Landwirte unterstützen Wiederansied­lung von Wiesenbrüter in Haffregion

Nr.154/2019  | 20.06.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

Im Odermündungsgebiet will die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V (StUN) im Rahmen eines EU-Pro-
jektes Lebensräume für wiesenbrütende Watvögel erhalten bzw. wiederherstellen. Heute (20.06.) hat sich der Staats­sekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Jürgen Buchwald, in Bugewitz bei Anklam (Vorpom­mern-Greifswald) über Stand und zukünftige Maßnahmen dieses LIFE-Projektes Limicodra informiert.

In drei Poldern des Gebietes zwischen Rosenhagen und Mönkebude sollen Strategien zur Wiederherstellung von Bruthabitaten für Watvögel wie Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen, Bekassinen sowie in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedrohte Arten wie den Kampfläufer entwickelt und erprobt werden.

Die Limikolen genannten Vogelarten benötigen kurzrasige Wiesen, die bis Mitte Juni nass sind und über eine insektenfreundliche krautreiche Vegetation verfügen. Die dafür erforderlichen Maßnahmen zum Grünland- und Wassermanagement erfolgen in enger Abstimmung mit den bewirtschaftenden Landwirten sowie den Wasser- und Bodenverbänden, die in den Poldern ihre Schöpf­werke betreiben. Mit Unterstützung örtlicher Jäger werden zudem Maßnahmen zur Abwehr von Beutegreifern wie dem Fuchs durchgeführt.

Bei dem Besuch in Bugewitz ging es schwerpunktmäßig um Möglichkeiten, diese Pflegemaßnahmen auch nach Auslaufen des LIFE-Projektes im Jahre 2025 fortführen zu können. Bis dahin werden die zusätzlichen Aufwendungen im Rahmen des Projektes kompensiert. Dann ist eine Förderung über Agrarumwelt-
maßnahmen angedacht. „Eine an die Bedürfnisse von Wiesenbrütern angepasste Bewirtschaftung des Grünlandes sehe ich auch als Beitrag zum Klimaschutz“, so Dr. Buchwald. „Die Möglichkeit der Förderung über eine Agrarumwelt­maßnahme ist meines Erachtens auch aus diesem Grunde zu prüfen.“

 

HINTERGRUND:

LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) ist ein EU-Förderprogramm, mit dem seit 1992 Maßnahmen in den Bereichen Biodiversität, Umwelt- und Klimaschutz gefördert werden. Das Programm unterstützt dabei vor allem die Errichtung und das Management des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Am LIFE-Programm können sich öffentliche und private Institutionen aus den EU-Mitgliedstaaten beteiligen. Einmal jährlich können Projektanträge bei der Europäischen Kommission eingereicht werden. Das Projekt Limicodra wurde im Jahr 2017 für eine Förderung ausgewählt.

Das Kunstwort Limicodra setzt sich zusammen aus den Zielvogelarten Limikolen (Watvögel) und der Lage der Projektgebiete im Odermündungsgebiet. Ein Teilprojekt ist am Greifswalder Bodden und Peenestrom (Lebensraum Salzwiesen in freier Vorflut) angesiedelt, das zweite Teilprojekt am Stettiner Haff (Lebensraum Feuchtwiesen).

Das Projekt läuft bis 2025 und wird voraussichtlich 4,0 Millionen Euro kosten. Davon stammen 2,4 Millionen Euro aus dem EU-Programm LIFE. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich mit 1,1 Millionen Euro. Den Rest finanzieren Stiftungen und das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (LUNG). Im Projektbüro mit Sitz in Bugewitz sind fünf Mitarbeiter beschäftigt.