Wildnis erleben: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl feiert 15jähriges Bestehen

Nr.024/2019  | 25.01.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Das Nationalpark-Zentrum am berühmten Kreidefelsen Königsstuhl feiert am morgigen Samstag (11 Uhr) im Rahmen eines gemeinsamen Neujahrsempfangs mit dem Nationalparkamt Vorpommern sein 15jähriges Bestehen.

„Mit dem 1991 gegründeten Nationalpark Jasmund ist dem Land Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern eine beispiellose Erfolgsgeschichte gelungen. Der Nationalpark ist in der Region fest etabliert – seit 2011 sind Teile der Buchenwälder des Nationalparks sogar UNESCO-Weltnaturerbe. Das ist ein Meilenstein für die Natur und hat dazu geführt, dass unser Bundesland auch internationale Bekanntheit erlangte. Mit dem 2017 eingeweihten UNESCO-Welterbeforum haben wir ein weiteres attraktives touristisches Angebot geschaffen“, würdigte Umweltminister Dr. Till Backhaus die Entwicklung der Region.

An der Stelle des heutigen Nationalpark-Zentrums Königsstuhl befand sich vor der Einweihung im Jahr 2004 eine etwa 2,8 Hektar große Militärliegenschaft, erinnerte der Minister. Nachdem im Jahr 1994 die Idee entstand, dort eine Bildungseinrichtung für den Nationalpark zu schaffen, prüfte das Land Möglichkeiten, das Areal zu erwerben. Im Jahr 1997 konnten Bund und Land einen Flächentausch im Wert von 3,5 Mio. DM vereinbaren. Die Liegenschaften am Königsstuhl erwarb das Land, indem es Flächen auf der Insel Riems abgab, die der Bund für seine Forschungsinstitution benötigte, führte Backhaus aus.

Das Land als Flächen­eigentümer räumte der Stadt Sassnitz ein Erbbaurecht ein und verzichtete auf die Zahlung von jährlichen Erbbauzinsen in Höhe von 104.000 DM. Das Wirtschaftsministerium reichte rund 9,4 Mio. DM Fördermittel an die Stadt Sassnitz für die Errichtung des Zentrums und der Ausstellung aus. Der WWF Deutschland brachte die Kofinanzierung für die bereitgestellten Fördermittel in Höhe von 3,7 Mio. DM auf. Das Bundesamt für Naturschutz finanzierte die Machbarkeitsstudie, fasste Backhaus zusammen.

Der WWF Deutschland und die Stadt Sassnitz gründeten daraufhin eine gemeinnützige Betreibergesellschaft. In einem umfassenden Vertragswerk regelten Land, Stadt und WWF Errichtung und Betrieb des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. „Die verbindende Klammer war stets der gemeinsame Wille, das Nationalparkzentrum zu einem naturschutzfachlichen, wirtschaftlichen und touristischen Erfolgsmodell zu entwickeln“, so der Minister. Im Jahr 2004 wurde das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl eingeweiht. Heute arbeiten an diesem Standort mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Mit etwa 1,0 Mio. Besucherinnen und Besucher gehören der Nationalpark Jasmund und die Umgebung zu den beliebtesten Reisezielen im Land. Die touristische Infrastruktur ist gut ausgebaut und der Nationalpark verkehrstechnisch auf hohem Niveau erschlossen“, sagte Backhaus. Rund 250.000 Euro seien in den vergangenen acht Jahren für Wegebaumaterial investiert worden, dazu Personal und Sachkosten. Die Stadt Sassnitz baue derzeit einen Radweg zwischen Sassnitz und Königsstuhl. Das Nationalpark-Zentrum und Nationalparkamt planen derzeit die Umsetzung von zwei Lehrpfaden.

Weltweit gibt es mehr als 2.200 Nationalparks. Deutschland bringt insgesamt 16 Nationalparks in dieses Netzwerk mit ein.