Landesjagdverband tagt: Jäger haben guten Ruf im Land

Nr.096/2018  | 13.04.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Ich bin dankbar dafür, dass mir im Land eine starke und kooperative Jägerschaft zur Seite steht. Sie leistet einen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwohl. Ihrem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement verdanken wir es, dass wir seit einem Jahr keinen Seuchenausbruch zu verzeichnen hatten“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Sonnabendvormittag auf der 29. Landesdelegiertenkonferenz des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Die Jagd hat einen guten Ruf in der Bevölkerung“, so der Minister. „Auf 124 Einwohner kommt in MV ein Jäger. Damit hat unser Land die höchste Jägerdichte.“

Angesichts der zunehmenden Bedrohung der Wild- und Hausschweinbestände im Land durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) appellierte der Minister an die Jägerschaft, zusammen mit Tierhaltern und Landwirten an einem Strang zu ziehen, um die Katastrophe noch abzuwenden. „Die wirtschaftlichen Folgen eines ASP-Ausbruchs für die 200 schweinehaltenden Betriebe mit ca. 830.000 Hausschweinen und für die Ernährungswirtschaft im Land wären dramatisch. Das Schadensausmaß beliefe sich auf fast 1 Milliarde Euro pro Jahr“, argumentierte er.

Eingedenk dessen, dass die Wildschweinbestände im Land zuletzt aus dem Ruder gelaufen waren und bislang kein geeigneter Impfstoff gegen die ASP existiert, sieht Backhaus die Priorität in der ASP-Prophylaxe weiterhin in der deutlichen Dezimierung des Schwarzwildbestandes. Dafür hatte das Land Ende 2017 ein Sofortprogramm aufgelegt, das bis zum 31. März 2019 eine Aufwandsentschädigung für Jäger vorsieht.

„Die Maßnahme zeigt Wirkung“, so Backhaus. Vom 1. Dezember 2017 bis jetzt sind für rund 20.000 Schwarzwildabschüsse und mehr als 1.300 Einsätze ausgebildeter Jagdhunde etwa 520.000 Euro Aufwandsentschädigung von der Landesforstanstalt an Jäger ausgezahlt worden.

In der Landesforstanstalt und den Nationalparkämtern wurde der Schwarzwildabschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent erhöht. Erste Rückmeldungen aus Hegegemeinschaften zeigten, dass auch hier die Abschusszahlen stiegen und die anvisierten 80.000 Stück Schwarzwild erreicht werden können.

Backhaus verwies zudem auf die Notwendigkeit, zum Schutz des Niederwildes und im Interesse der Landwirte im Vorjahr weiteres Raubwild dem Jagdrecht unterstellt zu haben, etwa Elster, Raben- und Nebelkrähe sowie den Nutria.

Zur wachsenden Population der geschützten Art Wolf sagte Backhaus, er werde sich weiter dafür einsetzen, dass „der gute Erhaltungszustand für den Wolf endlich definiert wird“, dass es ein bundesweit abgestimmtes Management des Wolfes und einheitliche Kriterien für den Umgang mit sogenannten Problemwölfen gäbe. „Der Wolf wird auch Wald und Wild nachhaltig beeinflussen und damit ein Dauerthema in der Jägerschaft werden“, so Backhaus. „Aber auch ohne den Wolf bleibt die Wildbewirtschaftung in unserem Land mit seiner abwechslungsreichen Landschafts- und ausgeprägten Agrarstruktur eine Herausforderung.“

Die Mitglieder der 60 Hegegemeinschaften in MV, die Flächen zwischen 5.000 und 30.000 Hektar bewirtschaften, seien klar in der Verantwortung für eine nachhaltige Wildbewirtschaftung. „Der gesellschaftliche Auftrag an die Jägerschaft lautet, die freilebende Tierwelt als Teil der natürlichen Umwelt in ihrer Vielfalt zu bewahren“, stellte der Minister klar.

Rot- und Damwild kommen jeweils auf 80 Prozent der Landesfläche vor, Reh- und Schwarzwild flächendeckend, Muffelwild partiell. Jährlich werden in MV je 100 Hektar 7 Stück Schalenwild, 2 Stück Raubwild und 1 Stück Niederwild erlegt. Mit der am 1. April 2018 in Kraft getretenen Wildbewirtschaftungsrichtlinie sei der Grundstein für die Bewirtschaftung der Schalenwildarten gelegt worden. „Die Richtlinie ist in größerem Maße als bisher auf die Interessen der Land- und Forstwirtschaft ausgerichtet“, erklärte Minister Backhaus.

Abschließend würdigte er das Lebenswerk des kürzlich verstorbenen Gründers der Stiftung Wald und Wild, Claus Robert Agte. Die Stiftung hatte fast 80 Projekte mit rund 2,5 Millionen Euro finanziell unterstützt, etwa die Wiederansiedelung des Rebhuhns in MV oder die landesweite Waldolympiade.


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