Minister: Kormoranbestand erfordert klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten

Nr.366/2017  | 15.11.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus fordert die Bundesregierung auf, „klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten“ für die Population Kormoran aufzuzeigen. „Die Höhe des guten Erhaltungszustandes ist meiner Meinung nach längst erreicht. Das belegen die wissenschaftlich fundierten Bestandserhebungen“, sagte der Minister gestern auf dem Landtag. Eine Bewirtschaftung des Kormoranbestandes könne aber nur durchgesetzt werden, „wenn sich die Bundesregierung endlich erfolgreich bei der EU-Kommission für die Zuordnung des Kormorans zu Anhang II der Vogelschutzrichtlinie einsetzt“.

An Binnengewässern, wo 15 Prozent der hiesigen Brutpaare leben, ermögliche die Kormoran-Verordnung Mecklenburg-Vorpommerns bereits jetzt unter bestimmten Bedingungen, etwa außerhalb der Brutzeit und der Schlafquartiere, die Vergrämung und den Abschuss eines Teils der Vögel mit dem Ziel, „erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden in Binnengewässern“ abzuwenden. Jährlich würden etwa 1000 Individuen geschossen. Wirksam sei die Kormoran-Verordnung, die darauf abzielt, Neugründungen von Brutkolonien durch Störungen zu verhindern, allerdings nur an Binnengewässern. Um eine spürbare Reduktion des gesamten Bestandes zu erwirken – 85 Prozent der Kormorane leben an den Küstengewässern – müssten Vergrämungsmaßnahmen beispielsweise durch den Einsatz von Lasergewehren in erheblichem Umfang und über einen langen Zeitraum durchgeführt werden, zumal freie Brutplätze im Küstenbereich sehr schnell nachbesetzt werden. Einem Gutachten der Universität Rostock zufolge müssten jährlich 7.500 Paare vom Brüten abgehalten werden, um einen Bestandsrückgang zu erreichen.

„Aus genau diesem Grund fordere ich die Bundesregierung auf, den guten Erhaltungszustand der Population zu bestätigen und klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte Backhaus.

Der Kormoran, der heute nach EU-Recht zu den streng geschützten Arten gehört, galt Mitte der 80er Jahre als fast ausgerottet. Inzwischen leben gut 15.000 Brutpaare in MV.

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