Backhaus würdigt Saatgutbranche: „Fundament für gute Lebensmittel“

Nr.145/2019  | 05.06.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat heute (05.06.) auf der Tagung des Bundesverbandes der Deutschen Saatguterzeuger (BDS) in Güstrow den Stellenwert der Saat- und Pflanzguterzeugung für eine erfolgreiche Landwirtschaft gewürdigt:

„Die Pflanzenzucht bildet das stabile Fundament für die Agrarwirtschaft und die Ernährungsindustrie. Ohne die Innovationen in diesem Bereich wäre die Landwirtschaft nicht in der Lage, die vom Verbraucher gewünschten Produkte in notwendiger Menge und geeigneter Qualität zu erzeugen.“ Mecklenburg-Vorpommern gehöre zu den Top-Standorten für Saat- und Pflanzgut in Mecklenburg-Vorpommern. Die Produkte der hiesigen Branche würden in über 100 Ländern weltweit eingesetzt, sagte er weiter.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2018 von 263 Vermehrern auf insgesamt rund 25.000 Hektar Kartoffeln, Getreide, Gräser, Leguminosen und sonstige Futtermittel sowie Öl- und Faserpflanzen produziert. Bundesweit haben sich rund 4.000 landwirtschaftliche Betriebe auf die Saat-und Pflanzgutproduktion spezialisiert.

Der Anteil Mecklenburg-Vorpommerns an der gesamten deutschen Vermehrungsfläche beträgt rund 14,5 Prozent, bei Pflanzkartoffeln sind es sogar 18,5 Prozent. Gegenüber 2014 hat sich die Vermehrungsfläche damit um etwa 1.200 Hektar erhöht – „eine großartige Entwicklung!“, freute sich der Minister. Man könne mit Fug und Recht behaupten, dass die Saatgutbranche in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause ist, sagte er weiter.

In Mecklenburg-Vorpommern gebe es zudem die Besonderheit, dass im Saatgutverband Vermehrungs­betriebe gemeinsam mit Züchtern und Agrarhandels­unternehmen organisiert sind. „Die enge Verzahnung der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht es, den Landwirten ausreichend hochwertiges Saat- und Pflanzgut zur Verfügung zu stellen“, führte Minister Backhaus aus.

2010 ist das Projekt „pro Z-Saatgut in MV“ mit dem Ziel gestartet, den Einsatz von zertifiziertem Saat- und Pflanzengut im Land zu erhöhen und damit die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu sichern. Das Projekt ist deutschlandweit einmalig und von großem Erfolg gekrönt. Durch das Vorhaben ist es gelungen, Mecklenburg-Vorpommern mit einem Einsatz von 70 Prozent Z-Saatgut an die Spitzenposition im Bundesvergleich zu katapultieren und den Verband zu einem starken Partner auf Landes- und Bundesebene zu entwickeln.

Um das Potenzial neuer Sorten künftig besser ausschöpfen zu können, müssten diese noch schneller in die praktische Anwendung gebracht werden, so der Minister. Durch die Landessortenversuche der Landesforschungsanstalt und der Saatgutanerkennungsstelle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei wird die Landwirtschaft dabei unterstützt.

Auch die Lagerung und Aufbereitung von Saat- und Pflanzgut werde im Rahmen der Marktstrukturverbesserung gefördert. Seit 1994 wurden im Bereich Pflanzkartoffeln 22 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 18,6 Mio. Euro mit insgesamt 5,6 Mio. Euro bezuschusst. Im Saatgutbereich wurden seit 2001 sieben Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 15,5 Mio. Euro mit insgesamt 4,6 Mio. Euro unterstützt. Hinzu komme die Förderung der Beregnung für die Pflanzkartoffeln sowie die besondere Berücksichtigung der arbeitsintensiven Saat- und Pflanzguterzeugung bei Neuverpachtungen von Landesflächen.