Tote Amsel: West-Nil-Virus erstmals in M-V nachgewiesen

Nr.339/2018  | 27.09.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Bei einer verendeten Amsel aus dem Landkreis Rostock ist das West-Nil-Virus (WNV) nachgewiesen worden. Das ist der erste Nachweis des Virus in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Monat war das Virus erstmals bei einem Vogel in Deutschland festgestellt worden.

Die Amsel aus dem Landkreis Rostock war zunächst im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) auf das ebenfalls in Deutschland kursierende Usutu-Virus untersucht worden. Mit Verdacht auf das Vorliegen dieser Viruserkrankung wurden weitere Proben an das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geschickt, das heute das Vorliegen der West-Nil-Virus-Infektion bestätigte.

HINTERGRUND:

Das ursprünglich aus Afrika stammende West-Nil-Virus ist eng verwandt mit dem Usutu-Virus und wird von blutsaugenden Stechmücken übertragen. Als Hauptwirt für das Virus dient eine Vielzahl von Wildvögeln, die klinisch meist nicht erkranken. Besonders anfällig sind Sperlingsvögel, darunter vor allem Rabenvögel, aber auch Greifvögel und Eulenarten. Bei ihnen äußert sich die WNV-Infektion oft in Form von Störungen des zentralen Nervensystems. In empfänglichen Vogelpopulationen sind massenhafte Todesfälle infolge einer Infektion mit dem WNV möglich.

In seltenen Fällen kann das Virus über Mückenstiche auch auf den Menschen und das Pferd als sogenannte Fehlwirte übertragen werden. Die Mehrzahl dieser WNV-infizierten Fehlwirte entwickelt keinerlei Krankheitsanzeichen. Jedoch können in sehr seltenen Fällen schwere Krankheitsverläufe mit Meningitis oder Enzephalitis auftreten. Ein erster Fall bei einem Pferd wurde aktuell in Brandenburg amtlich gemeldet. Eine WNV-Infektion bei einem Menschen in Deutschland ist bisher noch nicht nachgewiesen worden.

Die Infektion mit dem West-Nil-Virus bei einem Vogel oder Pferd ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die jedoch keine tierseuchenrechtlichen Bekämpfungsmaßnahmen nach sich zieht. Dennoch sollten die örtlichen Veterinärbehörden informiert werden, wenn mehrere tote Wildvögel einschließlich Singvögel räumlich gehäuft gefunden werden, damit entsprechende Abklärungsuntersuchungen veranlasst werden können.

Weiterführende Informationen zum West-Nil-Virus finden sich u.a. auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts (https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus/) oder auf der Seite des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (https://ecdc.europa.eu/en/west-nile-fever).


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