 Bundesländern (Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bayern) insgesamt 47 Wolfsrudel. In 45 der 73 Territorien mit Wolfsvorkommen wurde eine Reproduktion mit insgesamt 175 Welpen bestätigt. Diese vorwiegend in den ostdeutschen Bundesländern. „Das ist ein Erfolg des Umwelt-, Natur- und Artenschutzes und belegt, dass sich der Wolf gerade in den dünn besiedelten Ländern und in den großen Schutzgebieten des Ostens angesiedelt hat“, unterstrich der Minister. Zugleich verwies er jedoch auf das Konfliktpotenzial, das die Erfolgsgeschichte schmälert.

Der Wolf ist streng geschützt (Anhang IV der FFH-Richtlinie) und es gelten die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatSchG. „Wir haben frühzeitig im Jahr 2010 unter Mitarbeit und im Einvernehmen mit den Vertretern der betroffenen Akteure, noch vor der Etablierung des ersten Rudels, einen Managementplan für den Wolf erarbeitet. Alle Beteiligten sind interessiert daran, diesen den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. So haben wir erst 2016 das Wolfsgebiet landesweit ausgeweitet, um die Förderung von Präventionsmaßnahmen zu garantieren“, sagte Backhaus.

Umweltminister Backhaus forderte den Bund dazu auf, zu belegen, ob damit die Schwelle des guten Erhaltungszustandes bereits erreicht ist. Auf der nächsten Umweltministerkonferenz vom 15. bis zum 17.11.2017 erwartet er, dass der Bund endlich definiert, wie mit Problemwölfen einheitlich umgegangen werden soll. „Sonst werde ich eine Bundesratsinitiative einleiten“, betonte Dr. Backhaus. „Wir brauchen einheitliche Rechtsgrundlagen, um solche Wölfe zu vergrämen oder zu erlegen und Instrumente, um auf Wölfe zu reagieren, die ein notorisch unerwünschtes Verhalten zeigen“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Abschließend forderte Minister Backhaus alle Tierhalter im Land dazu auf, die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Tiere zu erhöhen. Gleichzeitig ist die aktive Mitarbeit der Bevölkerung gefragt. „Bitte melden Sie frische Risse mit Verdacht auf einen Wolf umgehend. Wenn Sie einen Wolf beobachten, versuchen Sie dies bitte durch Fotos oder Videos festzuhalten und ebenfalls an einen Wolfsbetreuer zu melden“, so der Minister.

Insgesamt sind 80 ehrenamtliche Wolfsbetreuer, welche Hinweise auf den Wolf im Gelände zielgenau ansprechen und dokumentieren im Einsatz und stellen somit die Basis für ein erfolgreiches Wolfsmonitoring dar.

Kontakt:

Unter dem Link http://www.wolf-mv.de/pages/eingabe.html finden Sie ein Formular zur Meldung von Wölfen und eine Liste der Wolfsbetreuer unter http://www.wolf-mv.de/data/Wolfsmonitoring_2014_WEB_pdf.pdf.

Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Kristin Zscheile, Tel. 03843-777 215, E-Mail: kristin.zscheile@lung.mv-regierung.de

Dr. Norman Stier TU Dresden Tel: 0171-4859789; 035203-3831-371, E-Mail: stier@forst.tu-dresden.de

Hintergrund:

Seit 2006 gibt es wieder Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum Jahr 2013 war insgesamt von 3 Einzeltieren auszugehen (im Bereich der Lübtheener Heide, der Ueckermünder Heide und in der südlichen Müritz-Region im Grenzbereich zwischen den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). Heute sind es drei Rudel.

Von 2007 bis heute wurden in MV 69 Vorfälle gemeldet, bei denen vermutlich Wölfe insgesamt 270 Tiere getötet und knapp 100 verletzt hatten. 90 Prozent der gerissenen Nutztiere waren Schafe. Der vom Land an Nutztierhalter ausgereichte Schadensausgleich aus der Förderrichtlinie Wolf beläuft sich seit 2007 auf insgesamt 58.400 Euro. Präventionsmaßnahmen der Tierhalter zum Herdenschutz förderte das Landwirtschaftsministerium seit 2013 mit 300.000 Euro.

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