Inselhafen Prerow – längste Brücke im Ostseeraum soll entstehen

Nr.005/18  | 05.01.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Im Ostseebad Prerow hat Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse der Variantenuntersuchung und die bevorzugte Nutzungsvariante für das Vorhaben „Inselhafen Prerow – Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort“ vorgestellt.

„Mir ist wichtig zu betonen, dass sich Koalition, Landtag, Kabinett und die Prerower Bürger gemeinsam für den Neubau und den Betrieb des Hafens ausgesprochen haben. Zum Schutz und der Rettung der Menschen, die in Prerow eine lange Tradition hat, aber auch zur touristischen sowie wirtschaftlichen Aufwertung bringt das Vorhaben viele positive Effekte für Prerow und die Region mit. Das hat ein Gutachten zum wirtschaftlichen Effekt unterstrichen“, betonte der Minister.

Das Gutachten ergab, dass ein Fahrgastschiffbetrieb an bis zu 75 Tagen im Jahr wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es sind insgesamt regionalwirtschaftliche Effekte bis zu 380.000 € im Jahr, die zu 45 % aus den Sportliegeplätzen erwirtschaftet werden, möglich.

Im Rahmen der Vorplanung wurden 5 Nutzungsvarianten untersucht. Alle enthalten Liegeplätze für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Havaristenliegeplatz und Tochterboot), einen Liegeplatz für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Liegeplätze für die örtlichen Fischer. Die Unterschiede zwischen den Varianten ergeben sich aus der Anzahl der Liegeplätze für Sportboote, den Möglichkeiten für Fahrgastschiffanleger und Liegeplatz sowie der Ausstattung des Hafens. Die Kosten der einzelnen Varianten liegen zwischen ca. 20 und ca. 28,8 Mio. €. Dazu kommen Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung.

Die an der Finanzierung beteiligten Ministerien haben sich auf eine Variante verständigt. „Doch erst das Kabinett des Landes wird über die endgültige Variante entscheiden“, so Backhaus.

Die Vorzugsvariante beinhaltet:

  • DGzRS inkl. Liegeplatz für Havarist, DLRG, 7 Fischer
  • 33 + 10 Sportbootliegeplätze, Notliegeplatz für größere Schiffe im Hafen
  • Fahrgastschiffanleger an der Seebrücke
  • Betriebsgebäude mit Technik, Lager, sanitären Einrichtungen, Landstrom
  • Seebrückenbreite 4,20m, Länge ca. 690 m
  • 3 touristisch nutzbare Aufweitungen (wie z.B. Liegen oder ein Wasserspielplatz für Kinder)
  • „Wir haben uns für diese interessante und wirkungsvolle Alternative ausgesprochen, da weitere Liegeplätze die Etappenfunktion stärken. Außerdem ist bei Umsetzung der Kombination aus Fahrgastschiffsanleger an der Seebrücke und multifunktional nutzbarem Notliegeplatz die Etablierung eines wirtschaftlichen Fahrgastschiffbetriebs möglich. Diese multifunktionale Nutzung gestaltet den Hafen flexibel. Außerdem steigert der Bau mit der längsten Brücke im Ostseeraum die touristische Attraktivität“, sagte der Minister.

Die Gemeinde hat am Planungsprozess mit einer Hafengruppe mitgewirkt, die sich mit konkreten Hinweisen zur Planung beschäftigt hat. „Mir ist diese Zusammenarbeit wichtig, weshalb die Gemeinde weiterhin in die Planungen einbezogen werden soll. Ich erwarte beispielsweise eine Stellungnahme der Gemeinde und des Amtes zum Variantenvorschlag. Zudem werden die Bürger, die Gemeinde und Träger öffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren, das in diesem Jahr beginnt, die Möglichkeit haben ihre Belange einzubringen“, sagte Backhaus. Die Vorplanung und die Variantenuntersuchungen sind nun abgeschlossen.

„Nach der Kabinettsentscheidung wird die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass der Inselhafen 2021 in Betrieb gehen kann. Damit kommen wir nach 30 Jahren Diskussion über eine mögliche sinnvolle Alternative zum Nothafen am Darßer Ort, der immer wieder versandet, endlich zu einer sinnvollen Lösung“, äußerte sich der Minister.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.inselhafen-prerow.de/.

Quelle Fotos: Tinus Medien Schwerin, Visualisierung und Bild Lars Tiepolt

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