20 Jahre danach: Renaturierung der Trebel half bei Biotop- und Artenschutz

Nr.042/2018  | 05.02.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Die Renaturierungsmaßnahmen im Bereich der Trebel sind nicht die Ursache für das Absacken eines Teilstückes der Autobahn A20 bei Tribsees. Das unterstrich Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute Abend auf der Veranstaltung „Fraktion vor Ort“ in Tribsees. „Die bautechnischen Aspekte des Vorfalles werden noch untersucht. Die Straßenbaubehörden haben aber bereits deutlich gemacht, dass die Renaturierungsvorhaben im Bereich der Trebel aus ihrer Sicht nicht die Ursache für die Havarie sind“, sagte der Minister. Der jetzige Wasserstand sei fast identisch mit dem Wasserstand, der den Planungen der A20 in diesem Bereich zugrunde lag.

Auch die vom Landesanglerverband kritisierte Durchgängigkeit für Fische in dem renaturierten Abschnitt der Trebel am Stützwerk Langsdorf sei gegeben. Ein Fischsterben am Stützwehr sei zu keiner Zeit festgestellt worden, so Backhaus. „Durch den Zusammenfluss von renaturierter Trebel und Warbel kurz vor dem Zusammenfließen mit dem Trebelkanal ist eine ausreichende Lockströmung zur Fischwanderung in der Trebel vorhanden.“ Allerdings bevorzugten Krautlaicher wie Plötze, Barsch, Hecht oder Meerforelle langsam fließende Gewässer mit pflanzenreichem Ufer, so dass nicht auszuschließen sei, dass diese Fischarten zum Laichen in den langsam fließenden Trebelkanal einwanderten. Das landeseigene Fischmonitoring habe bislang keine Auffälligkeiten bezüglich des Fischbestandes ergeben.

Der Minister erläuterte außerdem, dass es einer möglichst schonenden Gewässerunterhaltung bedarf, um den guten ökologischen Zustand nach europäischer Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Wegen der Brutzeit der Seeadler im Stubbendorfer Wald entlang des Gewässerlaufes seien Unterhaltungsarbeiten erst ab Anfang August eines Jahres bis zum Jahresende möglich. Der Trebelkanal war 2015, 2016 und 2017 einmal jährlich durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern gekrautet worden; im renaturierten Trebelabschnitt werde alle drei Jahre gekrautet, zuletzt 2017. Das Landeswassertourismuskonzept weist die Trebel als „Kanu-Gewässer“ aus; das Befahren mit motorgetriebenen Wasserfahrzeugen ist nicht erlaubt. „Art und Umfang der Unterhaltungsmaßnahmen richten sich nicht nach dem auf der Trebel stattfindenden Bootstourismus, sondern die Nutzung hat sich den natürlichen Veränderungen zu beugen und erfolgt auf eigene Gefahr“, so der Minister.

Zuvor hatte Dr. Backhaus das zwischen 1995 und 1998 realisierte EU-Projekt „Renaturierung des Flusstalmoores der Mittleren Trebel“ noch einmal kurz umrissen. Seinerzeit war das Flusstalmoor der Trebel mit einer Fläche von 2800 Hektar als Pilotprojekt zur Renaturierung einer stark degenerierten Moorlandschaft ausgewiesen worden. Wichtigste Aufgabe des Projektes war es, mit dem Ziel des Biotop- und Artenschutzes den Wasserstand innerhalb des Flusstalmoores differenziert anzuheben, um eine natürliche Wiedervernässung zu erreichen. Drei Schöpfwerke und der Deich wurden zurückgebaut, ein überflutungsgeeignetes Stützwehr errichtet. Der rund 12 Kilometer lange Altarm der Trebel wurde ausgebaggert und angeschlossen; der Trebelkanal besteht fort.

„Heute gilt die Trebel als biologisch aktives Fließgewässer mit natürlichen Überflutungsverhältnissen; die Wasserqualität hat sich wesentlich verbessert“, so der Minister. Die Grundwasserstände in den ehemals eingedeichten Poldern sind um 1 bis 5 Zentimeter angestiegen, die Wasserstände im Grenztalmoor zwischen Bad Sülze und Tribsees um 2 bis 7 Zentimeter.

Viele zum Teil als gefährdet eingestufte Pflanzen- und Tierarten siedelten sich am Trebel-Altlauf wieder an, darunter Fischotter, Moorfrosch, Braunkröte und Teichmolch, Rohrsänger, Große Rohrdommel und Kranich. In das Vorhaben waren 13 Millionen D-Mark investiert worden, drei Viertel aus Mitteln des LIFE-Fonds der EU, ein Viertel aus Eigenmitteln des Landes.


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