Heringsquote sinkt 2019 nochmals um 48 Prozent / Fangstopp abgewendet

Nr.365/2018  | 16.10.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Fischer dürfen im kommenden Jahr in der westlichen Ostsee deutlich weniger Heringe fangen als 2018. Für den dortigen Heringsbestand sinkt die Fangmenge um 48 Prozent, bezogen auf die Fangquote des Jahres 2018. Darauf haben sich am Montagabend die Fischereiminister der EU-Staaten geeinigt. Das vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) für den Heringsbestand der westlichen Ostsee im Juni zunächst empfohlene Fangverbot für deutsche Heringsfischer in der Ostsee ist damit vom Tisch. „Ich bin sehr erleichtert, dass ein Fangstopp für den Hering in der westlichen Ostsee abgewendet wurde“, erklärte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Allerdings ist die erneute Absenkung der Quote den Fischern schwer zu vermitteln, zumal sie sich in der Vergangenheit strikt an die ihnen auferlegten Fangvorgaben gehalten haben“, sagte der Minister weiter.

Ausschlaggebend für die erneute Reduzierung der Fangmengen beim Hering in der westlichen Ostsee ist die Neubewertung des Bestandes erwachsener Tiere – der so genannten Laicher-Biomasse – durch den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES). Der ICES geht von einer durch Umwelteinflüsse erheblich zurückgegangenen Nachwuchsproduktion aus. Bereits im Jahr 2018 war die Quote um 39 Prozent im Vergleich zu 2017 gesenkt worden.

„Für Mecklenburg-Vorpommern verbleiben als Fangquote somit noch 2.990 t. Das ist lediglich ein gutes Drittel der durchschnittlichen Fangmengen der Jahre 2013 bis 2017 – nämlich ca. 36 Prozent. Das wird sich für etwa 100 Betriebe wirtschaftlich erheblich auswirken“, so Backhaus.

Für den Dorschbestand der westlichen Ostsee steigt durch die Quotenregelung für 2019 die Fangmenge um 70 Prozent. In der östlichen Ostsee hingegen sinkt sie um 15 Prozent.

Durften in M-V 2013 noch rund 1.300 Tonnen Westdorsch gefangen werden, so sind es aufgrund der erheblichen Fangeinschränkungen von 2013 bis 2018 im Jahr 2019 lediglich noch 613 Tonnen. „Beim westlichen Dorsch ist jedem bewusst, dass die aktuelle Bestandserholung auf den sehr starken 2016er Jahrgang zurückgeht. Dennoch ist der jetzt erzielte Kompromiss ein Schritt in die richtige Richtung. Denn die Fangmenge befindet sich immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau“, erklärte der Minister.

Allerdings hätte selbst eine Verdopplung der jetzt festgelegten Fangmenge keineswegs die Bestandserholung beim Westdorsch gefährdet. Vielmehr wäre nach Auffassung der Wissenschaftler des Thünen-Institutes für Ostseefischerei dann immer noch eine Zunahme der Laicher-Biomasse um 60 Prozent zu erwarten gewesen. Sie läge auch dann noch deutlich höher als vom Mehrjahresplan für die Ostsee vorgegeben.

Angler dürfen in der westlichen Ostsee im Jahr 2019 ganzjährig 7 Dorsche pro Tag und Angler anlanden. Dieses gilt auch während der Monate Februar und März und stellt gegenüber dem Jahr 2018 eine deutliche Verbesserung dar. Die Tagesfangbegrenzung für die Freizeitfischerei hatte vor allem bei touristisch wichtigen geführten Angelfahrten zu erheblichen Einbußen geführt. „Es ist sachgerecht, die Tagesfangbegrenzung für Dorschangler an die Entwicklung der Dorschquoten für die Erwerbsfischerei zu koppeln. An diesem Ansatz muss weiter mit Nachdruck gearbeitet werden“, so Backhaus.

Um den Fischereiunternehmen mittelfristig eine Anpassung an die neue Situation zu ermöglichen, sollten die vom Bund, dem Land und der EU bereits 2017 und 2018 ausgereichten Stillliegeprämien möglichst bis 2021 ausgereicht werden, forderte Minister Backhaus. Hierzu bedürfe es weiterer Verhandlungen mit dem Bund und der EU-Kommission. Für 2019 scheine die Prämierung gesichert; bedürfe aber noch der Zustimmung der Kommission.

Im Jahr 2018 wurden an 83 Unternehmen der Heringsfischerei 2,1 Mio. Euro ausgereicht. An 53 Dorschfangbetriebe wurden 2018 Prämien in Höhe von 381.000 Euro ausgereicht

„Die zähen Verhandlungen zeigen, dass sich die Beteiligten ihre Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Die neuen Quoten werden dazu beitragen, dass sich die Herings- und Dorschbestände erholen können. Nur dann hat die Fischerei eine wirtschaftliche Perspektive“, unterstrich der Minister.

Die erheblichen jährlichen Quotenschwankungen zeigten jedoch auch, dass der seit 2016 wirkende Managementplan für die Bestände von Dorsch, Hering und Sprotte in der Ostsee nicht zu einer grundlegenden Verbesserung der Planungssicherheit für den Fischereisektor geführt habe. Hier müsse durch den Einbau eines Stabilitätselementes nachgesteuert werden, so der Minister.

HINTERGRUND:

Die wissenschaftliche Neubewertung des Heringsbestandes der westlichen Ostsee hatte dazu geführt, dass allen MSC-zertifizierten Fischereien auf diesen Bestand das Zertifikat entzogen wurde. Allerdings verweist das Thünen-Institut für Ostseefischerei darauf, dass neuere wissenschaftliche Betrachtungen zu einer positiveren Bewertung des Bestandes durch den ICES und damit zu einer baldigen erneuten MSC- Zertifizierung führen könnten. „Daran sollte jetzt mit Nachdruck gearbeitet werden. Das MSC-Siegel würde die Vermarktung der verbliebenen Fänge zu guten Preisen erheblich vereinfachen“, betonte Dr. Backhaus. Jetzt komme es darauf an, für die verbleibenden Fangmengen die bestehenden Vermarktungsmöglichkeiten, wie sie auch das Fischbearbeitungszentrum in Sassnitz Mukran bietet, effektiv zu nutzen. „Hier sehe ich eine besondere Verantwortung der Fischereierzeugerorganisationen des Landes und der Fischverarbeitungsindustrie, die hohe Wertschöpfung für das Naturprodukt vom Fang bis zur Erstverarbeitung im Lande aufrechtzuerhalten“, sagte der Minister.


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