Minister: Die Heringsfischerei in MV darf nicht sterben!

Nr.261/2018  | 01.08.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

„Ich appelliere an die Bundesregierung, sich in Brüssel für die Erhaltung der Heringsfischerei in Mecklenburg-Vorpommern einzusetzen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Mittwoch (1. August) nach einem Besuch der Euro Baltic Fischverarbeitungs GmbH in Sassnitz. „Es muss uns gelingen, die geplanten tiefen Einschnitte in die Heringsfischerei zu verhindern.“

Fischer und Fischverarbeitung befürchten, dass ihnen infolge des Brexit künftig der Zugang in die britischen Nordseegewässer verwehrt wird. Gleichzeitig hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) der EU empfohlen, für die westliche Ostsee 2019 ein totales Heringfangverbot festzulegen. Das würde das Aus für die gesamte Heringsfischerei in Mecklenburg-Vorpommern bedeuten.

„Der Zugang zu den britischen Gewässern muss erhalten bleiben“, sagte der Minister. Davon hänge der Bestand der Hochseefischerei und der Fischverarbeitung in Mecklenburg-Vorpommern ab. So verarbeitet die Euro Baltic Fischverarbeitungs GmbH in Sassnitz jährlich etwa 40.000 Tonnen Nordseehering, der zumeist aus britischen Gewässern stammt, und bis zu 10.000 Tonnen Ostseehering. Damit hängt der Fortbestand des Werkes mit seinen 230 Beschäftigten von einer Lösung für die Heringsfischerei in MV ab. Auch die Schwarmfisch-Trawler, die ihren Heimathafen in Rostock haben und in der Nordsee fischen, beschäftigen 180 Seeleute aus Mecklenburg-Vorpommern.

Bezüglich der Heringsfangquote in der Ostsee habe er zwar erste Signale aus Brüssel, dass es im kommenden Jahr kein totales Fangverbot geben werde, aber selbst eine weitere Verringerung der Fangquote sei existenzbedrohend für viele der 250 verbliebenen Haupterwerbsfischer des Landes. Denn bereits 2018 hatten die Fischer eine Reduzierung der Heringsquote um 39 Prozent hinnehmen müssen, obwohl sie an der Verringerung des Heringsbestandes nicht schuld sind.

„Es müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl den Bestand des Herings sichern als auch den Fischern eine Zukunft bieten“, so Backhaus. Das erfordere auch eine finanzielle Unterstützung des Bundes zum Ausgleich der Schäden beispielsweise durch Robben und Kormorane. Aber vor allem müsse die europäische Förderung der Fischerei überdacht werden, so dass die Fischer Rechtssicherheit für eine Zukunft ihres handwerklichen Gewerbes erhalten. Aber die Fischer müssten sich auch zusätzliche Einnahmequellen erschließen.

Nach der Stippvisite in Sassnitz folgte der Minister einer Einladung des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommern an den Fischereihafen Tarnewitz (Boltenhagen), wo insbesondere über die Auswirkungen der ICES-Empfehlung debattiert wurde. Ebenso kamen die Zukunft der Fischerei im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, das Kegelrobbenmanagement und die vorgesehene Änderung der EU-Kontrollverordnung zur Sprache. Im letzten Punkt teilt Minister Backhaus die Auffassung des Fischereiverbandes, dass die Regelungen im Entwurf der neuen Kontrollverordnung überzogen seien. Er habe dies bei der Anhörung des Bundes Ende Juni 2018 bereits deutlich gemacht.

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