Backhaus sagt finanzielle Unterstützung für Fischer auch für 2019 zu

Krisengespräch zur Küstenfischerei beim Minister

Nr.391/2018  | 01.11.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus sichert den Fischern in Mecklenburg-Vorpommern auch für das Jahr 2019 finanzielle Unterstützung zu. Für die so genannten Stilllegungsprämien sollen 2019 etwas mehr als 2,6 Millionen Euro bereitgestellt werden. Diese Summe war 2018 an die Fischer ausgezahlt worden. Mit entsprechenden IZusagen des Bundeslandwirtschaftsministeriums rechne er in den nächsten Tagen, erklärte der Minister in einem Krisengespräch mit Vertretern des Verbandes der Kutter- und Küstenfischer, des Thünen-Institutes für Ostseefischerei, des Fischbearbeitungszentrums EuroBaltic, des Landesanglerverbandes und der Organisation MSC (Marine Stewardship Council).

„Die 70-prozentige Quotenerhöhung bei Dorsch für 2019 fängt die aktuelle Quotenkürzung beim Hering um 48 Prozent im Jahr 2019 gegenüber 2018 bei Weitem nicht auf. Die wirtschaftliche Lage der verbliebenen 230 Berufs- und der 132 Nebenerwerbsfischer ist dramatisch“, urteilte der Minister. „Der permanente Rückgang der Quoten seit der Jahrtausendwende beschneidet die Einkommensmöglichkeiten der Fischer derart, dass sie faktisch davon nicht mehr leben können“, erklärte er.

Landeten die Fischer in MV 2002 noch 16.119 Tonnen Hering an, so dürfen sie 2019 aufgrund der Quotensenkung maximal 2.990 Tonnen anlanden. Beim Dorsch waren im Jahr 2000 noch 3.814 Tonnen angelandet worden, während 2019 trotz 70-prozentiger Erhöhung der Fangquote maximal 1.038 Tonnen angelandet werden dürfen.

Backhaus verwies auf die Untersuchungen des Rostocker Thünen-Institutes für Ostseefischerei, denen zufolge die Nachwuchsproduktion beim Hering bereits seit dem Jahr 2004 nachlässt. Ursache für den Rückgang der Heringsvorkommen in der westlichen Ostsee sei keineswegs die Überfischung der Bestände. Vielmehr seien die niedrigen Reproduktionsraten beim Hering auf eine Temperaturerhöhung in der Ostsee zurückzuführen, erklärte der Leiter des Thünen-Institutes für Ostseefischerei, Dr. Christopher Zimmermann, in dem Gespräch. Er verdeutlichte außerdem, dass der Grund für die schlechte Einstufung des Heringsbestandes ein seitens der Wissenschaftler des Internationalen Meeresforschungsrates ICES vorgenommener Wechsel im Berechnungsmodell zur Ermittlung der Heringsbestände sei. Das neue Berechnungsmodell stufe den Heringsbestand trotz gleichbleibender Laicher-Biomasse als „unterhalb biologisch sicherer Grenzen“ ein, kritisierte Zimmermann.

Der Vertreter des MSC – die Organisation nimmt die Zertifizierung für nachhaltige Fischerei vor – erläuterte in dem Gespräch mit Minister Backhaus, dass der Schleppnetzfischerei auf Hering in der westlichen Ostsee aufgrund des Bestandsrückgangs die Zertifizierung aberkannt worden war. Diese „Suspendierung“ des Nachhaltigkeitssiegels könne erst aufgehoben werden, wenn aufgrund wissenschaftlicher Veröffentlichungen nachgewiesen werde, dass der Bestand nachhaltig befischt wird. Zugleich stellte der MSC einen Fünf-Stufenplan zur Aufhebung der Suspendierung und zur Wiedererlangung des Nachhaltigkeitssiegels vor. Der Plan legt auch für die Stellnetz- und Reusenfischerei, die die Zertifizierung beantragt hat, fest, welche Schritte notwendig sind, um das Nachhaltigkeitssiegel zu erlangen. „Unser Ziel muss es sein, das MSC-Siegel so schnell wie möglich zu erlangen. Das Land MV ist bereit, den Fischern weitere Unterstützung zu gewähren“, unterstrich Backhaus.

Aus Sicht des Vertreters der Fischereigenossenschaft Freest sei es allerdings nicht sicher, dass die Fischer die für die Weiterführung der Zertifizierung erforderliche Summe nochmals aufbringen werden. „Die Zertifizierung ist aber für eine erfolgreiche Vermarktung eine wesentliche Voraussetzung. Daher fördern wir diese Maßnahme mit europäischen Mitteln“, so Backhaus.

Indes zeigen sich die Angler mit der Anhebung der Dorschfangmöglichkeiten von 3 bzw. 5 auf 7 Dorsche je Angler und Tag offenbar zufrieden, obgleich die Quote nicht den zuvor geforderten 70 Prozent entspricht. Zuvor hatte der Minister eine deutliche Erhöhung der Dorschfangsquote für Angler von 5 auf 9 Dorsche gefordert. Dieser Forderung war der Fischereitrat der EU nicht nachgekommen Die neue Quote sei dennoch von den meisten hiesigen Anglern positiv aufgenommen worden, erklärte der Präsident des Landesanglerverbandes, Prof. Karl-Heinz Brillowski. Er sehe aber nach wie vor für die Angelkutterbetreiber Schwierigkeiten, weil weniger Angler aus anderen Bundesländern zum Angeln kämen.

„In dem Gespräch ist deutlich geworden, dass die Ostsee bei den anderen Fischarten mittlerweile die Nachhaltigkeitsschwelle erreicht hat. Das ist ein großer Erfolg. Nun gilt es, diese Nachhaltigkeitsschwelle auch für Dorsch und Hering zu erreichen. Das können wir schaffen und damit die Fischerei und das Angeln im Land langfristig zu sichern“ resümierte Minister Backhaus.


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