Die Umwelt im Blick: Landwirte reagieren auf Verbraucherwünsche

Nr.189/2019  | 16.07.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Landwirte investieren trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten zunehmend in den Umwelt- und den Klimaschutz. Das geht aus den Anträgen zum Agrarförderungsprogramm (AFP) hervor. Mit dem Geld sollen Betriebe unterstützt werden, die besonders umwelt- und klimaschonend und tiergerecht agieren.

Zum Ende der ersten Jahreshälfte haben bereits über 100 Antragsteller eine Förderzusage vom Land erhalten. Dahinter verbirgt sich ein Zuschussvolumen von knapp 10 Millionen Euro.

„Mit dem Förderprogramm helfen wir den Betrieben den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und hochwertigen Lebensmitteln gerecht zu werden. Es freut mich, dass die Landwirte dieses Angebot in Anspruch nehmen. Für mich ist dies ein Beleg, dass die Landwirte die Wünsche der Verbraucher wahr- und ernstnehmen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Zahlen verdeutlichen dem Minister zufolge aber auch, unter welchem Druck die Landwirte stehen. Die Düngeverordnung zwinge die Betriebe beispielsweise zur längeren Lagerung von Wirtschaftsdünger. Das Agrarinvestitionsförderprogramm begleitet noch bis Ende 2020 den Bau von teuren Güllelagerstätten mit emissionsmindernden festen Abdeckungen mit einem Zuschuss von 40 Prozent.

Auch beim Pflanzenschutz seien die Anforderungen gestiegen, so Backhaus. Förderung gebe es nur noch für besonders innovative abdriftarme und Pflanzenschutzmittelsparende Maschinen, die vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen („Julius-Kühne-Institut“) zertifiziert sein müssen.

Seit 2018 bietet das Land Mecklenburg-Vorpommern zudem die Förderung von Maschinen zur mechanischen Beikrautbekämpfung an. „Wir müssen dahin kommen, dass der Pflanzenschutzmitteleinsatz nur noch erfolgt, wenn er aus fachlicher Sicht absolut nötig ist“, so Minister Backhaus. Ziel müsse ein angepasster, situativer Pflanzenschutz sein.

Auch die Förderung von Stallbauten zur Verbesserung des Tierwohls wird durch das Agrarinvestitionsförderprogramm abgedeckt. Da sich die Baukosten in den vergangenen Jahren wesentlich erhöht haben, hatte das Landwirtschaftsministerium das förderfähige Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro auf zwei Millionen erhöht. Zuschüsse bekommen allerdings nur Betriebe, die weit über gesetzliche Standards hinaus bauen. Anpassungen im Stall werden laut Backhaus auch wegen des Fachkräftemangels notwendig. Manche Betriebe investieren deshalb in automatische Melksysteme.

Heute übergab Minister Backhaus einen Förderbescheid in Höhe von rund 100.000 Euro für die Anschaffung und den Einbau von Melkrobotern sowie die Errichtung eines Milchsilotanks und eines Futtermittelsilos an einen Milchhof in Warlin (Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte).