Backhaus würdigt Arbeit des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei

Nr.105/2020  | 15.06.2020  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) hat seinen Verbraucherschutz-bericht für das Jahr 2019 vorgestellt. Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus und der Direktor des LALLF, Pro. Frerk Feldhusen, erläuterten in einem gemeinsamen Pressegespräch die Schwerpunkte des Berichtes. Dabei lobte Minister Backhaus die Arbeit der 310 Beschäftigten des LALLF in Corona-Zeiten.

„Wir haben erlebt – und erleben noch immer – wie wichtig das Zusammenspiel von Wirtschaft und Verwaltung in schwierigen Zeiten ist; denn nur so lassen sich die hohen Standards im Lebens- und Futtermittelbereich sowie in der Pflanzen- und Tiergesundheit gewährleisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen auch in der Krise dafür, dass Kontroll- und Untersuchungstätigkeiten entlang der kompletten Lebensmittelkette routiniert und reibungslos funktionieren: Von der Urproduktion über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb. Trotz der massiven Einschränkungen in der heißen Phase von Corona lief die Arbeit im LALLF weiter. Nach dem kurzzeitigen Einbruch der Untersuchungszahlen bei Lebensmitteln, Kosmetika und Bedarfsgegenständen im April haben wir im Mai mit über 90 Prozent fast schon wieder das normale Untersuchungsniveau erreicht. Auch die Arbeitsbilanz des Jahres 2019 kann sich wirklich sehen lassen“, so der Minister. 

Im Rahmen der Untersuchungstätigkeit analysierte das LALLF insgesamt mehr als 625.000 Proben unterschiedlichster Art:

  • größter Anteil = Tierseuchendiagnostik zur Abklärung von Krankheits- und Verlustgeschehen mit knapp 571.000 Proben
  • rund 7.800 Lebensmittelproben
  • knapp 600 Proben Bedarfsgegenstände und kosmetische Mittel sowie
  • rund 3.000 Hygienekontrollproben
  • rund 6.300 Proben nach dem Fleischhygienerecht
  • rund 460 Proben wurden im Rahmen der Futtermittelüberwachung untersucht
  • mehr als 300 Proben aus Monitoringprogrammen und speziellen Untersuchungsanforderungen

Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF, sprach über einen großen Fortschritt bei den Nachweisen und der Bestimmung von Antibiotika und anderen Tierarzneimitteln per Flüssigkeitschromatographie im Fleisch von Rind, Schwein und Geflügel.

Die Spezialisten des Landesamtes haben im Verbund der Länder der Norddeutschen Kooperation federführend eine Methode erarbeitet, mit der nun in einem Arbeitsgang ohne Mehraufwand auf 132 Wirkstoffe aus 16 Substanz-gruppen untersucht werden kann. Neben den Antibiotika z. B. Tetracycline und Sulfonamide kann nun simultan auch auf Entzündungshemmer und Schmerzmittel geprüft werden. Vor Einführung dieses Verfahrens waren für jede Wirkstoffgruppe separate Methoden erforderlich. Es konnten maximal 46 Wirkstoffen aus sieben Substanzgruppen pro Methode erkannt werden.

Im Jahr 2019 wurde die neue Multimethode im LALLF erstmals bei 335 Proben angewandt. Im Ergebnis sind in einer Rindfleischprobe zwei verschiedene Antibiotika mit Höchstmengenüberschreitungen nachgewiesen worden. "Das wäre uns mit der herkömmlichen Untersuchungsmethode nicht gelungen", betont Feldhusen. Die Multimethode wird in Kürze bundesweit vorgestellt und soll für andere Matrices, wie Niere, Milch und Eier weiterentwickelt werden.

Abschließend ging Minister Backhaus auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ein und auf die Notwendigkeit, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) zu reduzieren. Auch hierzu führte das LALLF im vergangenen Jahr Versuche durch.

„Wir haben hier bei uns im Land schon viel erreicht. Viele Landwirte haben heute nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch die Umwelt im Blick. Das beweisen unsere Erfolge bei den Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen und natürlich auch im Ökolandbau. In MV wird bereits jeder 4. Hektar freiwillig mit erhöhten Umweltstandards bewirtschaftet. Das ist gut - doch das reicht eben nicht aus, da beißt die Maus keinen Faden ab,“ so Minister Backhaus. „Wir müssen runter mit dem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Für PSM gelten im Prinzip die gleichen Grundsätze wie für die Düngung: Sie sind unerlässlich für die Landwirtschaft – egal ob Öko oder konventionell, aber sie sind zu oft und zu viel im Einsatz“, mahnt Backhaus. 

Die Zukunft liege im integrierten Pflanzenschutz, so der Minister. Medizin sei anerkannt für Mensch und Tier und müsse es auch für Pflanzen sein. So oft es gehe müssten biologische Pflanzenschutzmittel und mechanische Verfahren den Vorrang vor chemischem Pflanzenschutz haben. „Und was nachweisbar schädlich ist, muss weg vom Markt,“ so Backhaus abschließend.